Panorama

Hunderte Container stürzen ins Meer "Rena" bricht auseinander

Die Behörden warnen die Schiffe vor der neuseeländischen Küste. Das Heck der vor Monaten havarierten "Rena" reißt bei stürmischer See ab. Bis zu 300 Container fallen ins Meer, viele treiben noch in den Wellen. An der Küste bereitet man sich erneut auf ölverschmierte Strände und Tiere vor.

Nach dem Auseinanderbrechen des auf ein Riff gelaufenen Containerschiffes "Rena" drohen der neuseeländischen Küste weitere Ölverschmutzungen. Zwar hatten Experten nach der Havarie des Schiffes im Oktober vergangenen Jahres die Treibstofftanks weitgehend leergepumpt. Es wird aber noch weiteres Öl in dem Wrack vermutet. Bei starkem Seegang mit Wellen von sieben Metern Höhe war das Heck der "Rena" vom Rest des auf Grund liegenden Schiffes abgerissen.

2012-01-08T010338Z_01_SYD03_RTRMDNP_3_NEWZEALAND-SHIP.JPG4541946870714099123.jpg

Trümmer und Container können erst einmal nicht geborgen werden.

(Foto: REUTERS)

Wie die neuseeländische Schifffahrtsbehörde mitteilte, sitzt der Bug des 47.000-Tonnenschiffes nach wie vor auf dem Riff rund 22 Kilometer vor der Hafenstadt Tauranga fest. Das abgerissene Heck wurde in etwa 30 Meter Entfernung von einem Schlepper gesichert. Es sei sehr wahrscheinlich, dass das Heck in der stürmischen See sinke, sagte Jon Walker vom Bergungsteam.

Beim Auseinanderbrechen verlor die "Rena" bis zu 300 Container. Rund 60 der Container treiben derzeit im Meer, der Rest ist vermutlich untergegangen. Bergungstrupps hatten in den vergangenen Wochen mit einem Kranschiff fast 400 Container von der "Rena" geborgen.

Die Behörden warnten andere Schiffe in dem Gebiet. Wegen der schweren See könnten die im Wasser treibenden Trümmer und Container vorerst nicht geborgen werden. Das schlechte Wetter soll noch mindestens fünf Tage anhalten.

"Obwohl bisherige Berichte darauf hinweisen, dass noch keine größeren Öl-Mengen ausgelaufen sind, ist angesichts der fragilen Lage der "Rena" mit weiteren Freisetzungen zu rechnen", sagte MNZ-Einsatzleiter Alex van Wijngaarden. Ein Team bereite sich deshalb auf neues Öl im Wasser und die Behandlung verschmutzter Tiere vor. Er erwarte, dass das erste Öl gegen Mitternacht Ortszeit an den Stränden südöstlich von Mount Maunganui, einem beliebten Urlaubsort, angespült werden könnte.

Noch hunderte Container an Deck

Das "Rena"-Unglück ist schon jetzt die folgenschwerste Umweltkatastrophe, die Neuseeland bisher erlebt hat. Seit der Havarie am 5. Oktober liefen 360 Tonnen Schweröl ins Meer. Mehr als 2000 ölverschmutzte Seevögel verendeten.

Der philippinische Kapitän und der Navigationsoffizier des unter liberianischer Flagge fahrenden Schiffes befinden sich gegen Kaution auf freiem Fuß in Neuseeland. Sie sollen sich in einem Strafprozess für das Unglück verantworten.

Quelle: ntv.de, dpa