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Keine Hoffnung mehr für MH370 "Flugzeug stürzte im Indischen Ozean ab"

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Diese Aufnahme, die aus einer chinesischen Iljuschin heraus gemacht wurde, zeigt den Indischen Ozean in der Nähe des mutmaßlichen Absturzgebiets. Die Suchmannschaften verlassen sich mittlerweile stärker auf ihre Augen als auf Radaranlagen.

(Foto: imago/Xinhua)

Der malaysische Premierminister teilt mit, das verschollene Flugzeug sei über dem südlichen Indischen Ozean abgestürzt. Es gebe keinen Zweifel, dass niemand an Bord überlebt habe, so die Fluggesellschaft in einer SMS an die Angehörigen der Passagiere.

Die seit mehr als zwei Wochen verschollene Passagiermaschine der Malaysia Airlines ist nach Angaben des malaysischen Premierministers Najib Razak im südlichen Indischen Ozean abgestürzt.

Bei einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur sagte Razak, er habe Informationen der britischen Untersuchungsbehörde für Luftunfälle (AAIB) bekommen, nach denen das Satellitenunternehmen Inmarsat die Daten neu ausgewertet habe. Daraus gehe hervor, dass die malaysische Boeing nicht Richtung Norden geflogen sei, sondern auf dem südlichen Korridor unterwegs war. Frühere Analysen hatten zwei mögliche Flugrouten ergeben, einen nördlichen Korridor Richtung Kasachstan und einen südlichen aufs offene Meer hinaus.

Die letzte Position habe sich "mitten im Indischen Ozean" befunden, westlich der australischen Stadt Perth. "Dies ist eine abgelegene Position, weit entfernt von möglichen Landeplätzen", so Razak. "Ich muss Sie daher mit tiefer Trauer und tiefem Bedauern informieren, dass Flug MH370 nach diesen neuen Daten im südlichen Indischen Ozean endete."

"Niemand an Bord hat überlebt"

Zuvor hatte Malaysia Airlines die Angehörigen der Passagiere mit folgender SMS über den neuesten Stand der Ermittlungen informiert: "Malaysia Airlines bedauert zutiefst, dass wir ohne jeden vernünftigen Zweifel davon ausgehen müssen, dass MH370 verloren ist und dass niemand an Bord überlebt hat. Wie Sie in der nächsten Stunde vom malaysischen Premierminister hören werden, müssen wir nun akzeptieren, dass alle Anzeichen darauf hindeuten, dass das Flugzeug im südlichen Indischen Ozean abgestürzt ist."

Die Boeing 777 war am 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Personen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Über die Ursache der Kursänderung und des Absturzes gibt es nach wie vor keine Erkenntnisse. Bislang wurde auch noch kein Wrackteil geborgen. Allerdings wurde 2500 Kilometer südwestlich von Perth Treibgut geortet. Schiffe sollen die Teile bergen und untersuchen, ob es sich um Flugzeugteile handelt.

Schiff soll Fundstelle bald erreichen

Bis Dienstag soll ein Schiff der australischen Marine den Ort erreichen, an dem ein australisches Suchflugzeug zuvor zwei Teile ausgemacht hatte, die dicht unter der Wasseroberfläche schwammen. Bislang ist es den beteiligten Schiffen noch nicht gelungen, die von Satelliten oder von Flugzeugen aus georteten Teile in dem Gebiet tatsächlich zu finden. Wegen der starken Strömungen kann das Treibgut innerhalb weniger Tage Hunderte Kilometer zurücklegen oder auch untergegangen sein.

Die von den Australiern gefundenen Teile wurden als graues, rundes sowie orangefarbenes, rechteckiges Objekt beschrieben. Die Besatzung benötige am Dienstag möglicherweise die Hilfe eines weiteren Suchflugzeuges, sagte John Young vom australischen Seenotrettungsdienst Amsa.

Black Box verstummt nach 30 Tagen

Zuvor hatte ein chinesisches Militärflugzeug zwei große und mehrere kleine Teile im Ozean ausgemacht. Ein US-Militärflugzeug in dem Gebiet konnte diesen Fund jedoch nicht bestätigen. Da in den vergangenen Tagen auf Satellitenbildern und Luftaufnahmen immer mehr Treibgut entdeckt worden war, sind die Suchkräfte optimistisch, dass sie bald konkrete Hinweise auf das Schicksal der Boeing der Malaysia Airlines finden werden.

Die US-Marine brachte hochmodernes Gerät zur Lokalisierung der Flugschreiber in die Region. Die beiden Kästen - der Flugdatenschreiber und der Cockpit-Stimmenrekorder - senden ein Signal, mit dem sie geortet werden können. Nach etwa 30 Tagen könnten sie aber wegen schwacher Akkus verstummen. Die Hälfte der Zeit ist verstrichen.

Über die Ursache des Verschwindens des Flugzeugs gibt es nur Mutmaßungen. Sie reichen von technischen Problemen über Sabotage bis hin zu einer Entführung oder Selbstmord des Piloten.

Quelle: n-tv.de, hvo/rts

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