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Autor ist sich sicher "MH370 wurde abgeschossen"

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Von der Boeing fehlt noch immer jedes Spur.

REUTERS

Der Absturz der malaysischen Passagiermaschine Anfang März ist ein Rätsel. Folgerichtig nennt ein findiger Autor sein Buch zum Thema "Flight MH370 - The Mystery" - und stellt darin abenteuerliche Hypothesen auf.

Derzeit ist die Suche nach dem Anfang März spurlos verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeug unterbrochen. Das U-Boot, von dem der entscheidende Durchbruch erwartet wird, ist kaputt. Doch solange vom Wrack der Boeing 777 jede Spur fehlt, wird über das Schicksal des Flugzeugs und der 239 Menschen an Bord weiter spekuliert.

Eine besonders gewagte These bringt nun der britische Autor Nigel Cawthorne ins Spiel. Sein Buch "Flight MH370 - The Mystery" erscheint laut "Daily Mail" nur 71 Tage nach dem Verschwinden des Flugzeugs. Cawthorne war bisher vor allem durch eine Reihe von Büchern bekanntgeworden, die sich mit dem Sexleben von Päpsten, US-Präsidenten oder Hollywood-Göttinnen befassen. Nun fühlt er sich berufen, aufzuklären, warum MH370 abstürzte.

Cawthorne behauptet, das Flugzeug könnte über dem Südchinesischen Meer abgeschossen worden sein. Das Missgeschick sei bei einer gemeinsamen Übung der US-Armee und der thailändischen Streitkräfte passiert. Um diese Tatsache zu vertuschen und die eigenen Spuren zu verwischen, seien die Suchtrupps und Rettungskräfte dann gezielt in die falsche Richtung geschickt worden. Der Autor führt einen Augenzeugen an, der genau zu der Zeit, als das Transpondersignal des Flugzeugs verstummte, von einer Bohrinsel aus ein brennendes Flugzeug gesehen haben will. Das Ganze soll sich natürlich ganz in der Nähe des Manövergebietes abgespielt haben.

Die Abschusstheorie geisterte schon unmittelbar nach dem Verschwinden von MH370 herum. Die Kommunikation zwischen den Anrainerländern des Unglücksgebietes ist aufgrund territorialer Streitigkeiten untereinander nicht besonders gut. Dass das thailändische Militär länger als eine Woche wartete, um Satellitenbilder zu veröffentlichen, die MH370 beim Umkehren zeigen, trug auch nicht gerade zur Vertrauensbildung bei. Letztlich fanden sich aber weder für einen Raketentreffer noch für einen Abschuss durch eine Militärmaschine Beweise.

Ein paar Dollar mehr

Außerdem erhebt Cawthorne in seinem Buch den Vorwurf, dass sich nun die Sparsamkeit von Malaysian Airlines räche. Der Autor behauptet, wenn die Fluggesellschaft nur wenige US-Dollar mehr ausgegeben hätte, hätte man bei der Suche auf detailliertere Fluginformationen zurückgreifen können. So sei nur ein minimales Datenpaket übertragen und das Flugzeug nicht gefunden worden.

Inzwischen forderte auch Malaysias Regierungschef Najib Razak eine lückenlose Überwachung von Flugzeugen am Himmel. Im "Wall Street Journal" schlug Najib vor, die Position der Maschinen während der gesamten Flugroute zu registrieren. Außerdem sollten Kommunikationssysteme an Bord nicht abschaltbar sein.

MH370 war am 8. März mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Es dauerte zwei Wochen, bis klar war, dass die Maschine noch stundenlang weiterflog, allerdings Richtung Süden. Keines der Kommunikationssysteme an Bord funktionierte mehr. Ob sie absichtlich ausgestellt wurden oder ein technischer Defekt vorlag, weiß niemand. Es liegt immer noch völlig im Dunkeln, was sich an Bord abgespielt hat. Die Boeing dürfte im Indischen Ozean abgestürzt sein, als das Benzin ausging. Bis heute fehlt aber jede Spur von dem Wrack. Und auch Nigel Cawthorne hat keine Beweise, die Aufschluss darüber geben, was tatsächlich mit MH370 geschehen ist.

Quelle: n-tv.de, sba

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