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Behörden erlassen Böllerverbote Wo Sie auf Feuerwerk verzichten müssen

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Die Freuden der Pyrotechnik sind - egal wo - wenn überhaupt am 31. Dezember und 1. Januar gestattet.

(Foto: picture alliance / dpa)

Pyrotechnik-Fans fiebern jedes Jahr der Knallerei an Silvester entgegen. Bald könnte ihnen dieser Spaß ordentlich verdorben werden. In immer mehr deutschen Städten und Gemeinden untersagen Behörden das Zünden von Feuerwerkskörpern.

Wegen der hohen Brandgefahr für Fachwerkhäuser und Reetdächer sind in vielen deutschen Altstädten Raketen und Böller zum Jahreswechsel verboten. Der Schreck über in Flammen stehende wertvolle historische Gebäude hat die Stadtoberhäupter vorsichtig gemacht - etwa in Tübingen, Goslar oder Quedlinburg.

Die meisten Bürger halten sich an die Verbote. "Jeder weiß, dass Silvesterraketen und Böller gefährlich sind", sagte der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke, in einer Umfrage der dpa.

In Hessen wurde vor vier Jahren ein Feuerwerkverbot für Städte mit vielen Fachwerkhäusern erlassen. In einigen Kommunen drohen hohe Strafen. So müssen uneinsichtige Pyrotechnik-Fans im hessischen Michelstadt im Odenwald oder in der Unesco-Welterbestadt Quedlinburg in Sachsen-Anhalt mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro rechnen, wie Sprecher sagten. In Niedersachsen sind Feuerwerkskörper nicht nur in Goslar, sondern unter anderem auch in den historischen Stadtkernen von Hildesheim und Wolfenbüttel tabu.

Kontrolle durch Ordnungskräfte

Im baden-württembergischen Tübingen sitzt vielen Menschen der Schreck von vor fünf Jahren noch in den Knochen. Damals hatte eine Rakete ein Fachwerkhaus am historischen Marktplatz in Brand gesetzt. Auch Bürger wiesen Unverbesserliche zurecht. "Da gibt es eine strenge soziale Kontrolle." Außerdem seien Ordnungskräfte unterwegs.

Auch Esslingen zählt zu den Städten mit einem Verbot. "Unsere Altstadt ist wirklich eng", sagte eine Mitarbeiterin. "So schnell kann man gar nicht gucken, wie da ein ganzes Quartier brennt." In die Altstadtgassen könnten Feuerwehrwagen nur schwer hineinfahren, vor allem, wenn dort noch Autos parken.

Nur ein offizielles Feuerwerk auf Sylt

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Aufgrund der leichten Entflammbarkeit der Reetdächer, herrscht auf Sylt und Amrum ein generelles Knallverbot.

(Foto: dpa)

Auf den Nordseeinseln Sylt und Amrum mit ihren reetgedeckten Häusern ist das Anzünden von Silvesterböllern zum Jahreswechsel komplett untersagt. "Der Wind muss nur schlecht stehen und schon haben wir das Dilemma", sagte eine Sprecherin von Sylt Marketing. Das einzige offizielle Feuerwerk auf Sylt wird es in Hörnum geben.

Nach Angaben des Kreises Nordfriesland haben auch andere Gemeinden an der Nordseeküste verschärfte Abbrennverbote erlassen. So ist das Böllern auch in St. Peter-Ording vollständig untersagt. Auf der Insel Föhr darf nur an Stränden und auf Deichen geböllert werden. Auf Pellworm ist das Knallen im Umkreis von 300 Metern um reetgedeckte Gebäude herum verboten. Wer nicht darauf verzichten möchte, muss nach Travemünde an der Ostsee. Dort sind gleich drei große Feuerwerke am Strand angekündigt.

Verbote bald auch in Berlin?

Auch aus der Hauptstadt Berlin werden nun Stimmen laut, die die Böllerei zum Jahreswechsel eindämmen wollen. So dürfte, wenn es nach der Grünen-Politikerin Silke Gebel ginge, Feuerwerk nur noch an ausgewiesenen Plätzen gezündet werden.

"Ein notwendiger Schritt wäre es, das Silvesterfeuerwerk nur an ausgewiesenen Orten abzubrennen, wie auf größeren Plätzen oder an Hauptstraßen", sagte Gebel der "B.Z. am  Sonntag". Auch am Brandenburger Tor sei das Böllern nur auf speziellen Flächen gestattet. Die Luft sei zu Silvester 60 Mal stärker belastet als an den anderen Tagen im Jahr. Zudem müsse die Stadtreinigung Sonderschichten einlegen wegen des Mülls.

Schäden für Tiere möglich

Feuerwerk ist auch nichts für Tiere. Vertraute Menschen sollten sie vom Krach der Böller und Raketen ablenken. Dabei sei es wichtig, Türen und Fenster geschlossen zu halten, riet der Tierschutzverein in Berlin. Auch Wildtiere, Pferde und Kühe auf Weiden sollten nicht erschreckt werden.

Generell müssen sich Feuerwerk-Fans an Regeln halten. So dürfen Böller und Raketen grundsätzlich am 31. Dezember und am 1. Januar ganztägig von Volljährigen abgebrannt werden, wie etwa die Polizei in Bad Segeberg in Schleswig-Holstein mitteilte. "Teilweise ist dies in einzelnen Gemeinden und Städten nur verkürzt erlaubt."

Quelle: n-tv.de, afr/dpa

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