Panorama

Hunderttausende säumen die Copacabana Die Weltjugend feiert ihren Papst

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Wind und Wetter hielten Hunderttausende Gläubige nicht davon ab, an der Copacabana auf den Papst zu warten.

(Foto: REUTERS)

Wer die Bilder vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro sieht, könnte glatt vergessen, dass die katholische Kirche eigentlich ein Nachwuchsproblem hat. Hunderttausende junge Pilger trotzen Wind und Wetter und feiern Papst Franziskus bei dessen Besuch an der Copacabana frenetisch. Indes zwingt der Dauerregen die Organisatoren des Papstbesuchs zur Improvisation.

Die katholische Jugend der Welt hat ihrem Papst Franziskus in Rio de Janeiro einen phänomenalen Empfang bereitet. Hunderttausende junge Leute jubelten am Copacabana-Strand dem Kirchenoberhaupt frenetisch zu. Viele Fahnen wurden in der Menge geschwenkt, darunter auch deutsche. Die jungen Katholiken hießen den Papst bei der ersten offiziellen Begegnung des Weltjugendtages mit "Viva Papa"-Rufen willkommen, Franziskus unterbrach immer wieder seine Fahrt zu der Altarbühne am Strand.

Franziskus warb darum, Gott wieder ins Zentrum des Lebens zu stellen. "Wir sind versucht, uns selbst in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen, zu glauben, dass es an uns allein liegt, unser Leben aufzubauen, oder dass Besitz, Geld, Macht es glücklich machen. Aber das ist nicht so", sagte das katholische Kirchenoberhaupt.

Materielle Güter könnten zwar einen Augenblick des Rausches und die Illusion von Glücklichsein bieten. Doch am Ende seien es genau diese Dinge, die Besitz vom Menschen ergriffen und sie drängten, immer mehr zu wollen. Er mahnte die "jungen Freunde", Christus in ihr Leben zu lassen. Der Glaube bewirke im Leben eine Revolution, "denn er rückt uns aus dem Mittelpunkt heraus und stellt Gott wieder in die Mitte". Die Pilger ermutigte er, "Jünger und Missionare" Christi zu sein. Das Weltjugendtags-Motto lautet "Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker dieser Welt" und stammt aus dem Matthäus-Evangelium.

Abschlussmesse muss verlegt werden

Trotz regnerischen Wetters und kühler Temperaturen waren die Jugendlichen singend und mit Fahnen ihrer Heimatländer an die Copacabana geströmt, wo der Papst auf einer riesigen Bühne das erste Mal seit seinem Eintreffen in Rio offiziell zu den Weltjugendtags-Pilgern sprach. Entlang dem Strand waren auf einer Länge von etwa einem Kilometer große Monitore und Lautsprecher installiert, um vor allem die Papst-Ansprache zu übertragen.

Franziskus hatte vor dem Treffen eine Armensiedlung in Rio besucht und die Menschen aufgerufen, sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. "Werdet nicht müde, für eine gerechtere und solidarischere Welt zu arbeiten", rief er vor den Bewohnern der Favela Varginha aus. Jeder solle helfen, "den vielen sozialen Ungerechtigkeiten ein Ende zu bereiten". Die Siedlung mit rund 1200 Einwohnern war lange wegen Drogenhandels und Gewalt berüchtigt.

Die Abschlussmesse des Weltjugendtages am Sonntag wurde indes kurzfristig von Guaratiba, rund 70 Kilometer westlich von Rio, direkt an die Copacabana verlegt. Grund für die Verlegung ist der tagelange heftige Regen, der das 1,3 Millionen Quadratmeter große "Campus Fidei"-Gelände (Glaubensfeld) westlich von Rio komplett aufweichte. Die Entscheidung wurde von den Organisatoren nach einer Besichtigung des Geländes beschlossen.

Quelle: ntv.de, dpa