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Antrag ist unzulässig Trump wird nicht Ehrenbürger von Kallstadt

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Das beschauliche Dorf mit seinen Fachwerkhäusern und gepflegten Straßen ist Heimat für rund 1200 Einwohner.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Ehrenbürgerschaft ist in der 1200-Seelen-Gemeinde Kallstadt noch niemandem verliehen worden - auch die deutschen Wurzeln von Donald Trump werden daran nichts ändern. Einen entsprechenden Antrag weist die Gemeinde mit einem Kniff zurück.

Der neue US-Präsident Donald Trump wird nicht Ehrenbürger von Kallstadt an der Weinstraße, dem Heimatort seines Großvaters. Der Gemeinderat des 1200 Einwohner zählenden pfälzischen Weindorfs erklärte, dass bisher noch nie die Ehrenbürgerwürde vergeben worden sei und dies so bleiben solle.

Einen Antrag, Trump zum Ehrenbürger zu machen, hatte der rheinland-pfälzische Landeschef der rechtskonservativen Partei "Die Republikaner", Alexander Dietel, gestellt. Der Ortsgemeinderat, in dem CDU, SPD und Freie Wähler vertreten sind, wies das Ansinnen mit einem Kniff zurück: Das Gremium beschloss, dass Anträge auf die Ehrenbürgerschaft nur dann zulässig seien, wenn mindestens eine Fraktion diesen unterstütze. Beim Antrag zu Trump war das nicht der Fall, womit der Antrag hinfällig ist.

Donald Trump hat Kallstadt nie besucht

Zuvor hatte bereits die Verbandsgemeinde Freinsheim, zu der Kallstadt gehört, eine Ehrung Trumps zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt. Der US-Präsident habe bisher keine persönlichen Verdienste zum Wohl von Kallstadt erworben, sagte ein Sprecher. Donald Trump hat Kallstadt noch nie besucht. Sein Großvater Friedrich Trump (1869-1918) war 1885 nach Amerika ausgewandert, weil er nach einer Friseurlehre keinen Job fand.

Die in New York lebende Trump-Familie hatte seit dem Ersten Weltkrieg ihre deutschen Wurzeln verschwiegen und behauptet, schwedischer Abstammung zu sein. Auch Donald Trump - dessen Mutter aus Schottland stammte - versicherte, lange Zeit nichts von seinem Pfälzer Erbe gewusst zu haben.

Kallstadt ist derzeit auch im Blick der internationalen Öffentlichkeit, weil das ehemalige Wohnhaus von Trumps Großvater zum Verkauf steht: Dem Eigentümer wird der Andrang der Touristen zu viel.

Quelle: ntv.de, jki/epd