Panorama

Neun Tote und 44 Festnahmen Rathaus-Erstürmung in Mexiko endet blutig

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Gegen das organisierte Verbrechen bilden sich Bürgerwehren, die häufig auch untereinander in Konflikt geraten. Im vergangenen Dezember starben so 11 Menschen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mexiko kommt im Kampf gegen die Kriminalität nicht zur Ruhe. In Michoacán, einer Region unter dem Einfluss eines berüchtigten Drogenkartells, kommt es nun zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen den Anhängern einer Bürgerwehr und dem Militär.

Beim Kampf um ein besetztes Rathaus in der mexikanischen Unruheregion Michoacán sind mindestens neun Menschen getötet worden. Eine Person wurde offenbar überfahren, als Soldaten das Gebäude in der Stadt Apatzingán stürmten. Acht weitere Menschen kamen ums Leben, als Bewaffnete das bereits wieder abrückende Militär angriffen. Bei dem Einsatz wurden 44 Menschen festgenommen, wie der örtliche Sicherheitsbeauftragte Alfredo Castillo sagte.

Mutmaßliche Anhänger lokaler Bürgerwehren hatten das Rathaus im vergangenen Dezember besetzt. Sie forderten die Festnahme des Kartellchefs der "Caballeros Templarios", Servando Gómez alias "La Tuta". Die Selbstverteidigungsgruppen hatten sich im Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Mexiko gegründet und waren im vergangenen Jahr in einer neu geschaffenen Polizeieinheit aufgegangen.

Castillo räumte ein, dass Apatzingán jahrelang vollständig von den "Caballeros Templarios" kontrolliert wurde. Nach schweren Kämpfen zwischen den Bürgerwehren, staatlichen Sicherheitskräften und Kartellmitgliedern vor einem Jahr hatte sich die Lage in Michoacán zunächst beruhigt.

Zuletzt kam es allerdings immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Fraktionen der Selbstverteidigungskräfte. So starben bei einer Schießerei zwischen verfeindeten Gruppen im vergangenen Dezember elf Menschen, darunter der Sohn des Bürgerwehr-Gründers Hipólito Mora. Er und sein Rivale Luis Antonio Torres alias "El Americano" sitzen mittlerweile in Haft. Daraufhin ließ Castillo Soldaten und Bundespolizisten in drei besonders umkämpfte Ortschaften in Michoacán einrücken, darunter Apatzingán. Es gebe dort mehrere Gruppen, die um Einfluss kämpften, sagte Castillo. Deshalb habe er die Streitkräfte zur Hilfe gerufen.

Quelle: ntv.de, lda/dpa

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