Panorama

Französische Polizei ratlos Häftling spurlos verschwunden

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Die Polizei kommt zu spät zum Gefängnis: Der Schwerverbrecher Redoine Faïd ist auf der Flucht.

(Foto: REUTERS)

Ein berüchtigter Gangster flüchtet filmreif, mit einer Ladung Sprengstoff bombt sich Redoine Faïd aus einem französischen Gefängnis frei. Nach seiner Flucht vom Samstag ist er noch immer verschwunden. Nun läuft die weltweite Fahndung nach dem mutmaßlichen Raubmörder.

Nach der spektakulären Flucht eines berüchtigten Schwerverbrechers aus einem Gefängnis in Frankreich läuft die weltweite Fahndung an. Die internationale Polizeibehörde Interpol rief ihre 190 Mitgliedstaaten  auf, den als besonders gefährlich eingestuften Ausbrecher Redoine Faïd zu schnappen. Er hatte sich mit einer schier unglaublichen Aktion befreit.

Faïd hatte am Samstag in der Haftanstalt von Sequedin nahe Lille vier Wärter als Geiseln genommen und mit Sprengstoff fünf Gefängnistüren geöffnet. Seine Geiseln ließ der 40-Jährige später unverletzt frei. In Frankreich und im nahegelegenen Belgien lief sofort eine Großfahndung an. Zunächst war unklar, wie Faïd an Waffen und Sprengstoff gekommen war. Es wurde gemutmaßt, dass ein Besucher sie in die Haftanstalt geschmuggelt und Faïd zugesteckt hatte.

Faïd wird unter anderem für einen Raubüberfall im Mai 2010 verantwortlich gemacht, bei dem eine junge Polizistin getötet wurde. Nachdem er der Polizei monatelang entwischt war, wurde er im Juni 2011 gefasst. Im Jahr 2010 hatte der Mann bei einer Buchvorstellung im Fernsehen gestanden,  dass er sich durch Kinofilme für seine Raubüberfälle habe inspirieren lassen, insbesondere durch den Film "Heat" von Michael Mann. Damals trat er als reuiger Verbrecher auf. Nun gelang ihm wieder eine filmreife Aktion - welcher Streifen diesmal sein mögliches Vorbild war, ist noch unbekannt.

Quelle: n-tv.de, jtw/AFP

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