Panorama

Schneefallgrenze sinkt Ein Wochenende für Herbstfreunde

123415820.jpg

Typisch für den Altweibersommer: Tau, der sich in frischen Nächten bildet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am Wochenende wird es in Deutschland deutlich kühler. Danach sorgt ein Schwall Kaltluft für frische Temperaturen. In der kommenden Woche bringt der Altweibersommer warme Tage und frische Nächte - was das mit dem Hurrikan "Dorian" zu tun hat, weiß n-tv Wetterexperte Björn Alexander.

Am vergangenen Wochenende war es ja noch heiß. Doch in den kommenden Tagen hat der Sommer wohl keine Chance, oder?

So ist es. Der Herbst hat ja schon mal angeklopft mit gelegentlichem Frost sowie knapp zehn Zentimeter Neuschnee auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, mit knapp 3000 Metern. Und am Wochenende geht es mit der Schneefallgrenze in den Alpen sogar nochmals weiter runter.

Björn Alexander

n-tv Wetterexperte Björn Alexander

Wie weit?

Am Samstag bis an die 2000 Meter. Der Sonntag bringt in den Alpen eine Schneefallgrenze von um die 1500 Meter. Gutes Wanderwetter fürs Bergtouren sieht natürlich ganz anders aus.

Was bringen die freien Tage hierzulande?

Hinter Tief "Götz", das derzeit vom Nordmeer Richtung Mitteleuropa zieht, folgt am Wochenende ein Schwall Kaltluft, der uns landesweit einen Vorgeschmack auf den Herbst bringen wird.

Was heißt das?

Immer wieder Schauer, ein teilweise lebhafter Wind und Temperaturen, die nur selten 20 Grad erreichen. Am ehesten am Samstag, denn der Sonntag wird nochmals kühler. Somit kommen die Herbstfreunde mal auf ihre Kosten und auch Daheimbleiben ist eine durchaus gemütliche Option.

Wann wird es wieder wärmer?

Nach einem unterkühlten Start in die nächste Woche deutet sich für die Mitte der nächsten Woche ein Aufwärtstrend der Temperaturen und der Sonnenanteile an.

Wie warm wird es?

Derzeit haben die Wettercomputer Spitzenwerte bis zu 25 oder 26 Grad im Programm. Die klaren Nächte sind zwar auch dann noch recht frisch. Allerdings charakterisiert das ja auch den Altweibersommer mit warmen Tagen und frischen Nächten, in den denen sich der Tau an den Spinnweben fängt und diese gräulich erscheinen lässt. Und natürlich kommt der Begriff nicht von der Analogie zu grauen Haaren, sondern vom althochdeutschen Wort für das "Weben", also das "Weiben".

Erst Herbst, dann Altweibersommer. Eine ziemliche Achterbahnfahrt, die wodurch zustande kommt?

An der Wetterbesserung ist unter anderem Hurrikan "Dorian" beteiligt. Der kommt - nachdem er die tropischen Gewässer verlassen hat - in die wettersteuernde Strömung, die von West nach Ost über den Atlantik weht. Anschließend zieht er südlich an Island vorbei Richtung Europa, wo er in der nächsten Woche als "ex-Dorian" auf unseren Wetterkarten auftauchen wird.

Wie beeinflusst er dann unser Wetter?

Er wird sich im Anschluss über Skandinavien einnisten und öffnet damit die Tür für das Azorenhoch. Das dehnt sich nämlich zu uns aus und schickt uns wahrscheinlich einen Ableger.

Ist das normal, dass ein Hurrikan bei uns mitmischt?

Das kommt gar nicht so selten vor - zumindest wenn die Winde in der höheren Atmosphäre, die das Weitergeschehen maßgeblich steuern, passen.

Waren diese "Höhenwinde" auch der Grund dafür, dass "Dorian" sich so lange über dem Bahamas gehalten hat?

Ja. Nur, dass im Fall von "Dorian" über den Bahamas die Höhenwinde extrem schwach waren und sie ihn dadurch kaum noch angeschoben haben. Er lag in dieser Phase genau zwischen den Hochs und Tiefs, die wie ein Schachbrett angeordnet waren. Einen solchen Punkt nennt man in der Meteorologie auch Sattelpunkt. Hier haben wir den tiefsten Druck zwischen zwei Hochs und gleichzeitig den höchsten Druck zwischen zwei Tiefs. Klingt kompliziert, ist jedoch im Ergebnis ganz einfach: es bewegt sich nichts, weshalb "Dorian" eine gefühlte Ewigkeit über Teilen der Bahamas stand.

Kommen wir zum Wochenende: Welches Wetter erwartet uns im Detail?

Die beste Wetterecke findet sich am Samstag im Osten. Denn von der Ostsee bis herunter in die Lausitz bleibt es am eheste trocken und zeitweise sonnig bei bis zu 20 Grad. Im großen Rest verläuft der Tag durchwachsen mit Schauern, die im Westen von Gewittern begleitet sein können. Die Temperaturen erreichen am wolkigen und immer wieder nassen Alpenrand mit Mühe und Not 13 Grad. Ansonsten werden es - abgesehen vom milderen Osten - zwischen 15 und 18 Grad.

Und am Sonntag?

Wird es nochmals ein Stück kühler und zum Teil auch ziemlich nass. Im Bereich der Alpen regnet es ergiebig und das lässt in Kombination mit der Kaltluft die Schneefallgrenze weiter auf 1500 Meter absinken. Im übrigen Land hat die Sonne ab und an zumindest ein paar Gastspiele, die weiterhin von Schauern unterbrochen werden können. Hierbei werden es an den Alpen kaum noch 10, sonst 14 bis 19 Grad.

Welche Wetterkarten hat die neue Woche für uns?

In der Osthälfte geht es tendenziell wechselhaft oder wolkig in die neue Woche, während es weiter westwärts schöner wird. Allerdings hat dieses Auflockern der Wolken in der Nacht von Sonntag auf Montag dort schon mal spürbare Auswirkungen bei einstelligen Tiefstwerten, die teils mit Bodenfrost einhergehen. Weiter ostwärts wärmen hingegen noch die Wolken bei nächtlichen Temperaturen im unteren zweistelligen Bereich.

Wie warm wird es tagsüber?

Trotz mehr Beständigkeit in der Westhälfte bringen es die Höchstwerte maximal auf 11 bis 18 Grad, bevor es danach langsam aufwärts geht.

Welche Temperaturen erwarten uns?

Am Dienstag bei 14 bis 21 Grad. Der Mittwoch bringt verbreitet 20 Grad und mehr. Am Oberrhein wackelt wieder die Sommermarke von 25 Grad. Und auch am Donnerstag kommen die Höchstwerte mancherorts an die Sommermarke ran. Definitiv geknackt wird sie aus heutiger Sicht am Freitag bei bis zu 26 Grad. Am kühlsten ist es dabei noch an der See und im Bergland bei 17 bis knapp 20 Grad.

Quelle: ntv.de