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Mutmaßlicher Amokläufer vor Gericht James Holmes droht Giftspritze

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Im August beginnt die Hauptverhandlung gegen James Holmes.

(Foto: AP)

Es ist acht Monate her, dass James Holmes in einen Kinosaal stürmt und 12 Besucher erschießt. Der Prozess gegen den 25-Jährigen geht nun in die entscheidende Phase. Für den Staatsanwalt ist die Sache klar. Der Amokläufer soll durch die Giftspritze sterben.

Dem mutmaßlichen US-Kino-Amokläufer von Aurora droht voraussichtlich die Todesstrafe. Wie der Sender CNN zu Beginn der Gerichtsanhörung in Centennial im Bundesstaat Colorado berichtete, hat die Staatsanwaltschaft gegen den Angeklagten James Holmes die Todesstrafe gefordert. "In dieser Sache bedeutet Gerechtigkeit für James Holmes den Tod", erklärte Staatsanwalt George Brauchler.

Der 25-jährige Angeklagte habe darauf keinerlei Reaktionen gezeigt, berichtete die "Denver Post". Die Todesstrafe ist in Colorado eine große Seltenheit. Seit 1976 wurde lediglich ein einziger Verurteilter tatsächlich hingerichtet. Laut Gesetz sollen Verurteilte dort durch die Giftspritze sterben. Überraschend gab Distriktsrichter William Sylvester den Fall ab. Ein Prozess, bei dem es um die Todesstrafe geht, würde ihm zu viel Zeit rauben, so seine Begründung. Er benannte als Richter Carlos Samour.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft einen Vergleich mit Holmes abgelehnt: Dieser wollte sich nach Angaben seiner Anwälte schuldig bekennen - falls die Staatsanwaltschaft im Gegenzug auf die Todesstrafe verzichtet. Dass Holmes der Schütze im Kino war, wird in dem Verfahren von keiner Seite infrage gestellt. Sollte es zu keinem Vergleich kommen, wollen die Anwälte laut der "Denver Post" in einem Prozess auf Unzurechnungsfähigkeit ihres Mandanten plädieren.

Zugleich verkündete das Gericht: Das Hauptverfahren beginnt erst am 3. Februar 2014 - sieben Monate später als geplant. Es soll insgesamt vier Monate dauern. Experten rechnen mit einem langen und schwierigen Prozess. Im Zentrum dürfte der Streit stehen, ob der ehemalige Student, der psychische Probleme hatte, tatsächlich schuldfähig ist. Auch die Eltern des Angeklagten waren im Gerichtssaal dabei.

Der Fall hatte seinerzeit ganz Amerika erschüttert. Holmes wird beschuldigt, in der Nacht zum 20. Juli 2012 bei der Premiere des neuen "Batman"-Films in einem Kino in Aurora nahe Denver wahllos um sich gefeuert zu haben. Bei dem Blutbad wurden zwölf Menschen getötet und 70 weitere verletzt. Holmes wurde wegen zwölffachen Mordes und vielfachen versuchten Mordes angeklagt. Außerdem muss er sich wegen des Besitzes von Sprengstoff und Brandbeschleuniger verantworten, mit denen er seine Wohnung präpariert hatte.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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