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Hartes Durchgreifen in Vietnam Teenager wegen Cybermobbing verurteilt

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Fünf Prozent der deutschen Schüler ist oder war Opfer von Mobbing.

(Foto: picture alliance / dpa)

Drei Teenager in Vietnam werden zu hohe Geldstrafen verurteilt. Sie hatten eine Mitschülerin verbal im Internet attackiert. Cybermobbing nimmt besonders unter Jugendlichen immer mehr zu. Pädagogen warnen vor den Folgen.

Mobbing nimmt immer mehr zu. Nicht nur in der Schule oder auf der Arbeit werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene von anderen schikaniert, sondern vermehrt über soziale Netzwerke attackiert. Wegen Mobbings im Internet sind drei Teenager in Vietnam zu hohen Geldstrafen verurteilt worden. Sie hatten gemeine Kommentare über Klassenkameradinnen auf Facebook hochgeladen, mindestens 16.000 Nutzer lasen das. Eines der Opfer versuchte sogar, sich mit Pflanzengift umzubringen.

Die Teenager hätten gegen Gesetze über die Nutzung von Internetdiensten verstoßen, sagte ein Inspektor des Informationsministeriums. Sie  müssen je 480 Dollar (rund 360 Euro) Strafe zahlen, so viel wie drei Monatsgehälter eines jungen Lehrers.

Im Juli brachte sich ein sogar Mädchen um, nachdem Klassenkameraden manipulierte Fotos mit ihrem Gesicht auf Körpern leicht bekleideter Frauen hochgeladen hatten.

Lehrerausbildung anpassen

In Deutschland wird deswegen gefordert, das Thema Mobbing stärker in der Lehrerausbildung zu berücksichtigen und auch Jugendliche über die Folgen aufzuklären. "Das ist eines der schwierigsten Probleme an Schulen", sagt Heinz-Peter Meidinger, Chef des Deutschen Philologenverbands gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Viele Pädagogen seien unvorbereitet, viele Eltern ahnungslos.

Angehende Lehrer sollten einen Fall aus dem Schulleben bekommen, den sie unter Anleitung lösen müssten. "Nur so können Lehrkräfte wirkliche Souveränität gewinnen." Schätzungen zufolge seien rund fünf Prozent der Schüler Opfer von Mobbing, sagt der Chef des Gymnasiallehrerverbands.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

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