Panorama

Ein Fall für die Geschmackspolizei Staatschefs machen auf "Star Trek"

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Kleider machen Leute.

(Foto: REUTERS)

Beim Asien-Pazifik-Gipfel stecken Organisatoren die Staats- und Regierungschefs zum offiziellen Fototermin in traditionelle Kleidung. Das sah schon immer äußerst gewöhnungsbedürftig aus. Doch das aktuelle Treffen in Peking setzt Maßstäbe.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Fest steht allerdings: Dunkles Lila gehört eher nicht zu den Farben, die Barack Obama, Wladimir Putin oder Xi Jinping tragen sollten. Das wurde eindrucksvoll auf dem Asia-Pazifik-Gipfel demonstriert, auf dem die drei Staatschefs mit ihren Leidensgenossen in traditionelle chinesische Gewänder gesteckt wurden.  

Schlimmer noch: Die Kleidung für das "Familienfoto" erinnert stark an die Kostüme der Science-Fiction-Serie "Star Trek". Das liegt nicht nur am Schnitt, sondern auch an dem Anstecker in Brusthöhe, der dem Kommunikator der "Enterprise"-Crew stark ähnelt.

"Das ist der schrecklichste Star-Trek-Film aller Zeiten", spottete eine Twitter-Nutzerin. "Australiens Premier Tony Abbott sieht aus wie Spock", bemerkte ein weiterer Nutzer. Ein anderer sah verblüffende Ähnlichkeiten zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und Captain Jean-Luc Picard.

Die stilistisch fragwürdige Tradition begann vor mehr als 20 Jahren. 1993 ließ der damalige US-Präsident Bill Clinton die Teilnehmer beim Treffen in Seattle in Bomberjacken stecken. Die nächsten Gastgeber schlugen zurück.

Erst 2010  verzichtete Japan beim offiziellen Foto auf die traditionellen Kostüme. US-Präsident Obama folgte diesem Beispiel im Jahr darauf.  Eigentlich hatte er zunächst vor, die versammelten Staats- und Regierungschefs beim Treffen in Honolulu in Hawaii-Hemden zu stecken. Doch sein Team habe ihn davon überzeugt, auf den Tragezwang zu verzichten und mit der Tradition zu brechen, sagte er. Beim nächsten Treffen in Russland wurde ebenfalls auf traditionelle Gewänder oder gar Pelzkappen verzichtet.

Doch die Tradition war damit nicht am Ende: Indonesien  ließ sie wieder aufleben. Das nächste Treffen findet auf den Philippinen statt. Mal sehen, was dort stilistisch geboten wird.  

Quelle: n-tv.de, jga