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"Gezielte Stimmung gegen Zuwanderer" "Sozialtourismus" ist Unwort des Jahres 2013

Eine unabhängige Sprach-Jury entscheidet sich für ein Unwort, das einen hochaktuellen politischen Hintergrund hat. Weil es Menschen in Not diskriminiere, sei "Sozialtourismus" das Unwort 2013, heißt es in der Begründung.

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Das "Unwort des Jahres" wird seit 1991 gewählt.

(Foto: dpa)

Das "Unwort des Jahres 2013" lautet "Sozialtourismus". Das teilte die "Unwort"-Jury unter dem Vorsitz der Sprachwissenschaftlerin Nina Janich mit. Mit dem Schlagwort "wurde von einigen Politikern und Medien gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa, gemacht", begründete die Jury ihre Entscheidung.

Janich erklärte: "Dies diskriminiert Menschen, die aus purer Not in Deutschland eine bessere Zukunft suchen, und verschleiert ihr prinzipielles Recht hierzu." Das Grundwort 'Tourismus' suggeriere zudem "in Verdrehung der offenkundigen Tatsachen eine dem Vergnügen und der Erholung dienende Reisetätigkeit", erklärten die Sprachforscher. Das Wort "Sozial" reduziere die damit gemeinte Zuwanderung auf das Ziel, vom deutschen Sozialsystem zu profitieren.

Der Ausdruck reihe sich ein in ein Netz weiterer Unwörter, die diese Stimmung befördern wie etwa "Armutszuwanderung". Mit dem Begriff bezeichnet die CSU gering qualifizierte Migranten, die nach Einschätzung der Partei in Deutschland vor allem Sozialleistungen in Anspruch nehmen wollen, aber kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Zum "Unwort des Jahres 2012" war "Opfer-Abo" gewählt worden, 2011 "Döner-Morde". Die "Unwort"-Aktion gibt es seit 1991. Neben der unabhängigen, sprachkritischen Jury in Darmstadt wählt davon getrennt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden regelmäßig ein "Wort des Jahres". Für 2013 wurde im Dezember das Schlagwort "GroKo" ausgewählt. Der Kurz-Begriff für die große Koalition in Berlin charakterisiere am besten das zu Ende gehende Wahljahr, hieß es zur Begründung.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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