Panorama

Aus Sorge um Nachahmer Stahlgitter verschließt Riesending-Höhle

Zwölf Tage lang steckte der Forscher Johann Westhauser in der Riesending-Höhle fest. Jetzt sorgt man sich um Neugierige, die in die Höhle steigen könnten - und verschließt sie vor der Öffentlichkeit. Zugang gibt es nur unter ganz besonderen Voraussetzungen.

Die Riesending-Schachthöhle ist nach der spektakulären Rettung des Forschers Johann Westhauser mit einem massiven Stahlgitter verschlossen worden. "Die Höhle ist zu", sagte ein Sprecher der Bayerischen Staatsforsten. "Der Bärenkäfig ist fertig." So nennen die Arbeiter die Absperrung. Die Höhle bei Berchtesgaden wurde wegen Befürchtungen geschlossen, Ungeübte könnten aus Neugier einsteigen. Wer künftig in die Höhle will, muss bei der Gemeinde Bischofswiesen nachfragen, denn die hat den Schlüssel. Allerdings gibt es harte Kriterien. Dazu gehören eine Versicherung, die die Kosten für eine mögliche Rettung deckt, wissenschaftliches Interesse und eine gute körperliche Verfassung.

Der Höhlenforscher Westhauser hatte am Pfingstsonntag bei einem Steinschlag in 1000 Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. In einer beispiellosen Aktion war der 52-Jährige aus Deutschlands tiefster Höhle geholt worden und erblickte am 19. Juni, nach 274 Stunden, wieder das Tageslicht.

Er befindet sich seither in der Unfallklinik in Murnau und konnte die Intensivstation inzwischen verlassen. "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut", teilte die Klinik mit. Wie lange er noch im Krankenhaus bleiben muss, ist unklar.

Quelle: ntv.de, sko/dpa