Panorama

Mysteriös und beeindruckend Russischer Fluss färbt sich blutrot

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Der Daldykan ist gerade ein roter Fluss.

(Foto: Facebook)

Die Gegend um die sibirische Stadt Norilsk ist bekannt für ihre hohe Umweltverschmutzung. Zur Zeit bietet der Fluss, der die Stadt durchfließt, einen geradezu apokalyptischen Anblick.

Normalerweise ist der Daldykan nahe der sibirischen Stadt Norilsk flussfarben, also grünlichgrau. Doch seit Dienstag leuchtet das Gewässer in einem kräftigen Rot. Zahlreiche Einheimische posteten in den sozialen Netzwerken Bilder des beeindruckenden Farbspiels.

Dazu mutmaßten sie, wie es zu der Einfärbung gekommen sein könnte. So vermutete ein Nutzer, dass in der Gegend eine Fortsetzung des Films "Die purpurnen Flüsse" gedreht wird. Ein anderer meinte, es sei die beste Zeit, um fischen zu gehen. Denn jetzt werde jeder gefangene Fisch wegen der Farbe für Lachs gehalten.

Bei der ernsthaften Ursachensuche geriet jedoch vor allem die Nickelproduktion in Norilsk unter Verdacht. Das russische Umweltministerium teilte mit, es habe Beschwerden wegen einer unbekannten chemischen Verschmutzung gegeben. Möglicherweise sei sie durch den Bruch eines Schlammrohrs verursacht worden. Es sei eine Untersuchung angeordnet worden. Norilsk Nickel ist der weltweit größte Produzent von Nickel und Palladium.

Das Unternehmen dementiert jedoch, dass es für die Farbveränderung des Flusses verantwortlich ist. Laut der Nachrichtenagentur Ria Novosti teilte Norilsk Nickel mit, dass sich die Farbe des Flusses nicht vom üblichen Zustand unterscheide. Daran lassen die Bilder zumindest erhebliche Zweifel zu. Möglicherweise ist das Unternehmen auch nicht so sicher, wie die Mitteilung vermuten lässt. Denn Norilsk Nickel fuhr die entsprechende Anlage etwas zurück und überwacht den betroffenen Bereich des Flusses. In den sozialen Medien berichteten mehrere Nutzer, dass es bereits im Juni einen ähnlichen Farbwechsel gegeben habe.

Norilsk war 1935 als Gulag entstanden. Die Gegend ist für die hohe Umweltverschmutzung durch Industrieanlagen und für ihre harten Winter bekannt, zwei Monate im Jahr herrscht hier Polarnacht. Dem Bürgermeister der Stadt zufolge hat die Verfärbung keine Konsequenzen für die Einwohner, weil der Fluss nicht zur Wasserversorgung der Stadt dient.

Quelle: ntv.de, sba

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