Panorama

Bundesamt prüft Lubitz' Akte Copilot litt offenbar unter Sehstörungen

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Ein Hubschrauber der Gendarmerie kreist über der Absturzstelle.

(Foto: REUTERS)

Waren sie psychosomatischer oder organischer Natur? Jedenfalls hatte der Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine einem Bericht zufolge massive Sehprobleme und war deshalb in medizinischer Behandlung.

Der Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine litt offenbar unter massiven Sehstörungen. Wie die "New York Times" berichtet, hatte sich der 27-Jährige deswegen in ärztliche Behandlung begeben. Die Zeitung beruft sich bei ihren Informationen auf "zwei Behördenmitarbeiter mit Einsicht in die laufenden Ermittlungen".

Ob die Probleme von Copilot Andreas Lubitz organischer oder psychosomatischer Natur waren, sei derzeit unklar und Gegenstand von Ermittlungen. Es sei nicht auszuschließen, dass sie seine Flugtauglichkeit gefährdet hätten, berichtet das Blatt weiter.

Prüfung der Personalakte

Das Luftfahrt-Bundesamt prüft derweil die Personalakte des Germanwings-Copiloten, der am Dienstag einen Airbus in den französischen Alpen zum Absturz gebracht haben soll. "Wir haben Einsicht in die Unterlagen genommen und die Erkenntnisse mündlich an die Staatsanwaltschaft gegeben", sagte Holger Kasperski von der Braunschweiger Behörde.

Mehr gebe es dazu aktuell nicht zu sagen. Andernfalls könne es die Ermittlungen gefährden. Einen sogenannten SIC-Eintrag in der Akte wollte Kasperski nicht bestätigen. Ein solcher Eintrag steht für besondere regelhafte medizinische Untersuchungen. Am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass Copilot Andreas Lubitz am Unglückstag eigentlich krankgeschrieben war. Über die Art der Erkrankung bewahrten die Ermittler Stillschweigen.

Copilot kannte die Region gut

Der französische Nachrichtensender iTélé meldete unterdessen, Lubitz habe sich als Jugendlicher häufiger in der Unglücksregion aufgehalten. Seine Eltern seien dort mit ihrem Flugverein hingereist, sagte Francis Kefer vom Flugfeld in Sisteron dem Sender. Sisteron liegt gut 40 Kilometer westlich der Absturzstelle in den südostfranzösischen Alpen.

"Zwischen 1996 und 2003 ist der Club aus Montabaur regelmäßig hierhergekommen", sagt Kefer in dem Bericht. Auch der Copilot sei damals mit seinen Eltern dabei gewesen. Der Verein sei zum Segelfliegen gekommen.

Trauerfeier in Digne-les-Bains

In der Kathedrale Notre-Dame-du-Bourg in der französischen Gemeinde Digne-les-Bains gedachten am Samstag Einwohner der Opfer des Flugzeugabsturzes. In der voll besetzten Kirche versammelten sich mehrere Hundert Menschen zur Andacht. Vor dem Altar brannten 150 Kerzen zur Erinnerung an die Toten. Digne-les-Bains liegt nur wenige Kilometer von der Unglücksstelle entfernt, wo der Germanwings-Airbus am Dienstag abgestürzt war.

Im Absturzgebiet wurde die Bergung am Morgen fortgesetzt. Die Retter konzentrieren sich neben der Bergung und Identifizierung der Leichen weiter auf die Sicherung der Unfallstelle in dem schwierigen Gelände. Gesucht wird noch immer nach dem zweiten Flugschreiber der Maschine der Lufthansa-Tochter. Er soll weitere Erkenntnisse zum Geschehen vor dem Absturz liefern.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa/AFP

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