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Taucher haben die Elbe an mehreren Stellen abgesucht, auch hier bei Winsen-Drage.
Taucher haben die Elbe an mehreren Stellen abgesucht, auch hier bei Winsen-Drage.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 31. Juli 2015

Vermisste Familie: Polizei hält Familiendrama für denkbar

Das Rätsel um die verschwundene Familie aus dem niedersächsischen Drage steht womöglich kurz vor der Aufklärung. Die Polizei glaubt, dass es sich bei der Wasserleiche vom Elbufer in Lauenburg um den Vater handeln könnte. Dafür sprächen Indizien.

Nach dem Fund einer Wasserleiche in der Elbe hofft die Polizei in Niedersachsen auf Erkenntnisse zum Schicksal einer seit einer Woche verschwundenen dreiköpfigen Familie aus Drage. Derzeit sprächen "einige Indizien" dafür, dass es sich um den 41-jährigen Familienvater handele, erklärten die Ermittler.

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Eine eindeutige Identifizierung stehe allerdings noch aus und könne erst durch eine Obduktion erfolgen. Diese war den Angaben zufolge noch für Freitagabend geplant. Die "Bild"-Zeitung meldete, unweit des Fundortes sei das Fahrrad des 41-Jährigen entdeckt worden. Die Polizei bestätigte aber nur, dass in der Nähe ein Fahrrad gefunden wurde.

Sollte es sich bei dem Toten tatsächlich um den Vater handeln, bekämen die Ermittlungen in dem Fall eine "konkrete Richtung", teilten die Beamten weiter mit. "Ein erweiterter Suizid wird damit wahrscheinlicher."

Als erweiterten Suizid bezeichnet die Polizei Taten, bei denen ein Mensch ihm nahestehende Personen tötet, bevor er sich selbst umbringt. Demnach gehen die Beamten anscheinend eher nicht von einem Gewaltverbrechen durch Dritte aus.

Spürhunde und Hubschrauber im Einsatz

Nach dem 41-jährigen Vater, seiner 43-jährigen Frau und der zwölfjährigen gemeinsamen Tochter wird seit einer Woche gesucht. Vorher hatten Bekannte deren plötzliches Fehlen bemerkt, für das es keine Erklärung wie etwa einen Urlaub gab. Großangelegte Suchmaßnahmen in der näheren Umgebung ihres Wohnhauses mit Spürhunden und Hubschrauber ergaben keine Hinweise.

Die Polizei gründete eine Sonderkommission, die unter anderem das private und berufliche Umfeld der Familie unter die Lupe nahm. Zeugenaussagen hatten nach Angaben der Beamten schon in den vergangenen Tagen darauf hingedeutet, dass der Vater eventuell noch am Tag des mutmaßlichen Verschwindens allein mit dem Auto der Familie unterwegs war. Frau und Tochter begleiteten ihn nicht.

Zu dem Aufenthaltsort der Mutter und des Mädchens lägen weiterhin keine Hinweise vor, erklärte die Polizei. Der Bereich um den Fundort der Leiche sei von einem Polizeihubschrauber und Polizeibooten abgesucht worden, ohne dabei "Auffälligkeiten" zu entdecken. Die Ermittler gingen "allen Spuren" nach, hieß es weiter.

Die Leiche des Mannes war am Elbufer in Lauenburg entdeckt und von Feuerwehrleuten geborgen worden. Die Stadt liegt auf der schleswig-holsteinischen Seite des Flusses etwa 25 Kilometer weiter stromaufwärts von Drage. Unbestätigten Presseberichten zufolge soll der Tote mit einem Gewicht verbunden gewesen sein, mit dem ansonsten tragbare Verkehrszeichen beschwert werden.

Quelle: n-tv.de