Panorama

Razzia bei Rockerbanden Polizei findet Haschischplantage

Die Beamten suchen vor allem nach Waffen und Material, das ihnen Aufschluss über die jüngsten brutalen Auseinandersetzungen zwischen "Hells Angels" und "Bandidos" geben soll. Doch dann finden sie eine riesige Anzahl von professionell angebauten Cannabis-Pflanzen.

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Die Polizei traf auf viele alte Bekannte.

(Foto: dpa)

Nach einer Auseinandersetzung zwischen Rockerclubs mit zwei lebensgefährlich Verletzten haben Polizisten bei einer Großrazzia in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Clubräume sowie Wohnungen von mutmaßlichen Anführern durchsucht. Bei der Aktion am Mittwochabend seien Objekte in Düsseldorf, Oberhausen, Langenfeld und Solingen durchsucht worden, teilte die Polizei in Mönchengladbach mit. Rund 500 Beamte waren im Einsatz, fünf Menschen wurden wegen des Verdachts auf Rauschgiftbesitz festgenommen.

In Düsseldorf stieß die Polizei auf eine riesige Haschisch-Plantage. In einem alten Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg seien mindestens 4000 Cannabis-Pflanzen angebaut worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Rocker hätten ein asiatisches Gärtnerteam angeheuert, das sich rund um die Uhr um die Pflanzen gekümmert habe. Es sei eine der größten Cannabis-Plantagen, die in Nordrhein-Westfalen bislang entdeckt worden sei. Der Bunker dient dem Rockerclub "Clan 81" als Hauptquartier, der den "Hells Angels" zugerechnet wird.

Lebensgefährliche Rivalität

Die Behörden ermitteln gegen Mitglieder der konkurrierenden Rockerclubs "Hells Angels" und "Bandidos" und ihrer Unterstützervereinigungen, weil sie im Januar in Mönchengladbach aneinandergeraten waren. Bei den Kämpfen zwischen rund hundert Beteiligten waren vier Rocker durch Stich- und Schnittwunden verletzt worden, zwei lebensgefährlich. Diese beiden Fälle wertet die Staatsanwaltschaft als versuchte Tötungsdelikte. Ansonsten ermittelt sie wegen Landfriedensbruchs. Bereits im Februar gab es wegen der Taten eine Razzia in Köln, Leverkusen und Duisburg.

Bei der neuerlichen Durchsuchung stellten die Beamten nach eigenen Angaben 74 Beweisstücke sicher und nahmen die Personalien von fast hundert Menschen auf. 15 mutmaßliche Rocker wurden erkennungsdienstlich behandelt. An den Aktion waren wegen der potenziellen Gefährlichkeit der Rocker auch Spezialeinsatzkräfte (SEK) beteiligt. Die Razzien verliefen laut Polizei jedoch störungsfrei.

Rockerclubs wie die "Hells Angels" und "Bandidos" sind nach Erkenntnissen der Ermittler in vielen Städten in organisierte kriminelle Aktivitäten verwickelt. Sie konkurrieren daher untereinander um Macht- und Einflusszonen. Es kam immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Seit mehreren Jahren gehen die Sicherheitsbehörden in verschiedenen Bundesländern verstärkt gegen die Clubs vor. Mehrere regionale Ableger wurden von Innenministerien verboten und aufgelöst, weil sie nur zum Zweck der Begehung von Straftaten bestanden.

Quelle: ntv.de, AFP