Panorama

Gericht stimmt Besichtigung zu Schettino kehrt auf Unglücksschiff zurück

44854559.jpg

Francesco Schettino muss sich derzeit vor einem toskanischen Gericht verantworten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Als Francesco Schettino das letzte Mal auf der "Costa Concordia" war, war er im Begriff auf ein Rettungsboot zu springen und das havarierte Schiff fluchtartig zu verlassen. Über zwei Jahre später darf der Unglückskapitän seinen ehemaligen Arbeitsplatz wieder betreten.

Der Kapitän der havarierten "Costa Concordia" darf für eine Besichtigung erstmals wieder an Bord des Schiffs gehen. Das entschied laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa ein Gericht im toskanischen Grosseto, vor dem sich Kapitän Francesco Schettino für die Havarie des Kreuzfahrtriesen verantworten muss.

Zuvor hatten Schettino und seine Anwälte seine Teilnahme an dem Ortstermin auf dem Wrack beantragt. Sie argumentierten, es sei ein Recht des Angeklagten, die Orte des Geschehens zu besichtigen.

Bei dem zweiten Ortstermin am Donnerstag sollen die Notfallgeneratoren des Schiffes in Augenschein genommen werden. Bereits Ende Januar hatten Richter, Staatsanwälte, Verteidiger und Gutachter des Prozesses gegen Schettino das Wrack begutachtet.

Schettino ist wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Verursachung von Umweltschäden und Verlassen eines Schiffes in Seenot angeklagt. Er hatte den Unfallort in einem Rettungsboot verlassen. Die Hafenbehörde forderte ihn mehrmals auf, wieder an Bord des Schiffes zu gehen, wo noch zahlreiche Passagiere festsaßen.

Die "Costa Concordia" war im Januar 2012 vor der italienischen Mittelmeer-Insel Giglio havariert und gekentert. 32 der mehr als 4000 Menschen an Bord kamen bei dem Unglück ums Leben.

Quelle: ntv.de, jog/dpa/AFP