Panorama

Deutscher Brotpreis könnte steigen Große Dürre in USA dauert an

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Löschflugzeug über Cle Elum im Bundesstaat Washington.

(Foto: dpa)

Allein im Westen der USA lodern bereits 70 große Feuer. Entspannung ist nicht in Sicht - es bleibt heiß und trocken. Die Dürre hat nicht nur Folgen für die Landwirtschaft in den USA, sie lässt auch den Getreidepreis in Deutschland steigen. Damit könnte Brot hierzulande teurer werden.

Tausende Feuerwehrleute kämpfen in den USA gegen Dutzende Wald- und Buschbrände, die sich immer stärker ausbreiten. Nach Berichten des Senders CNN gab es am Mittwoch allein in 14 Bundesstaaten westlich des Mississippi 70 große Feuer. Die Flammen werden bei heißen Winden immer wieder neu entfacht und fressen sich angesichts extremer Dürre rasch vorwärts. Auch Menschen im nordwestlichen Bundesstaat Washington flohen vor den Flammen.

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Rauch steigt auf über den Bergen von Idaho.

(Foto: REUTERS)

Mehr als zwei Drittel der USA leiden seit Wochen unter massiver Trockenheit. Temperaturen von bis zu 40 Grad - in manchen Regionen sogar noch höher - bescheren den Feuerwehrleuten in ihrem Kampf gegen die Flammen immer wieder Rückschläge. Die Trockenheit hat auch schon Folgen für die Landwirtschaft, wie CNN berichtete. So litten viele Farmer unter der seit Wochen andauernden Dürre. In Louisiana sank der Wasserstand des Mississippis stark.

Brotpreis in Deutschland könnte steigen

Das könnte sich auch auf die deutschen Brotpreise auswirken: Angesichts der angespannten Lage auf den globalen Märkten müssen die deutschen Mühlen Getreide derzeit so teuer einkaufen wie noch nie in den vergangenen 25 Jahren. Die Preise für Brotgetreide seien nun in der Erntezeit um 25 bis 35 Prozent höher als vor zwölf Monaten, teilte der Verband Deutscher Mühlen mit.

Für die Branche zeichneten sich Mehrkosten beim Rohstoffeinkauf von 400 Millionen Euro ab, die in die Verkaufspreise einfließen müssten. Ob dies zu Preiserhöhungen bei Brot und Brötchen führen könnte, müssten die Bäcker kalkulieren.

Zwar beziehen die deutschen Mühlen 95 Prozent des Brotgetreides, vor allem Weizen und Roggen, aus dem Inland. Die Preise werden aber maßgeblich von den internationalen Getreidemärkten bestimmt, die wegen der extremen Dürre im wichtigen Anbauland USA angespannt sind. Wegen Ernteausfällen reichten die Weltgetreidevorräte derzeit für nur noch 69 Tage, erläuterte der Mühlenverband.

Hitze in den USA dauert an

Nach Angaben der US-Forstbehörde sind die Küstenstaaten Washington, Oregon und Kalifornien sowie Nevada, Utah und Idaho am stärksten von den Bränden betroffen. Mehrere Gemeinden seien bedroht. Nach Informationen des Senders CNN mussten sich im Bundesstaat Washington nahe Cle Elum 900 Menschen vor den Flammen in Sicherheit bringen. Hunderte Feuerwehrkräfte waren in dem Bundesstaat im Einsatz. Starke Winde schürten jedoch die Brände. Bilder zeigen Löschflugzeuge, die über große Areale von brennenden Wäldern fliegen.

Meteorologen sagen voraus, dass das heiße Wetter die Woche über anhalten wird. "Wenn uns Mutter Natur nicht hilft, dann werden wir noch eine Weile kämpfen müssen", zitierte CNN den Vertreter einer Feuerwehr in Washington.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa

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