Gesundheitsproblem im AllISS-Crew nach medizinischem Notfall zurück auf der Erde

Ein Besatzungsmitglied leidet an einem "ernsten gesundheitlichen Problem", die Nasa holt die Crew daraufhin zurück auf die Erde. Vor der US-Westküste landet die SpaceX-Raumkapsel sicher. Dem betroffenen Crewmitglied "geht es gut".
Erstmals sind vier Raumfahrer in einer Evakuierungsaktion aus medizinischen Gründen vorzeitig zur Erde zurückgekehrt: Eine Raumkapsel mit Mike Fincke und Zena Cardman aus den USA, dem Japaner Kimiya Yui und dem Russen Oleg Platonow landete am Donnerstag vor der Küste Kaliforniens im Pazifischen Ozean. Welches der vier Besatzungsmitglieder Gesundheitsprobleme hat und worin diese bestehen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa nicht mit.
Die Raumkapsel von SpaceX mit dem aus drei Männern und einer Frau bestehenden Team hatte am Mittwoch von der Internationalen Raumstation ISS abgedockt und landete am Donnerstag vor der Westküste der USA im Meer, wo sie umgehend aus dem Wasser gefischt wurde, bevor die vier ausstiegen und wie nach Missionen im All üblich zu medizinischen Checks gebracht wurden.
"Es ist schön, wieder zu Hause zu sein"
"Willkommen zu Hause", hieß es aus dem Kontrollzentrum in Houston. "Es ist schön, wieder zu Hause zu sein", antwortete US-Astronautin Cardman. Sie und ihre Kollegen waren 167 Tage im All und damit etwa einen Monat kürzer als geplant. Eigentlich hätten sie erst Mitte Februar zur Erde zurückkehren sollen.
Die Nasa hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die ISS-Crew aus medizinischen Gründen vorzeitig zur Erde zurückkehren werde. Weitere Angaben zu den genauen Hintergründen machte die Raumfahrtbehörde nicht.
Dem betroffenen Crewmitglied "geht es gut", sagte Nasa-Verwaltungschef Jared Isaacman nach der Rückkehr der vier am Donnerstag. Das Besatzungsmitglied leide an einem "ernsten gesundheitlichen Problem", das aber nichts mit der Schwerelosigkeit zu tun habe, sondern auch auf der Erde hätte auftreten können, betonte er.
Vier Astronauten seit 1. August auf der ISS im Einsatz
Crew-Leiter Fincke hatte Anfang der Woche versichert, allen an Bord der ISS gehe es "gut". Die Besatzung habe sich bewusst für die Rückkehr zur Erde entschieden, wo "die notwendigen medizinischen Untersuchungen" vorgenommen werden könnten und "alle diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen": "Es ist die richtige Entscheidung, auch wenn sie uns etwas Wehmut bereitet."
Die vier Raumfahrer waren seit dem 1. August auf der ISS im Einsatz. Nach ihrer Evakuierung halten nun der US-Astronaut Chris Williams und die russischen Kosmonauten Sergej Kud-Swertschkow und Sergej Mikajew die Stellung auf der internationalen Raumstation. Sie waren im November auf der ISS eingetroffen.