Panorama

Vor Urteil für Patientenmörder Högel-Anwältin fordert Freispruch in 20 Fällen

5d8623452187c5fca3c3f8643535b199.jpg

Högel steht kurz vor seinem nächsten Urteil.

(Foto: dpa)

Kurz vor dem Urteil von Patientenmörder Niels Högel fordert seine Verteidigerin in vielen Fällen einen Freispruch, weil man ihm einzelne Taten nicht beweisen könne. Dem ehemaligen Pfleger werden rund 100 Morde in zwei Krankenhäusern vorgeworfen.

Die Verteidigung des angeklagten Ex-Krankenpflegers Niels Högel hat in ihrem Plädoyer Straffreiheit in 20 Fällen gefordert. Verteidigerin Ulrike Baumann betonte in ihrem Schlusswort das positive Aussageverhalten ihres Mandanten. Ohne dieses wären viele Taten überhaupt nicht zur Anklage gekommen. "Weder wir noch Herr Högel leugnen, dass er in vielen Fällen der Täter ist. Dennoch kann er nur für Taten verurteilt werden, die er begangen hat, und nicht für Taten, die er begangen haben könnte", sagte Baumann.

Nach dem Plädoyer hat Högel die Möglichkeit für ein letztes Wort. Am Donnerstag soll das Urteil gesprochen werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Högel wegen 97 Morden eine lebenslange Freiheitsstrafe unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt. Nur in drei Fällen sah sie keine hinreichende Beweislage. Der 42 Jahre alte frühere Krankenpfleger soll von 2000 bis 2005 an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst Patienten mit verschiedenen Medikamenten zu Tode gespritzt haben. Wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation hatte das Landgericht Oldenburg den Deutschen bereits 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er sitzt in der JVA Oldenburg.

Der Fall von Patientenmörder Högel gilt als eine der größten Mordserien, die es in der Geschichte der Bundesrepublik gegeben hat. Auch die Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg stehen seitdem in der Kritik. Während des Prozesses hatte Högel zu den vorgeworfenen Fällen Stellung genommen. Zum Teil erklärte er, dass er sich nicht erinnern könnte.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

Mehr zum Thema