Panorama

Vogelglück in Niedersachsen Storch Fridolin hat neue Freundin

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Fridolin (rechts) mit Partnerin Mai.

(Foto: dpa)

Aufregung in Leiferde: Storch Fridolin ist nicht mehr solo. Seine neue Partnerin heißt Mai und kommt aus Dänemark. Leicht fällt den beiden der Start ins Familienleben nicht. Augenzeugen zufolge muss sie um ihren Platz im Nest kämpfen. Wird es Nachwuchs geben?

Der Trennungsschmerz scheint überwunden: Kurz nachdem Storch Fridolin von seiner Partnerin Friederike verlassen wurde, hat er schon mit einer Neuen angebändelt. Die neue Störchin auf dem Schornstein des Nabu-Artenschutzzentrums im niedersächsischen Leiferde heißt Mai und kommt aus Dänemark.

Der Start im neuen Nest in Leiferde fiel der neu zugereisten Störchin Mai Berichten zufolge nicht leicht. "Unzählige Male packte Fridolin sie sehr unsanft am Hals und schmiss sie vom Nest, sobald die eifrige Dame anfing, Äste im Nest umzudekorieren", berichtete die Leiterin des Zentrums, Bärbel Rogoschik.

Neue Freundin aus Dänemark?

Ihre Hartnäckigkeit habe sich aber ausgezahlt, sagte Rogoschick. Nach ein paar Auseinandersetzungen sei der Sonntag schon ruhiger verlaufen und es habe häufiger Paarungen gegeben. Anhand des Rings am rechten Bein habe sich feststellen lassen, dass die Störchin aus Dänemark kommt und 2015 geschlüpft ist. Ob Fridolin mit ihr eine Familie gründet, sei aber noch unklar, heißt es.

Erst vor wenigen Tagen war Storch Fridolin von seiner Partnerin Friederike verlassen worden - wobei noch immer ungeklärt ist, was genau im Storchennest passiert ist. Weißstörche wie Fridolin, Friederike oder Mai brüten auf Hausdächern, Türmen, Strommasten oder Bäumen. Der Storchen-Alltag von Fridolin und seiner neuen Freundin lässt sich über eine eigens installierte Webcam verfolgen.

Europaweit widmen sich zahlreiche "Storchendörfer" der Wiederansiedlung der auf Feuchtwiesen spezialisierten Schreitvögel, die umfangssprachlich auch als "Klapperstorch" oder auch als "Meister Adebar" bekannt sind. Störche gelten seit jeher als Symbol der Fruchtbarkeit. Experten sehen in dem Vorkommen von Störchen vor allem einen Hinweis auf einen funktionierenden Naturschutz.

Routinierte Vielflieger

Störche zählen zu den Zugvögeln, die zu Beginn der kalten Jahreszeit ihre Brutgebiete in Europa verlassen, um über Tausende Kilometer hinweg in den Süden zu fliegen. "Fast 75 Prozent der deutschen Weißstörche wählen für ihren Zug in die Überwinterungsgebiete die östliche Route", heißt es beim Naturschutzbund (Nabu). Ihre Flugroute führt die bis zu 4,5 Kilo schweren Vögel dabei über den Bosporus in der Türkei in den Nahen Osten zunächst bis in den Sudan und dann weiter nach Tansania und sogar bis nach Südafrika.

Mit einer Flügelspannweite von etwas mehr als zwei Metern gelten Störche als gute Segler. Auf ihren regelmäßigen Wanderungen von den Überwinterungsgebieten bis in die Brutregionen können sie dabei Strecken von mehr als 10.000 Kilometern zurücklegen. In der Regel kehren Störche dabei an ihre angestammten Nistplätze zurück. Vogelkenner bezeichnen Störche daher als "nest- beziehungsweise horsttreu".

Ein Viertel der deutschen Weißstörche wählt für ihren jährlichen Rückflug nach Deutschland die nicht minder gefahrvolle Westroute. Sie führt die langbeinigen Tiere mit dem weiß-schwarzen Gefieder und ihren charakteristischen Schnäbeln aus der Sahelzone über die Sahara nach Gibraltar, wo sie in die europäischen Brutgebiete abbiegen.

Quelle: ntv.de, wne/mmo/dpa