Panorama

Ebola nun auch im Kongo Japan stellt Arznei in Aussicht

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Toyama Chemical setzt auf Avigan im Kampf gegen Ebola.

(Foto: AP)

Ist das die Lösung? Japan ist bereit, im Kampf gegen Ebola ein Grippe-Medikament zur Verfügung zu stellen. Offenbar half es bereits mit Ebola infizierten Mäusen. Inzwischen ist die Epidemie im fünften afrikanischen Land ausgebrochen.

Japan will im Kampf gegen die Ebola-Epidemie ein neues Medikament zur Verfügung stellen. Sollte es eine entsprechende Anfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geben, sei man bereit, das Grippemittel Favipiravir zu liefern, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga.

Das von dem Unternehmen Toyama Chemical, Tochter des Konzerns Fujifilm, entwickelte Präparat, das auch unter der Bezeichnung T-705 und dem Produktnamen Avigan geführt wird, ist in Japan gegen Influenza zugelassen. In einer kürzlich von deutschen Forschern veröffentlichten Studie hatte es auch mit Ebola infizierten Mäusen geholfen. Die WHO wie auch andere Länder hätten sich bereits danach erkundigt, sagte ein Sprecher von Toyama in Tokio.

Unterdessen werden immer mehr Ebola-Fälle bekannt. Nach vier westafrikanischen Ländern gab auch die im Zentrum des Kontinents gelegene Demokratische Republik Kongo erste Erkrankungen bekannt. Nach Angaben der WHO befinden sich Experten auf dem Weg in die abgelegene Region des Landes, in der die Infektionen auftraten. Neben dem Kongo sind Ebola-Fälle in Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria bekannt.

Wie der kongolesische Radiosender Okapi berichtet, wurden zwei von acht Menschen, die in der nordwestlichen Provinz Equateur an starkem Fieber litten, positiv auf Ebola getestet. Der WHO zufolge leben sie in dem abgelegenen Dorf Boende. Spezialisten des Landes hätten mitgeteilt, dass es sich um einen anderen Ebola-Stamm als in den vier westafrikanischen Ländern handele. Kongolesische Experten, WHO-Mitarbeiter und Vertreter von Partnerorganisationen seien auf dem Weg in den Ort. Die WHO betonte, das Land habe große Erfahrung mit Ebola. Es ist offenbar der siebte Ausbruch in dem Land, seit das Virus 1976 - ebenfalls im heutigen Kongo - entdeckt worden war.

Die Virusinfektion, die mit schwerem Fieber und Blutungen einhergeht, verläuft sehr schnell und endet in den meisten Fällen tödlich. In den vergangenen Monaten starben nach offiziellen Angaben mindestens 1427 Menschen daran. In Sierra Leone erkrankte erstmals auch ein WHO-Mitarbeiter an Ebola.

Verzweifelter Kampf gegen Epidemie

In Westafrika kämpfen die Staaten inzwischen mit rigorosen Maßnahmen gegen die Epidemie. Nach Medienberichten soll das Verstecken von Ebola-Kranken in Sierra Leone unter Strafe gestellt werden. Das Verbergen eines Infizierten werde mit mindestens zwei Jahren Haft geahndet, berichtet die Zeitung "Awoko".

Ärzte in Nigeria, die mehr als zwei Monate gestreikt hatten, wollen wegen der Ebola-Epidemie an diesem Montag an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Das teilte die Ärztekammer des Landes mit. Die Ärzte hätten sich entschlossen, ihren Streik im Interesse der öffentlichen Gesundheitsversorgung vorerst einzustellen.

Als erster britischer Ebola-Patient wird seit diesem Montag ein Krankenpfleger in einer Londoner Klinik behandelt. Der 29-jährige William Pooley hat sich während seines Einsatzes als freiwilliger Helfer im westafrikanischen Land Sierra Leone mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert. Er wurde mit einer speziell für Seuchenfälle ausgestatteten Maschine der britischen Luftwaffe nach London gebracht. Pooley wird in der streng isolierten Seuchenabteilung des staatlichen Royal Free Hospital im nördlichen Londoner Stadtbezirk Hampstead behandelt, wie das Krankenhaus bestätigte.

Der Brite ist der zweite an Ebola erkrankte Europäer, der aus Afrika zur Behandlung in seine Heimat geflogen wurde. Mitte August war der spanische Priester Miguel Pajares in Madrid der Krankheit erlegen. Der Spanier hatte in Sierra Leones Nachbarland Liberia in einem Krankenhaus als Pfleger gearbeitet.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP/dpa