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Madrid meldet ersten Fall Ebola erreicht Europa

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Erster Ebola-Fall Europas: Spaniens Gesundheitsministin Ana Mato bei der eilig einberufenen Pressekonferenz.

(Foto: REUTERS)

Die Ausläufer der Epidemie erfassen Europa: In Madrid stellen Ärzte die Virus-Erkrankung bei einer Krankenschwester fest, die Ebola-Patienten betreut hatte. Spaniens Gesundheitsministerin setzt einen Notfallplan in Kraft.

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In Spanien hat sich eine Krankenschwester in einem Madrider Krankenhaus mit dem Ebola-Virus infiziert. Das bestätigte Gesundheitsministerin Ana Mato bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Damit hat sich erstmals ein Mensch in Europa mit dem Virus angesteckt. Beide Proben hätten einen positiven Befund ergeben, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit.

Das ist der erste Fall einer Ebola-Ansteckung innerhalb Spaniens - und auch ganz Europas. Die spanischen Gesundheitsbehörden beriefen einen Krisenstab ein und setzten einen für Epidemie-Fälle vorbereiteten Notfallplan in Kraft. Die Epidemie in Westafrika hatte Ende vergangenen Jahres begonnen, inzwischen sind weit über 3000 Tote erfasst.

Die nun in Spanien erkrankte Frau arbeitete in der Klinik "Carlos III.", in der im August und September zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola gestorben waren. Den Angaben aus Madrid zufolge war sie mit der Pflege der beiden Ebola-Patienten betraut. Gesundheitsministerin Mato erklärte, derzeit werde geprüft, ob während der Behandlung der beiden Priester sämtliche Vorschriften eingehalten wurden.

Ansteckende Krankenschwester?

Den Angaben zufolge befand sich die Hilfskrankenschwester zu Wochenbeginn auf der Isolierstation eines nicht spezialisierten Krankenhauses in einem südlichen Vorort von Madrid. Ihr Arbeitsplatz, das Hospital "Carlos III." liegt im Norden der spanischen Hauptstadt. Geprüft werden muss nun, wie sich die Krankenschwester anstecken konnte, und ob sie in der Zwischenzeit engeren Kontakt zu weitere Menschen aus ihrer Umgebung hatte.

Der spanische Geistliche Manuel García Viejo hatte sich in Sierra Leona mit Ebola infiziert und war mit einem Flugzeug der spanischen Luftwaffe ausgeflogen worden. Der 69-Jährige starb am 25. September in Madrid. Zuvor war bereits ein anderer spanischer Missionar in Madrid an Ebola gestorben, der sich in Liberia infiziert hatte und der ebenfalls ausgeflogen worden war.

Die Krankenschwester hatte nach der Pflege der beiden Geistlichen Urlaub. Nach Angaben ihrer Ärzte fühlte sie sich erstmals am 30. September krank. Derzeit befinde sie sich in einem stabilen Zustand. Vertreter des Krankenhauses sagten, alle Kontaktpersonen der Krankenschwester stünden unter Beobachtung. Bislang seien aber keine weiteren Ebola-Fälle bekannt.

"ZMapp" ist aufgebraucht

Derweil wird ein Ebola-Patient in den USA ab sofort mit einem experimentellen Medikament behandelt. Der Mann bekomme das von der US-Firma Chimerix entwickelte Präparat "brincidofovir", das derzeit noch getestet werde, teilte das Texas Health Presbyterian Krankenhaus in Dallas mit. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte zuvor mitgeteilt, dass der Mann nicht wie andere Patienten in den USA zuvor mit dem experimentellen Medikament "ZMapp" behandelt werde, weil es aufgebraucht sei. Der Mann aus Liberia schwebe in Lebensgefahr.

Briten und Franzosen galten als gefährdet

Erst am Wochenende waren Forschungsergebnisse erschienen, wonach sich die Ebola-Seuche auch nach Frankreich und Großbritannien ausbreiten könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Frankreich in den nächsten drei Wochen einen Fall gebe, liege bei 75 Prozent, teilte die britische Lancaster Universität mit. Für Großbritannien bestehe eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Nun ist es Spanien, das die Forscher so und in dieser Geschwindigkeit nicht erwartet hatten.

Die Daten beruhten auf Mustern, wie sich die Krankheit bislang ausgebreitet hat und wie der Flugverkehr organisiert ist. In den von Ebola am stärksten getroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia werde viel französisch gesprochen und es gebe zahlreiche Reiseverbindungen nach Paris, hieß es in der Studie. Großbritannien sei gefährdet, weil London-Heathrow zu den weltgrößten Flughäfen zähle. Beide Länder haben jeweils einen erkrankten Bürger aus den Krisengebieten heimgeflogen und erfolgreich behandelt.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa

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