Panorama

"Entsetzen lässt uns verstummen" Trauer im ganzen Land

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Jugendliche trösten sich nach der Massenpanik.

(Foto: dpa)

Mit Trauer und Bestürzung reagieren Politiker, aber auch Künstler auf die Katastrophe in Duisburg. Bundespräsident Wulff fordert rückhaltlose Aufklärung. Der Bund sagt Hilfe zu.

Bundespräsident Christian Wulff reagierte mit großer Bestürzung auf die Loveparade endet im Unglück - 18 Menschen sterben in Duisburg, bei der 15 Menschen sterben: "Eine solche Katastrophe, die während eines friedlichen Festes fröhlicher junger Menschen aus vielen Ländern Tod, Leid und Schmerz verursacht, ist furchtbar", sagte das Staatsoberhaupt. Er hoffe, dass den Angehörigen und allen Verletzten schnelle und wirksame Hilfe zuteilwerde "und die Ursachen rückhaltlos aufgeklärt werden".

Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte "entsetzt" und "traurig". "In diesen schweren Stunden bin ich in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Ihnen gelten meine Anteilnahme und meine Trauer", erklärte Merkel. "Zum Feiern waren die jungen Menschen gekommen, stattdessen gibt es Tote und Verletzte." Sie sei entsetzt und traurig angesichts des Leids und des Schmerzes.

"In meinen Gedanken bin ich bei den Opfern und ihren Angehörigen", sagte Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. "Die Loveparade sollte ein friedliches und fröhliches Fest" werden. "Jetzt muss diese Veranstaltung leider als eine der größten Tragödien der jüngeren Stadtgeschichte gewertet werden. Ich bin zutiefst erschüttert."

"Das ganze Land trauert"

Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, sagte: "Unser Entsetzen über das schreckliche Unglück bei der Loveparade in Duisburg lässt uns verstummen." Das ganze Land trauere um die jungen Frauen und Männer, die friedlich feiern wollten und "bei diesem grauenhaften Drama ihr Leben verloren haben". Auch Außenminister Guido Westerwelle und der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger äußerten sich tief betroffen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière erklärte in Berlin, er sei "erschüttert und tief bestürzt". "Wo die Kräfte des Bundes helfen können, helfen sie", sagte der Minister. Auch der Chef der Bundeskanzleramts, Ronald Pofalla, telefonierte mit der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen und sagte die Hilfe des Bundes zu.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso drückte den Angehörigen sein Beileid aus. "Ich habe mit tiefer Trauer von diesem tragischen Ereignis erfahren", sagte Barroso in Brüssel. "Auch im Namen der gesamten Europäischen Kommission möchte ich Deutschland, dem Bundesland Nordrhein-Westfalen und den Familien der Opfer mein Beileid ausdrücken." Er wünsche allen Verletzten eine rasche Genesung, fügte Barroso hinzu.

Grünen-Chefin Claudia Roth sagte: "Wir sind geschockt und empfinden Bestürzung und Trauer über diese Katastrophe bei einem friedlichen und ursprünglich fröhlichen Event, an dem junge Menschen aus ganz Deutschland und Europa teilgenommen haben."

Sorgen, "dass das weiter eskaliert"

Einer der größten Stars der Loveparade, DJ Westbam, zeigte sich verstört. "Mein Flug hatte drei Stunden Verspätung, also bin ich gerade erst hier angekommen und völlig schockiert. Als ich mein Handy nach dem Flug angemacht habe, hatte ich schon 30 SMS, die mich über das Fürchterliche informiert haben", sagte die Berliner DJ-Größe der Zeitung "B.Z.". Er sei vollkommen durcheinander: "Ich weiß nun gar nicht genau, was ich jetzt tun soll. Der Veranstalter bittet mich, aufzulegen, da die Polizei ihn darum bittet. Es sind Menschen gestorben, nur können die die Stimmung und Aggression der Weiterfeiernden nicht einschätzen und wollen weiteres Unheil verhindern." Er mache sich Sorgen, "dass das weiter eskaliert".

Er würde nur "aus Disziplingründen" auflegen. "Aber ich habe energetische Musik dabei, die denkbar schlecht zu der Situation passt. Das geht dann nicht", sagte er. Man müsse jetzt angemessene, leise Musik spielen, damit sich die Veranstaltung schnell und friedlich auflöse. "Es kann nicht sein, dass die Sache da nun weiter aufgepeitscht wird. Klar, die wummern auf Bitten der Polizei weiter, aber ich will es nicht, und ich kann es auch gar nicht."

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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