Panorama

Befragung unter Schülern Netz-Attacken sind an der Tagesordnung

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Mobbing verlagert sich zunehmend in die digitale Welt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Studie zeigt, dass rund ein Drittel aller Schüler von Cybermobbing betroffen ist. Zwar sind besonders verletzende Attacken vergleichsweise selten, das Spektrum der Angriffe ist jedoch breit gefächert - eine Unterscheidung von Tätern und Opfern oftmals schwierig.

Ein Drittel der Schüler ist laut einer Umfrage von Mobbing-Attacken im Netz betroffen. Das geht aus einer Studie der Universitäten Münster und Hohenheim mit mehr als 5600 Schülern an 33 Schulen im süddeutschen Raum hervor. Das Spektrum reicht demnach von beleidigenden Mails über das Hochladen von peinlichen Videos bis hin zum Online-Pranger über Facebook. Die Studie zeigt den Forschern zufolge aber auch, das besonders verletzende Formen des Cybermobbings vergleichsweise selten sind.

Am weitesten verbreitet sind der Umfrage zufolge beleidigende Nachrichten. 14,5 Prozent der Befragten gaben an, beleidigende Nachrichten zu schreiben. In 7,9 Prozent der Fälle wurden vertrauliche Informationen an Dritte weitergeleitet. Für die breite Öffentlichkeit zugängliche Formen von Cybermobbing wie das Hochladen peinlicher Bilder und Videos bei YouTube kommen dagegen eher selten vor (1,9 Prozent).

Bei den Opfern von Cybermobbing zeigt sich ein ähnliches Bild: Beleidigungen, das Weiterleiten vertraulicher Informationen und das Verbreiten von Gerüchten sind die am häufigsten berichteten Erfahrungen.

Kaum eindeutige Zahlen

Laut Studie ist eine klare Unterscheidung zwischen Tätern und Opfern nicht immer möglich. Viele Jugendliche berichteten, dass sie selbst Opfer wurden, gleichzeitig aber auch andere über das Internet gemobbt haben. Etwa ein Drittel der Betroffenen gehört zu dieser "Täter/Opfer"-Kategorie, während sich der Rest der Betroffenen jeweils zur Hälfte auf die Täter- und die Opfer-Gruppe verteilt.

Cybermobbing ist zwar bereits bei jüngeren Schülern ein bekanntes Phänomen, doch es nimmt mit den Klassenstufen deutlich zu. Während in der siebten Klassenstufe rund acht Prozent der Schüler als Cybermobbing-Täter gelten können, steigt der Anteil danach deutlich an und liegt in der zehnten Jahrgangsstufe bei über 14 Prozent. Die Befragung ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts "Cybermobbing an Schulen".

Bisherige Umfragen kommen bei der Bestimmung der Häufigkeit von Cyber-Mobbing-Fällen zu teils stark abweichenden Ergebnissen. In anderen Untersuchungen wurde die Zahl der Mobbing-Opfer deutlich niedriger angegeben.

Quelle: n-tv.de, AFP

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