Panorama

Schusswechsel mitten in Berlin Maskierte Täter fliehen nach Überfall

Erneuter Überfall mitten in Berlin: Nur eine Woche nach einem Angriff auf eine Bank in Neukölln haben es maskierte Täter nun auf eine Filiale in Wilmersdorf abgesehen. Doch bei ihrem Angriff treffen sie auf Sicherheitspersonal, es fallen Schüsse, eine Person wird verletzt.

Mehrere Täter haben am Vormittag gegen 9.30 Uhr in Berlin-Wilmersdorf versucht eine noch geschlossene Bankfiliale zu überfallen. Mit einem Auto wollten sie offenbar in die Filiale gelangen. Es fallen mehrere Schüsse, als zwei Sicherheitsleute einschreiten, wie Polizeisprecher Thilo Cablitz später am Tatort in der Detmolder Straße berichtet. Einer der Wachleute ist dabei verletzt worden. Der angeschossene Sicherheitsdienstmitarbeiter wird nach einer ersten Versorgung vor Ort im Krankenhaus behandelt, Lebensgefahr besteht nicht, wie es von der Feuerwehr hieß.

Bevor die Täter zu Fuß geflüchtet sind, haben sie noch das Fahrzeug in Brand gesetzt, mit dem sie sich über den Hof Zugang zur Filiale verschaffen wollten. Ein Zeuge sagte der "Berliner Zeitung" (online), es habe einen lauten Knall gegeben. Laut "RBB" soll es sich um drei maskierte Angreifer gehandelt haben. Ob die Täter Beute machten, war zunächst ebenfalls unklar. Ebenso stellt sich die Frage, wie sie ihr Fahrzeug - laut Polizeisprecher Cablitz eine Art Transporter - einsetzen wollten? Wer hat geschossen und wie oft?

Ermittler prüfen nun, ob Überwachungskameras die Tat aufgezeichnet haben. Kriminaltechniker nehmen sich den zurückgelassenen Wagen vor. Wie stark er - und damit mögliche Spuren - durch die Flammen zerstört wurde, war nicht bekannt. Allerdings konnten Polizisten den Brand bereits vor Eintreffen der Feuerwehr löschen, wie die Feuerwehr schildert. Beamte hören außerdem Aussagen von Zeugen. Aus der Luft macht eine Drohne Aufnahmen. Experten interessieren sich zudem etwa für Glassplitter, die Auskunft darüber gäben, in welche Richtung Glas zerstört wurde, so Sprecher Cablitz.

Mit allen Informationen zusammengenommen versuche man, sich ein Bild der Abläufe zu machen. Cablitz vergleicht die Situation mit einem Mosaik. Die vielen verschiedenen Zeugenaussagen müssten mit dem Spurenbild abgeglichen werden. In den ersten Minuten nach dem Überfall sind viele Spekulationen am Tatort zu hören. So spricht selbst ein Sprecher der Feuerwehr zunächst von einem Einsatz wegen eines brennenden Geldtransporters. Laut Polizei war aber kein Geldtransporter vor Ort.

Bankfiliale wohl nicht zufällig gewählt

"Die Männer sind aktuell flüchtig", twittert die Polizei. Die Bankfiliale dürfte mit Blick auf Fluchtwege nicht ganz zufällig ausgewählt worden sein: In unmittelbarer Nähe gibt es eine Autobahnauffahrt und auch Möglichkeiten, per U-Bahn zu entkommen. Die Sprecherin der Bank, Frauke van Bevern, zeigt sich erleichtert: "Bislang sehen wir nur Sachschaden", sagt sie. Zwei Angestellten, die vor der Öffnung der Filiale um 10 Uhr bereits vor Ort waren, gehe es den Umständen entsprechend gut. Ihnen werde eine psychologische Betreuung angeboten. Auch die Banksprecherin sagt, es sei unklar, ob Geld abhanden kam.

Mitte Juni war es an fast identischer Stelle bereits zu einem Überfall auf einen Transporter gekommen. Wie die "B.Z." und die "Bild"-Zeitung berichteten, sollen die Täter dabei eine halbe Million Euro erbeutet haben. In der vergangenen Woche hatte es derweil einen versuchten Raubüberfall in Neukölln gegeben. Vier Menschen stürmten eine Bankfiliale, versprühten Reizgas und verletzten zwölf Menschen, flohen jedoch ohne Beute.

200 Einsatzkräfte waren beteiligt, unter anderem an einer aufwendigen Durchsuchung des Gebäudes. Von einer Häufung solcher Vorfälle könne man nicht sprechen, sagt Polizeisprecher Cablitz wenige Stunden nach dem neuen Fall. Er verwies auch auf unterschiedliche Vorgehensweisen der Täter. Ein Zusammenhang werde aber selbstverständlich geprüft. "Wir sind nicht naiv." Zu der Tat vom Freitag gehe die Polizei aktuell den umfangreich gesicherten Spuren nach.

Quelle: ntv.de, tno/AFP/dpa