Panorama

Riga weiterhin unter Schock Hoffnung auf Überlebende sinkt

3f9r3636.jpg4840520779136056982.jpg

(Foto: dpa)

Der Einsturz eines Kaufhauses in Riga fordert dutzende Opfer. Die Rettungskräfte sind überfordert, denn die Reste der Kaufhalle drohen weiter einzubrechen. 54 Tote und viele Verletzte sind bisher geborgen. Die Chancen, Überlebende zu finden, stehen schlecht.

 Trotz schwindender Hoffnung haben lettische Rettungskräfte unter Lebensgefahr die Trümmer des eingestürzten Supermarktes nach Überlebenden durchkämmt. Die Chance, drei Tage nach der Katastrophe in Riga mit insgesamt 54 Toten noch Überlebende zu finden, ist "praktisch gleich Null", sagte der Leiter des medizinischen Notfalldienstes.

Um die Gefahr zu verringern, wollten die Einsatzkräfte mit kontrollierten Einstürzen arbeiten und die bis zu vier Meter dicke Trümmerdecke schichtweise abtragen, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Am Donnerstagabend waren drei Feuerwehrmänner ums Leben gekommen, als erneut Teile des Gebäudes einbrachen. Zuletzt hatten Helfer in der Nacht zum Freitag Verletzte geborgen. Wegen Einsturzgefahr hatten die Behörden am Samstagabend zeitweilig einen Stopp der Rettungsarbeiten angeordnet. In der Nacht zum Sonntag begannen Experten, die Gebäudestatik zu prüfen.

Unglücksursache noch unklar

Die Unglücksursache stand auch drei Tage nach dem schwersten Unglück in der Geschichte Lettlands seit 1991 nicht fest. Nach Angaben von Innenminister Rihards Kozlovskis gibt es Hinweise, dass gegen Bauvorschriften verstoßen wurde. Der lettische Polizeichef nannte drei mögliche Ursachen: Entweder sei der 2011 eröffnete Supermarkt falsch geplant worden, oder Baustruktur und Statik seien nicht in Ordnung gewesen. Auch Bauarbeiten auf dem Gebäude könnten die Katastrophe verursacht haben.

Die Behörden veröffentlichten am Sonntag eine Namensliste der Opfer. Noch immer wurden 19 der ursprünglich mehr als 30 Verletzten in Krankenhäusern behandelt. Unterdessen versammelten sich am Unglücksort erneut Angehörige und Menschen, die mit Blumen oder Kerzen ihre Trauer ausdrückten und sich Trost spendeten. Einige Anwohner, die die Helfer mit heißem Tee und Essen versorgten, hatten seit dem Unglück kaum geschlafen. "Solange es noch einen Funken Hoffnung gibt, hoffe ich und werde auch den Menschen weiter helfen", sagte der 16-jährige Helfer Vladislavs Grineviks.

In Lettland soll bis einschließlich Montag eine dreitägige Staatstrauer herrschen. An allen öffentlichen Gebäuden wurde die Nationalflagge mit Trauerflor auf halbmast gesetzt. Öffentliche Veranstaltungen wie Eishockeyspiele, Konzerte und Theatervorstellungen wurden abgesagt.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

Mehr zum Thema