Panorama

"Zuhälterlimousinen" bei Behinderten Polizei befragt Diakonie-Direktor

Eine Zeitung berichtete zuerst, es sollen "schwarze Zuhälterlimousinen" vor den Toren der größten Behinderteneinrichtung Niedersachsens gesichtet worden sein. Bewohner hätten so ihr knappes Taschengeld aufgebessert, heißt es. Die Polizei nimmt Ermittlungen auf.

Der möglichen Prostitution von Behinderten aus einer kirchlichen Einrichtung geht die Polizei in Hildesheim nach. "Wir gucken im Moment, ob es solche Fälle gibt", sagte Hildesheims Kripo-Chef Gerd Schomburg. Dazu seien am Wochenende Zeugen befragt worden, darunter auch den Direktor der Diakonie sowie die Leiterin der entsprechenden Wohngruppe. Zu den Ergebnissen dieser Befragungen wollte sich die Kripo nicht äußern.

Die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung" hatte berichtet, dass Behinderte sich immer wieder Freiern angeboten haben sollen, um ihr Taschengeld aufzubessern. Bewohner der Behinderteneinrichtung Diakonie Himmelsthür sollen dem Bericht zufolge von "schwarzen Zuhälterlimousinen" abgeholt worden sein.

Sollten sich die Fälle bewahrheiten, ginge es um den Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs Widerstandsunfähiger, sagte Schomburg. Die Diakonie Himmelsthür will eng mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten, wie es in einer schriftlichen Erklärung heißt: "Eine sofort begonnene interne Untersuchung hat bisher keine Anhaltspunkte für die geschilderten Fälle ergeben."

Die Diakonie Himmelsthür ist die größte Einrichtung für behinderte Menschen in Niedersachsen.

Quelle: ntv.de, rpe/dpa