Panorama

"Wie eine Mondlandschaft" Feuer in San Bruno gelöscht

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Die Brände lassen ein Meer aus Trümmern zurück.

(Foto: REUTERS)

Die Brände sind eingedämmt, doch nun wird der Schaden in San Franciscos Vorort San Bruno erst deutlich. Feuerwehrleute zeigen sich erschüttert. Ganze Straßenzüge sind zerstört. Bisher gehen die Behörden von vier Opfern aus. Berichte, Anwohner hätten im Vorfeld über Gasgeruch geklagt, sollen überprüft werden.

Das Feuer ist gelöscht, aber die Suche nach möglichen Opfern dauert an: Einen Tag nach der verheerenden Gasexplosion im kalifornischen San Bruno bei San Francisco konnte das Flammenmeer gänzlich eingedämmt werden. Mit Spürhunden durchkämmten Suchtrupps die abgebrannten Häuserruinen. Nach Angaben der Behörden hat die Brandkatastrophe vier Menschenleben gefordert.

Unter den Opfern sind eine 44-jährige Frau und ihre 13 Jahre alte Tochter sowie eine 20 Jahre alte Frau. Die Identifizierung des vierten Opfers dauerte noch an. Vermutlich handelt es sich um eine 81-jährige Frau, die von ihrer Familie als vermisst gemeldet worden war. Mehr als 50 Bewohner von San Bruno wurden verletzt, als eine Feuerwalze am Donnerstagabend ein Wohnviertel zerstörte. Dabei brannten 38 Häuser komplett ab.

"Wie eine Mondlandschaft"

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Eine Feuerwalze hatte mehrere Häuser zerstört.

(Foto: REUTERS)

Einen Tag nach der Explosion waren einige der Brandruinen zum Betreten und Durchsuchen noch zu heiß. Feuerwehrchef Dennis Haag hatte bei einem Rundgang die zerstörten Häuser gezählt. "Es war ein erschütternder Anblick. Einige Ecken sehen aus wie eine Mondlandschaft". Die Explosion riss einen zehn Meter breiten Krater in den Boden. Angeschmolzene Autos säumten den Straßenrand.

Anwohner, die in Panik mit nur wenigen Habseligkeiten vor der Feuerwalze geflüchtet waren, bangten um ihr Hab und Gut. Die Feuerwehr ließ zunächst niemanden in die verkohlten Straßenzüge zurück. "Ich weiß nicht, ob unser Haus noch steht", sagte die 72-jährige Toni Vaccari. Mit Mann und Hund, aber ohne weiteres Gepäck, hatte sie schnell die Flucht ergriffen.

Die Ursache für das Unglück wird noch untersucht. Das Versorgungsrohr mit einem Durchmesser von rund 75 Zentimetern liegt etwa einen Meter tief unter der Oberfläche.

Vorwürfe gegen Versorger

Unterdessen wurden Vorwürfe gegen den Energieversorger Pacific Gas & Electric laut. Ein Bewohner von San Bruno sagte dem Nachrichtensender CNN, er habe den örtlichen Versorger vor einigen Wochen über starken Gasgeruch in dem Wohnviertel informiert. Techniker hätten nach der Ursache gesucht, seien aber nach kurzer Zeit wieder gegangen. Ein Unternehmenssprecher sagte, derzeit werde geprüft, ob Beschwerden wegen Gasgeruchs eingegangen seien und wie mit diesen umgegangen worden sei.

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, forderte eine genaue Untersuchung. Es müsse geklärt werden, wie es zu diesem "furchbaren Unfall" haben kommen können, sagte die Politikerin, eine Abgeordnete aus Kalifornien. Vize-Gouverneur Maldonado sagte, es müsse sichergestellt werden, dass sich ein solches Unglück nicht nochmal ereignen könne. Inzwischen trafen auch Bundesermittler an der Unglücksstelle ein, um sich an der Ursachensuche zu beteiligen.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP