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Nach dem Ausbruch wurde eine interne Sicherheitsüberprüfung eingeleitet.
Nach dem Ausbruch wurde eine interne Sicherheitsüberprüfung eingeleitet.(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)
Dienstag, 02. Januar 2018

Fluchtwelle in Plötzensee: Einer der JVA-Ausbrecher gibt auf

Fünf Tage nach dem Ausbruch aus dem Berliner Gefängnis Plötzensee meldet sich ein Ausbrecher mit juristischer Unterstützung bei den Behörden. Der Häftling wird jetzt in eine andere Anstalt verlegt. Nach den anderen Flüchtigen wird weiter gefahndet.

Einer der sechs flüchtigen Häftlinge aus der Berliner Justizvollzugsanstalt Plötzensee hat sich gestellt. Es handele sich um einen von vier Männern, die am vergangenen Donnerstag ausgebrochen waren, erklärte Justizsenator Dirk Behrendt. Demnach stellte er sich zusammen mit einem Anwalt. Der Mann werde nun "in eine Anstalt mit höheren Sicherheitsvorkehrungen verlegt", erklärte Behrendt.

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Damit wird noch nach weiteren fünf flüchtigen Häftlingen aus Plötzensee gefahndet. Vier Gefangene waren am Donnerstagmorgen ausgebrochen. Am Freitag machte sich ein weiterer Gefangener aus dem offenen Vollzug aus dem Staub. Am Neujahrsmontag wurde zudem bekannt, dass zwei Männer über ein Gitterfenster geflohen waren. Von diesen kehrte einer aber noch am gleichen Abend wieder freiwillig zurück.

Die vier am Donnerstag durch einen Lüftungsspalt entwichenen Ausbrecher saßen wegen schwerer Körperverletzung, Diebstahls, Wohnungseinbruchs und Erschleichens von Leistungen in Haft. Einer von ihnen wäre bereits im März entlassen worden.

Nach dem Ausbruch wurde eine interne Sicherheitsüberprüfung eingeleitet. Die Gefangenen konnten durch einen mit Stahl und Beton gesicherten Lüftungsspalt in der Mauer fliehen. Den Weg zu dem Spalt hatten sie sich mit aus einer Werkstatt entwendetem schweren Gerät gebahnt. Dabei kamen unter anderem ein Hammer und ein Trennschleifer zum Einsatz.

Opposition fordert Behrendts Rücktritt

Berlins Justizsenator Behrendt sieht sich inzwischen mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Einen solchen Schritt lehnte der Grünen-Politiker aber ab. "Wer will nochmal, wer hat noch nicht?", kommentierte etwa der Berliner SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck die Ausbruchswelle in Plötzensee und die offenbar unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen. "Das wäre eigentlich ein Rücktrittsgrund für einen Justizsenator."

Die SPD koaliert in Berlin mit den Grünen und der Linkspartei. Auch die Opposition fordert Behrendts Rücktritt. Der Senator sei "nicht mehr zu halten", erklärte der CDU-Innenpolitiker Burkard Dregger. Ähnlich äußerte sich der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe.

Quelle: n-tv.de