Panorama

Festnahmen in Berlin-Neukölln SEK geht gegen arabische Großfamilie vor

Es ist noch dunkel, als in der Hauptstadt der Einsatz von mehr als 200 Polizisten gegen einen offenbar kriminellen Familienclan beginnt. Gegen dessen Mitglieder liegen mehr als ein halbes Dutzend Haftbefehle vor. Es geht um schwerste Straftaten.

*Datenschutz

Mit einem Großeinsatz sind Polizei und Staatsanwaltschaft gegen eine mutmaßlich kriminelle arabische Großfamilie in Berlin vorgegangen. Die Aktion mit Schwerpunkt im Stadtteil Neukölln begann am frühen Morgen. Insgesamt wurden acht Haftbefehle gegen Männer im Alter von 20 bis 56 Jahren vollstreckt, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Ermittler hatten am frühen Dienstagmorgen zunächst fünf Männer gefasst, während ein Sechster offenbar noch gesucht wurde. Nach gut dreieinhalb Stunden war der Einsatz beendet.

Laut Polizei waren 220 Beamte im Einsatz, darunter 60 Kräfte des Spezialeinsatzkommandos. Es habe 18 Durchsuchungen von Wohnungen und Geschäften in den Stadtteilen Neukölln, Hermsdorf und Lankwitz gegeben. Dabei wurden unter anderem Schmuck, Bargeld, eine Schusswaffe und ein Luxuswagen sichergestellt. Allein drei Festnahmen habe es demnach in Neukölln gegeben. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, hat es nach Abschluss der Hauptaktion zwei weitere Durchsuchungen in Gropiusstadt. Dabei wurden dann die beiden anderen Verdächtigen verhaftet.

Gewaltsamer Zutritt zu Wohnungen

Laut "Tagesspiegel" war das SEK im Einsatz, da mehrere Verdächtige als bewaffnet und gefährlich eingestuft wurden. So hätten sich die Beamten zu mehreren Wohnungen gewaltsam Zutritt verschafft und Türen aufgebrochen.

Ermittelt wird unter anderem wegen eines nicht näher bezeichneten Auftragsmordes und eines spektakulären Raubes im Luxuskaufhaus KaDeWe. Dort waren im Dezember 2014 Uhren und Schmuck im Wert von 817.000 Euro erbeutet worden. Drei mutmaßliche Täter im Alter von 26 bis 29 Jahren stehen deshalb derzeit vor dem Landgericht.

Der "Tagesspiegel" zitiert den Polizeisprecher mit den Worten, dass der Einsatz auch der Vermögensabschöpfung diente. So sei ein Porsche beschlagnahmt worden. Dieser könne etwa einen Teil des entstandenen Schadens ausgleichen. Der Fall des vor einigen Wochen durch einen Sprengsatz explodierten Autos hat jedoch nicht zu dem Einsatz geführt.

Im Fall des mutmaßlichen Auftragsmordes soll es der Zeitung zufolge um einen Schuss auf einen 42-Jährigen vor gut einem halben Jahr gehen. Dabei war der Mann verletzt worden. Hintergrund soll eine Frauengeschichte sein; das Opfer soll einem der festgenommenen die Frau ausgespannt haben.

Berlins Innensenator Frank Henkel zeigte sich zufrieden mit dem Großeinsatz. "Dieser Schlag gegen die Organisierte Kriminalität zeigt, dass der Staat entschlossen gegen die Unterwelt vorgeht", sagte der CDU-Politiker. Berlin dulde keine rechtsfreien Räume. "Das gilt für kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien genau wie für jeden anderen in unserer Stadt."

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

Mehr zum Thema