Panorama

Ermittlungen und Trauer München steht noch unter Schock

Die konkrete Gefahr ist gebannt, aber noch ist in München kaum etwas wie an einem normalen Samstag. Im Olympia-Einkaufszentrum bleiben die Läden geschlossen, statt dessen laufen hier Ermittlungen. Auch im Rest der Stadt ist die Polizeipräsenz weiter hoch.

Am Morgen nach der Bluttat von München ist in der bayerischen Landeshauptstadt wieder Ruhe eingekehrt. Die Polizei gab bereits in der Nacht Entwarnung. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung mehr. Der öffentliche Nahverkehr ist wieder in Betrieb, wie die Münchener Polizei am Morgen über Twitter mitteilte. Nur der U-Bahnhof am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) wird demnach weiterhin weder von U-Bahnen noch von Bussen angefahren.

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Am Zugang zur U-Bahnstation Olympia-Einkaufszentrum legen Menschen Blumen nieder.

(Foto: dpa)

Am OEZ hatte der mutmaßliche Täter, ein 18-jähriger Deutsch-Iraner, am frühen Freitagabend kurz vor 18.00 Uhr das Feuer eröffnet, ehe er sich offenbar selbst das Leben nahm. Zehn Menschen einschließlich des Täters sind tot, 16 weitere waren in der Nacht noch im Krankenhaus. Drei von ihnen gelten als schwerverletzt.

Im gesamten Münchner Stadtgebiet ist die Polizei sehr präsent. Anwohner können inzwischen in ihre Häuser zurückkehren. Der Tatort sei jedoch noch immer weiträumig abgesperrt, berichten n-tv Reporter von dort. Die Ermittlungen vor Ort dauerten an, sagte ein Polizeisprecher. Weitere Einzelheiten wollte er aus "ermittlungstaktischen Gründen" nicht nennen. Menschen legten an dem Einkaufszentrum Blumen nieder und stellten Kerzen auf.

Seit Mitternacht rollt auch wieder der Bahnverkehr, nachdem dieser eingestellt worden war. Etwa 300 Züge und Tausende Passagiere seien betroffen gewesen, sagte der Sprecher. Die Züge - darunter S-Bahnen, Regional- und Fernzüge - hätten in anderen Bahnhöfen angehalten. In einigen Bahngebäuden seien zum Beispiel Feldbetten aufgestellt worden. Wie viele Menschen die Übernachtungsmöglichkeiten genutzt hätten, könnten sie nicht sagen, erklärte der Bahnsprecher. "Heute Morgen lief alles wieder planmäßig an." Es gebe keine Verspätungen mehr.

*Datenschutz

Nachdem am Samstag aus Sicherheitsgründen mehrere größere Veranstaltungen abgesagt oder abgebrochen wurden, gebe es nun nach Identifizierung des mutmaßlichen Schützen kein Absagegrund mehr, sagte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä in der Nacht. Allerdings obliege es den Veranstaltern aus Pietätsgründen dennoch darauf zu verzichten. Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte auf Twitter, es sei ein Tag der Trauer. Deshalb seien auch alle städtischen Feste und Feiern für das gesamte Wochenende abgesagt. Dem hätten sich viele private Veranstalter angeschlossen.

Neuer Stand am Mittag

Im Stadtteil Maxvorstadt durchsuchte die Polizei mit einem Großaufgebot am Morgen ein Mehrfamilienhaus. Ein Spezialeinsatzkommando rückte Medienberichten zufolge mit Panzerwagen, Nachtsichtgeräten und Spürhunden an. Nicht bestätigen wollte die Polizei zunächst, dass der Einsatz der Wohnung des Täters oder der Wohnung von dessen Vater galt. Einzelheiten zum Ermittlungsstand wollte die Polizei im Laufe des späten Vormittags mitteilen.

Die Ermittler bestätigten, dass es sich bei einem Mann, der auf einem im Internet kursierenden Video auf einem Parkdeck zu sehen ist, um den Täter handeln könnte. Polizeipräsident Hubertus Andrä rief die Bevölkerung auf, den Ermittlern mögliche weitere Handy-Videos vom Tatort zur Verfügung zu stellen. Dazu wurde eine spezielle Upload-Seite eingerichtet.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa