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Rechtsgrundlage fehlt noch Tierärzte wollen impfen, haben aber Fragen

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Im Veterinär- und Zahnmedizin-Studium lernt man, wie gespritzt wird. Für Apothekerinnen und Apotheker bräuchte es zusätzliche Schulungen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zur Beschleunigung der Corona-Impfkampagne erwägen die Ampel-Parteien, auch Apotheker sowie Zahn- und Tierärzte einzubeziehen. Die Veterinärmedizin zeigt sich gegenüber dem Vorschlag offen. Zuvor müsste jedoch noch viele Fragen geklärt werden, etwa zur Haftung, Logistik und Vergütung.

Die Tierärzte haben angesichts ihrer geplanten Einbindung in die Corona-Impfkampagne eine rechtliche Absicherung gefordert. "Wenn wir künftig auch impfen sollen, tun wir das im Rahmen der Möglichkeiten gerne als Beitrag für die Corona-Bekämpfung", sagte der Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte, Siegfried Moder, der "Rheinischen Post". "Mich verwundert aber, dass bislang niemand auf uns zugekommen ist."

Bevor Tierärzte impfen könnten, müssten zahlreiche Fragen geklärt werden, erklärte der Verbandschef. "Das reicht über die Haftung, die Bestellung von Impfstoffen, die räumlichen Voraussetzungen bis hin zur Vergütung."

Der Vorsitzende des Thüringer Tierarztverbandes, Bodo Kröll, zeigt sich in einem MDR-Bericht dennoch motiviert: "Wir Tierärzte sind von unserer Ausbildung her in der Lage, beim Impfen zu helfen." Die nötigen Impfstoffe könnten direkt in die Praxen geliefert werden, sobald die entsprechende Logistik es zulasse, er könne sich aber "gut vorstellen, dass wir Tierärzte auch in Impfzentren aushelfen können."

Um die Impfkampagne zu beschleunigen, sollen Tierärzte und Tierärztinnen, Zahnärzte und Zahnärztinnen, sowie Apotheker und Apothekerinnen künftig Corona-Impfungen verabreichen dürfen. Letztere lernen im Studium jedoch nicht, wie eine Spritze verabreicht wird, zusätzliche Schulungen gibt es erst seit einem Jahr, so der MDR. Die Ampel-Parteien wollen eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes noch vor Weihnachten von Bundestag und Bundesrat verabschieden lassen.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP

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