Panorama

Tornadorisiko, Hagel, Gewitter Im Osten ziehen nächste Unwetter heran

Hagel und Starkregen haben seit Montag vielerorts Schäden angerichtet. Vor allem Bayern und Sachsen durchlebten sintflutartige Momente. Nun drohen im Osten Deutschlands ebenfalls Unwetter - auch Tornados sind möglich.

Auch am heutigen Dienstag kann es ähnlich wie am Montag zu Unwettern in Teilen Deutschlands kommen. Grund ist weiterhin, dass Tief "Jörn" genau über dem Land liegt und auf seiner Vorderseite sehr warme bis heiße Luft nordwärts führt, sagt n-tv Wetterexperte Björn Alexander. Damit werden im Osten Tageshöchstwerte zwischen 27 und 33 Grad erwartet. Ganz anders sieht es dagegen in der Westhälfte aus. "Denn auf der Rückseite von 'Jörn' wurde kühlere Luft nach Süden transportiert und die lässt bis herunter an den ansonsten so wärme- und sonnenverwöhnten Oberrhein nur Höchstwerte von 18 bis 22 Grad zu", so Alexander. Der Vorteil sei aber, dass in der kühleren Luft die Unwettergefahr vergleichsweise gering ist.

Björn Alexander

n-tv Wetterexperte Björn Alexander warnt vor Unwettern im Osten des Landes.

In der Osthälfte Deutschlands sind demnach vor allem nachmittags und abends Schwergewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Auch das Tornadorisiko ist bei dieser Wetterlage weiterhin erhöht. Und ähnlich wie bei den gestrigen Unwettern im Süden Deutschlands kann es wieder schweren Hagel geben. "Die größte Unwettergefahr besteht aus derzeitiger Sicht in den Bereichen von Nordbayern nach Thüringen und Sachsen sowie herauf in den Süden von Sachsen-Anhalt und nach Brandenburg", sagt der Wetterexperte.

In der Nacht sind bereits Gewitter mit starken Regen- und Hagelschauern über den Süden und Osten Deutschlands gezogen. In Bayern gab es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) dazu Orkanböen von bis zu 120 Kilometern je Stunde und große Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern.

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In der Nacht zog ein Gewitter auch über Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hier seien auch die Blitze besonders stark gewesen. In mehreren Orten im Großraum München seien durch den Hagel Autoscheiben und Dachfenster zu Bruch gegangen, sagten Sprecher von Polizei und Feuerwehr. Häuser stünden unter Wasser. Im Stadtgebiet von München wurden rund 550 Einsätze gezählt.

Waldbrand bei Jüterbog ist inzwischen gelöscht

Laut Deutscher Bahn kam es zwischen Landshut und München durch Bäume auf den Gleisen zu Einschränkungen. Die Züge konnten jedoch Umleitungen fahren. Deswegen gab es auch im Fernverkehr bis in die frühen Morgenstunden keinen kompletten Ausfall. Zu leichten Verzögerungen kam es im Güterverkehr zwischen Berlin und Dresden.

Stark betroffen von den Unwettern war auch Sachsen. Im Süden des Bundeslandes fielen 30 bis 50 Liter Regen pro Stunde. Der DWD registrierte über Radargeräte Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Im Erzgebirgskreis meldete die Polizei mehrere überflutete Straße. Diese seien zwischenzeitlich nicht passierbar gewesen, hieß es bei der zuständigen Polizeidirektion in Chemnitz.

Weniger schlimm war die Lage in weiten Teilen Norddeutschlands. Im Kreis Oldenburg und Bremen gab es jedoch auch größere Regenmengen. Auch in Nordrhein-Westfalen war es im Vergleich zu Ost und Süd eher ruhig. In Mönchengladbach liefen allerdings Straßen über und Keller voll.

Gelöscht ist der große Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe Jüterbog in Brandenburg: Die sogenannte Großschadenslage wurde aufgehoben, wie der Landkreis Teltow-Fläming mitteilte. Seit Tagen hatten die Einsatzkräfte gegen die Flammen des Großbrandes gekämpft.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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