Politik

Liveticker zu den US-Midterms +++ 16:52 "Split happens": US-Kongress ist gespalten +++

Liebe Leser, wir beenden an dieser Stelle den n-tv.de Liveticker zu den Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten - und möchten uns mit einem Titelblatt verabschieden. Besonders kreativ titelte die "New York Daily News" mit einer Analogie zu dem gleichmütigen Ausspruch "Shit happens" - und einer Anspielung auf den nun geteilten Kongress in mehrheitlich demokratisches Repräsentantenhaus und republikanischen Senat:

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Das Titelblatt der "New York Daily News" am Morgen nach den Midterms.

(Foto: New York Daily News)

 

+++ 16:35 Floridas Sieger Scott stichelt gegen Rivalen +++
Nachdem der Demokrat Bill Nelson erklärt hat, er wolle eine Nachzählung der Stimmen bei der Wahl für den US-Senat in Florida erreichen, reagiert nun der Sprecher des offiziellen Siegers Rick Scott - und das nicht sehr höflich. "Das Rennen ist vorbei", erklärt er. "Für Bill Nelson ist das ein trauriger Weg, seine Karriere zu beenden. Er klammert sich verzweifelt an etwas, das nicht existiert." Zwischen Scott und Nelson liegen nur 0,42 Prozentpunkte.

+++ 16:16 Drei Bundesstaaten legalisieren Marihuana +++
Parallel zu den Zwischenwahlen hat es in vier US-Bundesstaaten Volksentscheide zur Legalisierung von Marihuana gegeben: Michigan gab es für den Freizeitkonsum frei, Missouri und Utah nur für medizinische Zwecke. In North Dakota stimmten die Wähler gegen die Legalisierung.

+++ 15:50 Hat sich Floridas Sieger zu früh gefreut? +++

In Florida könnte womöglich nachgezählt werden. Wie die "Tampa Bay Times" berichtet, liegen die beiden Kontrahenten Rick Scott und Bill Nelson so nah beeinander, dass eine erneute Auszählung der Stimmen möglich wäre. Konkret liegt Scott derzeit nur mit 34.435 Stimmen vor Nelsen - das sind 0,42 Prozentpunkte. Ob tatsächlich nachgezählt wird, entscheidet aber der Secretary of State, Ken Detzner - und der wurde von Scott ernannt. Womöglich zeigt er sich dafür jetzt erkenntlich.

+++ 15:34 Demokrat wird Gouverneur in Connecticut +++
Noch ein Sieg für die Demokraten: In Connecticut hat sich im Rennen um das Amt des Gouverneurs Ned Lamont gegen den Republikaner Bob Stefanowski durchgesetzt. Letzterer hat seine Niederlage schon eingeräumt. "Vor ein paar Sekunden habe ich mit Ned Lamont telefoniert und ihm zu seinem hart erkämpften Sieg gratuliert", erklärt Stefanowski.

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+++ 15:20 Swing States wählten wieder demokratisch +++
Man kann das durchaus als Rolle rückwärts bezeichnen: Diejenigen drei Bundesstaaten - oder auch Swing States ("schwankende Staaten") - im mittleren Westen, die bei den Präsidentschaftswahlen 2016 für die Republikaner stimmten und damit Trump den Weg ins Weiße Haus ebneten, haben sich bei den Zwischenwahlen nun für demokratische Gouverneure und Senatoren entschieden. In Wisconsin setzte sich der Demokrat Tony Evers gegen den republikanischen Gouverneur Scott Walker durch. Und auch in Michigan und Pennsylvania entschieden sich die Wähler wieder für Demokraten.

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Nancy Pelosi.

(Foto: REUTERS)

+++ 14:58 Trump will Pelosi als Sprecherin im Kongress +++
Die Demokratin Nancy Pelosi soll nach dem Willen des US-Präsidenten die neue Sprecherin des Repräsentantenhauses werden. Das habe sie verdient, so Trump. Notfalls müssten auch republikanische Stimmen dafür sorgen, dass die 78-Jährige in dieses Amt gewählt werde. Pelosi ist ein Urgestein der Demokraten im Kongress. Seit 1987 gehörte sie dem Abgeordnetenhaus ununterbochen an.

+++ 14:39 Trump mobilisierte 30 Millionen Wähler +++
Es gibt erste Zahlen über die Wahlbeteiligung bei den Zwischenwahlen: CNN berichtet, 113 Millionen Menschen hätten gewählt - das entspricht einer Quote von rund 48 Prozent. Bei den Zwischenwahlen vor vier Jahren gaben im Vergleich nur rund 83 Millionen US-Bürger ihre Stimme ab, was einer Beteiligung von knapp 37 Prozent entsprach. Es scheint also, als könne Trump sowohl seine Anhänger als auch seine Gegner mobilisieren.

+++ 14:21 Trump droht Demokraten mit Ermittlungen +++
Nach seinem Rundumschlag gegen die Medien nimmt Trump jetzt auch die Demokraten ins Visier seiner morgendlichen Twitter-Tirade. "Wenn die Demokraten denken, sie könnten Steuergelder für Untersuchungen gegen uns im Repräsentantenhaus verschwenden, dann müssen wir darüber nachdenken, ob wir ebenfalls Ermittlungen einleiten wegen allen bisher veröffentlichten Geheiminformationen - auf Senatsebene", so Trump. "Dieses Spiel können zwei spielen." Im Gespräch war etwa, im Abgeordnetenhaus unter der neuen demokratischen Mehrheit die Steuererklärungen des Präsidenten untersuchen zu lassen. Auch die Finanzierung des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 könnte mit Blick auf den Einfluss Russlands unter die Lupe genommen werden.

+++ 14:02 Schlechter Witz verhilft Republikaner zum Sieg +++
In Texas gewinnt der Republikaner Dan Crenshaw einen Sitz im Repräsentantenhaus - und schreibt diesen Erfolg offenbar auch einem Sketch in der Comedyshow "Saturday Night Live" zu. Dort war der Kriegsveteran von Moderator Pete Davidson wegen seiner Augenklappe veralbert worden. Crenshaw hat sein Auge bei einem Einsatz in Afghanistan verloren. In den USA löste der geschmacklose Witz, Crenshaw sehe aus wie ein "Auftragskiller in einem Porno", breite Empörung aus. In der Sendung "Fox & Friends" sagte Crenshaw nach seinem Sieg nun: "Ich kann mir vorstellen, dass das geholfen hat".

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+++ 13:39 Trump greift "böse und feindselige Medien" an +++
Donald Trump sieht das Ergebnis der Wahl offenbar als Bestätigung für sich selbst. Auf Twitter schreibt er, dass "diejenigen, die mit mir für diese unglaublichen Midterms gearbeitet haben, sehr gut waren". Gleichzeitig wendet er sich an seine Kritiker."Diejenigen, die das nicht getan haben, sagt Tschüss! Gestern haben wir solch einen riesigen Sieg erreicht, und das unter all dem Druck der bösen und feindseligen Medien."

+++ 13:20 Maas: "Europe United" gegen "America First" +++
Außenminister Heiko Maas ruft zu einer verstärkten Zusammenarbeit in Europa auf. Die EU müsse mehr in die eigene Handlungsfähigkeit investieren, wenn es darum gehe, Strafzölle abzuwehren, in Sicherheitsfragen oder im Kampf gegen den Klimawandel, sagt der SPD-Politiker. "Auf die Devise 'America First' müssen wir auf dieser Seite des Atlantiks eine Antwort finden. Für mich und für uns ist klar, die kann nur 'Europe United' heißen. Wir müssen uns als Europäer noch enger zusammenschließen."

+++ 13:04 Nahles: USA sind mehr als Angst und Hetze +++                                                     
SPD-Chefin Andrea Nahles freut sich mit den US-Demokraten. "Die USA sind mehr und vielseitiger als das Schüren von Angst, die Hetze gegen Minderheiten und nationale Alleingänge", sagt die SPD-Chefin. "Dass die US-Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewonnen haben, ist eine gute Nachricht für alle, denen Zusammenhalt und Stärke kein Widerspruch ist. Für uns Europäer heißt dieses Wahlergebnis auch: transatlantisch bleiben, aber europäischer werden."

+++ 12:50 Trump ist wach - und will "Sachen erledigen" +++                                          
Donald Trump hat eine Nacht über das Wahlergebnis geschlafen - und ist offenbar noch immer im Reinen mit sich. "Habe so viele Glückwünsche erhalten von so vielen zu unserem Großen Sieg letzte Nacht - inklusive ausländischer Staaten (Freunde), die auf mich warteten und auf neue Handelsabkommen hoffen", schreibt er. "Jetzt können wir alle zurück zur Arbeit gehen und Sachen erledigen."

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+++ 12:37 Promi-Sohn scheitert zum sechsten Mal +++
Der größte Verlierer der Midterms ist wohl der Republikaner Danny Tarkanian, seines Zeichens Sohn von Basketball-Trainerlegende Jerry Tarkanian. Der Junior versuchte bei den Zwischenwahlen zum sechsten Mal (!), in ein politisches Amt zu gelangen - und scheiterte erneut; dieses Mal gegen die Demokratin Susie Lee. Seit 14 Jahren tritt Tarkanian immer wieder bei Wahlen an, doch weder wollten die Menschen in Nevada den Immobilieninvestor als Senator noch als Secretary of State sehen. Ob er nach der neuerlichen Schlappe seine politischen Ambitionen beendet, ist nicht bekannt.

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+++ 12:18 Regisseur Michael Moore feiert die Frauen +++
Einer der schärfsten Trump-Kritiker feiert den Sieg der Demokraten überschwänglich auf Twitter - Regisseur Michael Moore ("Bowling for Columbine"). Er schreibt: "Sieg! Wir haben das Haus mit 35 bis 40 Sitzen eingenommen, die Mehrheit von ihnen Frauen! Zwei von ihnen die ersten Muslimas im Kongress. Die erste indigene Amerikanerin überhaupt im Haus (über 500 Jahre, nachdem der Genozid begann). Und die jüngste jemals gewählte Frau."

+++ 12:03 Holocaust-Leugner verfehlt Wahlsieg in Illinois +++
Arthur Jones ist bekennender Neonazi und Republikaner - und er hat bei den US-Kongresswahlen mit großem Abstand das Rennen um einen Sitz im Repräsentantenhaus verloren. In der Vergangenheit hat Jones den Holocaust als "größte, schwärzeste Lüge der Geschichte" bezeichnet. Trotzdem durfte er für die Partei von Trump im US-Bundesstaat Illinois angetreten. Er verlor gegen den Demokraten Dan Lipinski mit einem Abstand von rund 50 Prozentpunkten. Aber: Er bekam mehr als 40.000 Stimmen.

+++ 11:50 Bernie Sanders macht Trump Kampfansage +++
Bernie Sanders, der als Senator von Vermont wiedergewählt wurde, richtet eine Kampfansage an den US-Präsidenten. Vor seinen Anhängern sagt er, es sei "unsere Aufgabe, dem Präsidenten zu sagen, dass wir eine solche Politik nicht tolerieren werden, die rassistisch, sexistisch und menschenfeindlich ist". Sanders hatte bei den Vorwahlen der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur 2016 gegen Hillary Clinton den Kürzeren gezogen. Aber auch unter Republikanern steigt der Druck auf Trump:

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+++ 11:37 Maas erwartet keine Kurskorrektur Trumps +++
Bundesaußenminister Heiko Maas geht nicht davon aus, dass Trump seine Politik nach der Wahl verändern wird. "Es wäre ein Irrglaube, nun auf Kurskorrekturen von Donald Trump zu setzen", twittert der SPD-Politiker. "Es bleibt dabei: Die USA bleiben unser wichtigster Partner außerhalb Europas. Um diese Partnerschaft zu erhalten, müssen wir unser Verhältnis mit den USA neu vermessen und ausrichten."

+++ 11:24 Politexperten: Gute Chance für Wiederwahl Trumps +++
Experten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) sehen Trump trotz des Machtverlusts im Repräsentantenhaus eher noch gestärkt. Er könne weiter Personal nominieren und die USA radikal verändern, sagt Josef Braml, leitender Mitarbeiter der DGAP für die Entwicklungen in den USA. Trump werde es mit den Demokraten auch leichter haben, Infrastrukturprojekte durchzubringen. Braml spricht von einem "Pyrrhussieg" der Demokraten, der es Trump ermöglichen könne, ein zweites Mal ins Weiße Haus einzuziehen.

+++ 11:10 Kreml glaubt nicht an besseres Verhältnis zu USA +++
Die russische Führung rechnet offenbar nicht mit einer Verbesserung der Beziehungen zu den USA nach der Wahl. "Wir gehen ganz stark davon aus, dass die Aussichten für eine Normalisierung der russisch-amerikanischen Beziehungen nicht rosig sind", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. "Das bedeutet jedoch nicht, dass wir keinen Dialog suchen." Es gebe zahlreiche Probleme, deshalb müssten beide Länder miteinander reden.

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Dana Rohrabacher.

(Foto: AP)

+++ 10:54 Vehementer Trump-Fürsprecher verliert Sitz +++
Es sieht ganz so aus, als würde in Kalifornien einer der entschiedensten Fürsprecher von Präsident Trump seinen Sitz im Repräsentantenhaus verlieren. Dana Rohrabacher ist seit 1989 Abgeordneter - und liegt nun klar hinter dem Demokraten Harley Rouda. Rohrabacher ist nicht nur umstritten wegen seiner engen Kontakte zum Kreml, sondern auch wegen seiner radikalen Positionen gegen Obamacare, gegen illegale Einwanderung und gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Er bestreitet außerdem, dass der Klimawandel existiert. Die globale Erwärmung sei ein Schwindel und Teil einer "Strategie" der Liberalen, um "eine globale Regierung zu schaffen".

+++ 10:40 Deutsche Politiker sehen positives Signal +++
Erste Reaktionen zum Wahlausgang kommen mittlerweile auch von deutschen Spitzenpolitikern. Grünen-Chefin Annalena Baerbock spricht von einem "guten Tag für die Demokratie in Amerika". Das Ergebnis zeige, "dass diskriminierende Rhetorik und ausgrenzende Politik nicht mehrheitlich überzeugen", so Baerbock. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, plädiert für rasche Gespräche mit den neuen Abgeordneten und Senatoren in Washington. "Wir sollten uns jetzt stark engagieren, den neuen Senatoren und Abgeordneten die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft an Herz zu legen."

+++ 10:24 US-Kongress wird so weiblich wie noch nie +++
Laut dem US-Sender CNN dürfte der US-Kongress so weiblich werden wie noch nie. Künftig sitzen demnach 96 Frauen im Repräsentantenhaus, 31 mehr als zuvor. Trotzdem ist der Anteil noch relativ gering, wenn man beachtet, dass es insgesamt 435 Sitze gibt. Und auch im Senat wird es wohl zwei Frauen mehr geben als zuvor - darunter die schon erwähnte Jacky Rosen aus Nevada. Die beiden Damen verstärken die bisherigen neun Amtsinhaberinnen. Insgesamt umfasst der Senat genau 100 Sitze.

+++ 10:11 Republikaner verlieren Senatssitz in Nevada +++
Die Republikaner von Präsident Donald Trump verlieren ihren Senatssitz in Nevada. Beim Rennen in dem westlichen Bundesstaat muss sich der republikanische Amtsinhaber Dean Heller seiner demokratischen Herausforderin Jacky Rosen geschlagen geben. Heller räumt seine Niederlage noch in der Nacht ein. "Wir waren nicht erfolgreich und ich übernehme die Verantwortung dafür", sagt Heller. Rosen erklärt sich indes vor ihren jubelnden Anhängern zur Siegerin.

+++ 09:55 82-Jährige wählt zum ersten Mal - und stirbt +++
Eine tragische Geschichte von den Midterms kommt aus Texas: Dort hat die 82-jährige Lou Phillips das erste Mal in ihrem Leben gewählt - und ist kurz danach gestorben. Wie ihre Familie der "Washington Post" berichtet, habe Phillips bereits vergangene Woche ihre Stimme abgegeben. Am Montag sei sie dann an einer Lungenentzündung inklusive Sepsis gestorben. "Sie war sehr stolz, nachdem sie gewählt hatte", erzählt ihr Schwiegersohn. "Sie wollte den Sumpf austrocknen. Sie hat für die Republikaner gestimmt."

+++ 09:40 Umfrage: Joe Biden soll gegen Trump antreten +++
Ex-Vizepräsident Joe Biden ist einer Blitzumfrage der Nachrichtenagentur Reuters zufolge Favorit auf die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bei der Wahl 2020. In der mit dem Institut Ipsos erstellten Erhebung sprechen sich 29 Prozent der Befragten für ihn aus. Dahinter folgt Senator Bernie Sanders mit 22 Prozent. Er war 2016 im Rennen um die Kandidatur Hillary Clinton unterlegen. Sowohl Biden als auch Sanders würden laut Umfrage ein Duell mit Trump für sich entscheiden, würde es heute stattfinden.

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+++ 09:26 Demokrat O'Rourke zündet "F-Bombe" im TV +++
In Texas unterliegt der von vielen Prominenten unterstützte demokratische Kandidat Beto O'Rourke zwar dem Republikaner Ted Cruz, doch bei einer Rede vor seinen Anhängern ist der 46-Jährige dennoch kaum zu halten. "Diese Niederlage vermindert nicht das, was ich für Texas und dieses Land empfinde", ruft der ehemalige Punkrocker. "Ich bin so verdammt stolz ('fucking proud') auf euch, Leute!" Mit dieser Ausdrucksweise kommt er allerdings nicht überall an. Der Sender MSNBC, der die Rede unzensiert überträgt, entschuldigt sich später. "Sorry für die F-Bombe", sagt Moderator Brian Williams.

+++ 09:09 Trump verliert Wisconsin an Demokraten +++
Die Demokraten haben bei den zeitgleich mit der Kongresswahl stattfindenden Gouverneurswahlen einen wichtigen Erfolg errungen. Ihr Kandidat Tony Evers setzt sich im Bundesstaat Wisconsin gegen den republikanischen Amtsinhaber Scott Walker durch, der acht Jahre lang im Amt war. Damit können sie sich Hoffnungen machen, bei der Präsidentenwahl 2020 ebenfalls in dem Bundesstaat zu triumphieren. 2016 hatte dort Präsident Donald Trump gewonnen.

+++ 08:54 US-Wähler favorisieren klar die Demokraten +++
Laut "New York Times" haben die Demokraten - wie schon bei der Präsidentschaftswahl 2016 - mehr Wählerstimmen geholt als die Republikaner. Konkret seien es sogar 7,2 Prozent mehr, berichtet das Blatt. Weil aber bei den Zwischenwahlen für Senat und Repräsentantenhaus das Mehrheitswahlrecht gilt, macht sich dieser Vorsprung nicht unbedingt in deutlich mehr Sitzen bemerkbar. Denn nach dem ersten Artikel der US-Verfassung müssen die Sitze etwa im Repräsentantenhaus im Verhältnis zur Bevölkerung der jeweiligen Bundesstaaten verteilt werden.

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Chris Collins mit seiner Ehefrau Mary Sue.

(Foto: AP)

+++ 08:37 Mutmaßlicher Bankbetrüger verteidigt Sitz +++
Ein laufender Strafprozess ist für viele US-Amerikaner offenbar kein Grund, einen Kandidaten abzulehnen. Ein Beispiel aus dem Bundesstaat New York: Dort hat der Republikaner Chris Collins seinen Sitz im US-Repräsentantenhaus verteidigt, obwohl er derzeit wegen Bankbetrugs und Insider-Geschäften angeklagt ist. Am 8. August war er deshalb vom FBI festgenommen worden. Auf Drängen seiner Parteikollegen hatte Collins seine erneute Kandidatur zunächst ausgesetzt, Mitte September aber wieder aufgenommen. Bei der Wahl gewann er nun knapp mit nicht einmal einem Prozentpunkt Vorsprung gegen den Demokraten Nate McMurray.

+++ 08:21 Experte dämpft Hoffnung auf neue US-Außenpolitik +++
Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, dämpft die Hoffnungen auf eine grundlegende Änderung von Trumps Außenpolitik nach der Wahl. "Ich glaube, wir sollten nicht zu viele Erwartungen in dieses Ergebnis setzen in den Auswirkungen auf uns", sagt der CDU-Politiker dem ZDF auf die Frage nach der künftigen US-Politik mit Blick auf die Nato und den internationalen Handel. Bei beiden Themen sei der Senat führend, wo die Republikaner an Macht gewonnen hätten.

+++ 07:47 In Nevada siegt ein toter Bordellbesitzer +++
Bei der Wahl zum Parlament von Nevada siegt im Stimmbezirk Nummer 36 der Republikaner Dennis Hof. Zwei Dinge an seinem Erfolg sind bemerkenswert: Hof ist tot, er starb am 16. Oktober im Alter von 72 Jahren. Und er betrieb in dem Bundesstaat mehrere Bordelle. Beides scheint mehr als 68 Prozent der Wähler in Stimmbezirk 36 nicht gestört zu haben. "Nur in Nevada", kommentiert der Journalist Howard Stutz lakonisch.

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+++ 07:36 Trump feiert sich für Sieg im Senat +++
Das Wahlergebnis lässt viel Spielraum zur Interpretation. Der Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus ist zweifellos ein großer Erfolg und könnte Trump noch Probleme bereiten - nicht nur, weil sie dort Gesetze des Präsidenten blockieren können. Die Demokraten können ihn nun bei den Russland-Ermittlungen verstärkt unter Druck setzen und seine Steuererklärungen öffentlich machen.

Aber zugleich haben die Republikaner den Senat nicht nur verteidigt, sondern dort sogar zugelegt. Fivethirtyeight sieht im Moment einen Gewinn von vier Senatoren bei den Republikanern. Trump feiert diesen Sieg als großen Erfolg. Nur fünf Mal in den vergangenen 105 Jahren sei es der Partei des Präsidenten gelungen, bei Zwischenwahlen im Senat zuzulegen, schreibt er auf Twitter. Das Anführungszeichen am Anfang des Tweets und die neun Punkte am Ende signalisieren, dass der Satz Teil eines Zitats ist - wen Trump dort zitiert, ist noch unklar: Der Folge-Tweet ist bislang nicht erschienen.

Update: Jetzt ist er da. Trump zitiert den konservativen Publizisten Ben Stein. Vor allem der Satz "Mr. Trump has magic about him" dürfte dem Präsidenten gefallen haben.

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+++ 07:18 Höhe der Wahlbeteiligung ist "verrückt" +++
Dem Statistik-Chef der "New York Times", Nate Cohn, zufolge wurden bei der Wahl zum Repräsentantenhaus schätzungsweise 114 Millionen Stimmen abgegeben. Bei den Zwischenwahlen 2014 waren es 83 Millionen. Sein Kollege Nate Silver von Fivethirtyeight schreibt, eine so hohe Wahlbeteiligung sei geradezu verrückt: "This is a CRAZY amount of turnout for a midterm."

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+++ 06:48 Trump gratuliert Demokraten +++
Die Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, kündigt eine schärfere Kontrolle der Regierung an. "Es geht heute um mehr als nur Demokraten und Republikaner. Es geht um die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Kontrolle", sagt sie. Zugleich verspricht Pelosi überparteiliche Zusammenarbeit: Die Demokraten würden im neugewählten Kongress "auf Lösungen hinarbeiten, die uns zusammenbringen, weil wir alle genug von Spaltung haben". Man darf bezweifeln, dass dies gelingt. Ein Mitarbeiter von Pelosi teilte mit, Trump habe sie angerufen, um den Demokraten zum Wahlsieg im Repräsentantenhaus zu gratulieren. Dabei habe er ihren Ruf nach überparteilicher Zusammenarbeit begrüßt.

Auf die Frage eines CNN-Reporters, ob Trump fürchte, dass die Demokraten nun für die Veröffentlichung seiner Steuererklärungen sorgen werden, sagt Präsidentenberaterin Kellyanne Conway: "Ich nehme an, sie können es versuchen."

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Nancy Pelosi dürfte die künftige Chefin des Repräsentantenhauses sein. Die 78-Jährige hatte diesen Posten bereits von 2007 bis 2011 inne.

(Foto: REUTERS)

 

+++ 06:06 Deb Haaland und Sharice Davids schreiben Geschichte +++
Vorhin gab es bereits ein paar historische Ergebnisse der Kongresswahlen. Hier ist ein weiteres: Erstmals werden mit Deb Haaland aus New Mexico und Sharice Davids aus Kansas zwei Frauen dem Kongress angehören, die von amerikanischen Ureinwohnern abstammen. Beide ziehen für die Demokraten ins Repräsentantenhaus ein.

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+++ 05:36 Republikaner behalten Gouverneursamt in Florida +++
In Florida halten die Republikaner das Gouverneursamt, wenn auch nur knapp. Der schwarze Demokrat Andrew Gillum räumt seine Niederlage im Rennen gegen den republikanischen Kandidaten Ron DeSantis ein, für den sich US-Präsident Donald Trump persönlich engagiert hatte. DeSantis hatte damit geworben, dass er ein "Pitbull-Trump-Verteidiger" sei. Gillum, der als linker Vertreter der Demokraten gilt, war der erste Schwarze, der für das Amt in dem südlichen Bundesstaat kandidierte. Trump hatte ihn als "Sozialisten" bezeichnet und gewarnt: "Gillum wird aus Florida das nächste Venezuela machen!"

Der Moderator der "Daily Show", Trevor Noah, hatte offenbar auf ein anderes Ergebnis in Florida gehofft:

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+++ 05:23 Trump feiert "enormen Erfolg heute Nacht" +++
Immerhin: Der Präsident kann weiterhin auf den Senat zählen. Hier bauen Trumps Republikaner ihren Vorsprung wahrscheinlich sogar noch aus. Im Repräsentantenhaus dagegen wird es ungemütlich: Hier können die Demokraten künftig wichtige Vorhaben Trumps blockieren. Da nun sie die Vorsitzenden von wichtigen Ausschüssen stellen werden, können sie auch Trumps Steuererklärungen anfordern und die Russland-Ermittlungen stärker vorantreiben. Dem Präsidenten scheint das entgangen zu sein. Auf Twitter schreibt er: "Enormer Erfolg heute Nacht. Danke an alle!"

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Der republikanische Stratege Michael Steel macht in einer ersten Analyse übrigens die Unbeliebtheit von Trump in den Vororten für die Niederlage seiner Partei im Repräsentantenhaus verantwortlich.

+++ 05:05 NBC: Demokraten holen 229 Sitze im Repräsentantenhaus +++
Nach Berechnungen von NBC werden die Demokraten im Repräsentantenhaus eine Mehrheit von 229 Sitzen erringen. Die Republikaner stellen demnach 206 Abgeordnete. Laut einer Prognose der "New York Times" kommen die Demokraten auf 231 Sitze, die Republikaner auf 204.

Im Senat sind die Machtverhältnisse umgekehrt: Dort halten die Republikaner mindestens 50 Sitze und damit die Hälfte der Abgeordneten. Den Demokraten sind 39 Sitze sicher. Bei elf Rennen sei noch keine Aussage möglich, heißt es weiter.

+++ 04:55 Trump muss mit geteiltem Kongress regieren +++
Zwei Entwicklungen der Kongresswahlen in den USA werden immer deutlicher: Einerseits verteidigen die Republikaner ihre Mehrheit im Senat. Andererseits gewinnen die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Sie können damit republikanische Gesetzesprojekte im Kongress blockieren. Andererseits kann Präsident Trump den Kongress umgehen, indem er seine Pläne per Dekret umsetzt.

+++ 04:24 US-Medien: Demokraten erobern Mehrheit im Repräsentantenhaus +++
Die Republikaner verlieren ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus, die Demokraten kommen künftig auf mehr als die Hälfte der 435 Sitze, wie die US-Sender NBC und Fox News auf Grundlage von ersten Ergebnissen und Hochrechnungen übereinstimmend melden.

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+++ 04:24 US-Medien: Republikaner verteidigen Mehrheit im Senat +++
Der Republikaner Ted Cruz gewinnt das Senatsrennen in Texas. Der 47-jährige Amtsinhaber kann seinen Sitz wie erwartet gegen den demokratischen Herausforderer Beto O'Rourke verteidigen, wie ABC und MSNBC übereinstimmend berichten. Das Rennen geht allerdings äußerst knapp aus. Auf Cruz entfallen laut CNN 51,4 Prozent, O'Rourke erhielt demnach 48 Prozent.

In North Dakota nehmen die Republikaner den Demokraten derweil einen weiteren Senatssitz ab. Der Republikaner Kevin Cramer setzt sich bei der Wahl gegen die bisherige demokratische Senatorin Heidi Heitkamp durch, wie Fox News und CNN melden.

Laut ABC, NBC und CNN behalten die Republikaner damit ihre Mehrheit im Senat.

+++ 04:12 Offen schwuler Mann wird erstmals Gouverneur, zwei muslimische Frauen im Kongress +++
Und wo wir schon mal bei historischen Entscheidungen sind: Laut CNN wird Jared Polis Gouverneur von Colorado. Der Demokrat wäre demnach der erste offen homosexuelle Mann, der einen US-Bundesstaat regiert.

Und mit Rashida Tlaib und Ilhan Omar von den Demokraten ziehen erstmals zwei Muslimas in den Kongress ein. Tlaib hat palästinensische Wurzeln, sie gewinnt ihren Sitz in Michigan. Omar, die in Minnesota antritt, kam als Kind aus Somalia in die USA.

+++ 03:56 Latina wird jüngste Frau aller Zeiten im Kongress +++
Der Wahlkampf von Alexandria Ocasio-Cortez machte international Schlagzeilen. Auch n-tv.de berichtete über sie. Nun hat sie es geschafft: Laut CNN gewinnt sie ihren Sitz im Repräsentantenhaus und wird damit die jüngste Frau, die jemals in den US-Kongress gewählt wurde. Ocasio-Cortez wurde erst im Oktober 29 Jahre alt. Bisherige Rekordhalterin war laut CNN Elise Stefanik mit 30 Jahren.

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+++ 03:46 Fox News erwartet Demokraten-Mehrheit im Repräsentantenhaus +++
Während es im Senat für die Demokraten also eher schlecht aussieht, die Mehrheit zu übernehmen, stehen die Chancen im Repräsentantenhaus besser: Einem Medienbericht zufolge werden sie dort die Mehrheit erobern. Das teilt der Sender Fox News mit.

Andere Sender wollen sich da noch nicht festlegen. Laut CNN müssen die Demokraten nach jetzigem Stand noch 19 republikanische Sitze erobern, um die Mehrheit in der Parlamentskammer zu stellen. Sie führen demnach aber auch die Auszählung bei 31 Sitzen an, während die Republikaner Chancen haben, 6 Sitze der Demokraten zu erobern. Es bleibt also spannend - und knapp. Denn in vielen Wahlkreisen liegen zwischen den Kandidaten der beiden großen Parteien nur wenige Prozentpunkte.

+++ 03:38 Republikaner gewinnen wichtigen Senats-Sitz +++
Neben dem Verlust eines Senatssitzes in Indiana gibt es weitere schlechte Nachrichten für die Demokraten: Die Republikanerin Marsha Blackburn gewinnt den vakanten Senatssitz in Tennessee. Das ergeben erste Auszählungen und Hochrechnungen der Sender ABC und Fox News. Der Sitz war zwar auch schon bisher in republikanischer Hand - der Außenpolitiker Bob Corker hatte ihn inne. Doch nach dessen Rückzug rechneten sich die Demokraten Chancen aus, ihn zu gewinnen. Das ist gescheitert. Für die Demokraten wird es nun sehr schwer, die republikanische Senatsmehrheit zu kippen.

+++ Alle Zahlen im Überblick +++
Immer mehr Zahlen laufen ein. Ein paar Sitze in Repräsentantenhaus und Senat sowie einige Gouverneursposten sind bereits vergeben. Hier finden Sie einen Überblick.

+++ 03:16 Republikaner luchsen Demokraten Senats-Sitz ab +++
Eigentlich müssen die Demokraten zwei zusätzliche Senats-Sitze holen und alle bisherigen halten, um in der Kammer die Mehrheit zu erlangen. Doch das wird nun noch schwerer, denn in Indiana unterliegt laut NBC Amtsinhaber Joe Donnelly seinem republikanischen Herausforderer Mike Braun. Dieser sitzt demnächst für den Bundestaat im Kongress in Washington.

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Amy McGrath schafft nicht den Sprung ins Repräsentantenhaus.

(Foto: AP)

+++ 03:05 Hart umkämpfter Wahlkreis geht an Republikaner +++
Der Kampf um den Sitz des Wahlkreises 6 von Kentucky gilt als besonders wichtig für den Ausgang der Wahl. Doch die demokratische Kandidatin Amy McGrath, eine ehemalige Kampfpilotin, kann sich nicht gegen den republikanischen Amtsinhaber Andy Barr durchsetzen. Nach mehr als 90 Prozent ausgezählter Stimmen führt Barr laut "New York Times" mit 50,9 Prozent der Stimmen, McGrath kommt demnach auf 47,9 Prozent. Auch die Nachrichtenagentur AP und CNN melden den Sieg Barrs.

+++ 02:41 NBC: Milliardär J.B. Pritzker wird Gouverneur von Illinois +++
Gleich zwei gewonnene Gouverneur-Posten prognostiziert NBC: In Rhode Island verteidigt demnach die Demokratin Gina Raimondo ihr Amt. In Illinois dagegen schlägt Milliardär J.B. Pritzker - Demokrat und Spross einer der reichsten Familien der USA - Amtsinhaber Bruce Rauner von den Republikanern.

Laut "New York Times" verteidigt derweil in Arkansas Asa Hutchinson sein Amt als Gouverneur. Laut CNN gelingt dies auch dem Republikaner Bill Lee in Tennessee, dem Republikaner Charlie Baker in Massachusetts sowie dem Demokraten Tom Wolf in Pennsylvania.

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+++ 02:29 Florida ist heiß umkämpft +++
Erste Auszählungen der Kongresswahlen laufen vor allem für die Demokraten nach Plan: Laut CNN liegen sie in 15 bisher republikanischen Wahlkreisen vorn.

In Florida liegen laut CNN sowohl bei der Senats- als auch bei der Gouverneurswahl die demokratischen Kandidaten nach Auszählung von etwa zwei Dritteln der Stimmen vorn - allerdings sehr knapp. Viele dieser Stimmen stammen bisher aus Bezirken im Süden und Osten des Bundesstaates, in denen die Partei generell gut abschneidet. Der Ausgang ist also offen.

Insgesamt müssen die Demokraten 23 Sitze hinzugewinnen, um sich die Mehrheit der 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses zu sichern. Im Senat bräuchten die Demokraten zwei zusätzliche Siege, wenn es ihnen gleichzeitig gelingt, alle 26 eigenen Posten zu verteidigen. Das ist nach derzeitigem Stand eher unwahrscheinlich.

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Greg Pence

(Foto: AP)

+++ 02:22 Bruder des Vizepräsidenten wird Abgeordneter +++
In Indiana gewinnt der Republikaner Greg Pence jenen Sitz im Repräsentantenhaus, den einst sein jüngerer Bruder innehatte: Vizepräsident Mike Pence. Greg Pence übernimmt den Sitz vom Republikaner Luke Messer, der sich erfolglos um einen Senatssitz beworben hatte.

+++ 02:06 Experten erwarten sogenannten geteilten Kongress +++
Die Statistik-Website FiveThirtyEight sieht inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von fast 92 Prozent, dass die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern. Die Republikaner haben demnach ihrerseits eine Chance von fast 87 Prozent, die Kontrolle im Senat zu behalten. Das würde die Erwartungen vor der Wahl bestätigen. Wenn die beiden Kammern des US-Parlaments von unterschiedlichen Parteien dominiert werden, spricht man von einem "geteilten Kongress".

Update 02:23: Bei FiveThirtyEight liegen inzwischen die Republikaner bei der Chance auf einen Sieg im Repräsentantenhaus in Führung: Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt nun bei etwas mehr als 60 Prozent. Im Senat liegt die Wahrscheinlichkeit inzwischen bei über 95 Prozent. Damit würde die Partei von Präsident Trump die Mehrheit in beiden Kammern verteidigen.

Derweil meldet NBC, dass in Florida eine zweite Demokratin einen bisher von den Republikanern gehaltenen Sitz erobern kann.

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+++ 01:54 Demokraten übernehmen ersten Republikaner-Sitz +++
Um die Mehrheit im Kongress zu gewinnen, müssen die Demokraten den Republikanern mehrere Sitze abnehmen. In Virginia gelingt ihnen das schonmal: Laut einer Prognose von CNN gewinnt die Demokratin Jennifer Wexton den Sitz von Barbara Comstock im 10. Wahlbezirk.

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Jennifer Wexton im Wahlkampf. Sie sitzt bisher im Senat von Virginia.

(Foto: AP)

+++ 01:43 Bundesstaaten melden deutlich höhere Wahlbeteiligung  +++
Zwar werfen US-Medien schon munter mit Zahlen um sich, aber sicher ist wenig, denn die Auszählungen stehen in den meisten Wahlkreisen noch am Anfang. Alles ist also möglich. Außer in einem Punkt: Viele Staaten melden eine deutlich höhere Wahlbeteiligung im Vergleich zu den letzten Zwischenwahlen 2014.

Einige Abgeordnete des Repräsentantenhauses stehen übrigens auch schon fest: Im Wahlkreis 3 von Virginia geht der Sitz an den Demokraten Robert C. Scott. Ihm fehlt schlicht und ergreifend der Gegenkandidat. Das geht aber auch andersherum: In Georgia holt sich der Republikaner Austin Scott seinen Sitz, weil keine andere Partei einen Kandidaten aufgestellt hat.

+++ 01:11 CNN: Bernie Sanders verteidigt Senatssitz +++
CNN verkündet die ersten beiden Sieger im Rennen um die Senatssitze: Demnach werden der unabhängige Kandidat Bernie Sanders (der den Demokraten nahesteht) und der Demokrat Tim Kaine ihre Senatssitze verteidigen.

Beide kennt man auch in Deutschland: Sanders unterlag 2016 in den demokratischen Vorwahlen Hillary Clinton, die wiederum anschließend mit Kaine als Vizepräsidentschaftskandidat in die Wahl zog - und Trump unterlag.

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Bis kurz vor den Wahltag war Trump (hier mit seiner Pressesprecherin) noch auf Wahlkampftour.

(Foto: AP)

+++ 00:51 Trump verfolgt Wahlausgang mit Familie und Freunden +++
  Alle warten gespannt auf den Ausgang der Kongresswahlen. Und der Präsident? Dessen Kalender zeigt für den Wahltag keine Termine an. Stattdessen erwartet er die Ergebnisse gemeinsam mit seiner Familie und Freunden. Aus dem Weißen Haus heißt es, der Präsident und First Lady Melania Trump hätten Familienmitglieder und Freunde zu sich eingeladen. Zwar steht der Präsident selbst nicht zur Wahl, aber wie Wählerbefragungen zeigen (siehe unten), ging es vielen bei der Stimmabgabe um einen Kommentar über die Politik des Staatsoberhaupts.

+++ 00:24 Tochter erinnert emotional an John McCain +++
John McCain war jahrelang eine feste Größe sowohl im US-Senat als auch generell in der Politik seines Landes. Er starb Ende August. Seine Tochter Meghan erinnert nun an ihn: Auf Twitter postet sie ein Foto, das sie am 6. November 1984 im Alter von 15 Tagen zeigt. Sie liegt im Arm ihres Vaters, der seine Stimme bei den damaligen Präsidentschaftswahlen abgibt.

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+++ 00:24 Aktienkurse von Waffenherstellern legen zu +++
Wer denkt, die Kurse von Waffenherstellern würden seit der Amtsübernahme von US-Präsident Trump stets nach oben zeigen, irrt. Denn wenn keine strengeren Waffengesetze zu erwarten sind - wie unter Trump - kaufen die Menschen auch nicht mehr Waffen. Die Kurse fallen deshalb eher.

American Outdoor Brands
American Outdoor Brands 12,66

Am Wahltag legen nun die Aktienkurse von Waffenproduzenten wie American Outdoor Brands (AOBC) und Sturm Ruger deutlich zu - um 4,7 und 3,7 Prozent. Investoren deckten sich in der Vergangenheit immer mit derartigen Titeln ein, wenn sie strengere Gesetze erwarten, etwa wenn die Demokraten an die Macht kommen. Ist das etwa ein Zeichen für die anstehenden Entscheidungen? Das werden wir erst in ein paar Stunden wissen.

+++ 00:07 Demokraten fahren ersten Sieg ein +++
Die ersten Wahllokale in den Bundesstaaten Indiana und Kentucky haben nun geschlossen. Eine erste Entscheidung gibt es aber woanders: weit draußen im Pazifik. Im US-Territorium Guam übernimmt laut der Onlinezeitung "The Hill" erstmals eine Frau das Gouverneursamt. Der Sieg der Demokratin Lou Leon Guerrero steht beispielhaft für die höhere Zahl von Frauen, die bei dieser Wahl angetreten sind. In US-Medien wird von einer "pink Wave" (dt. "rosa Welle") gesprochen.

Erste gesicherte Ergebnisse aus Indiana, Kentucky und anderen Bundesstaaten werden dagegen erst in einigen Stunden erwartet. Die Demokraten hoffen hier und anderswo auf eine "blue wave" - blau ist die Farbe ihrer Partei.

+++ 23:53 Technische Probleme in mehreren Bundesstaaten +++
Nach Angaben des Heimatschutzministeriums gibt es nur wenige Berichte über technische Probleme bei der Wahl. US-Medien werden da etwas konkreter: Demnach kommt es an verschiedenen Orten zu Problemen und langen Warteschlangen.

Im US-Bundesstaat Georgia gibt es verschiedenen US-Medien zufolge in mehreren Wahllokalen Schwierigkeiten mit der elektronischen Stimmabgabe, was zu langen Wartezeiten führt. In dem Bundesstaat gibt es ein sehr enges Rennen um den Gouverneurs-Posten. Die "New York Times" berichtet, auch in Pennsylvania, Tennessee und Arizona gebe es bei der Abstimmung Probleme mit Wahlmaschinen.

+++ 23:35 Vielen Wählern geht es um Trump +++
Viele Menschen scheinen mit Wut im Bauch gewählt zu haben. Wut über den Präsidenten. Laut einer Nachwahlbefragung von CNN wollen etliche Bürgerinnen und Bürger bei den Kongresswahlen ihren Ärger über Donald Trump ausdrücken:

  • 39 Prozent der Befragten erklären, ihre Stimme abgegeben zu haben, um ihre Ablehnung des Präsidenten deutlich zu machen.
  • Nur 26 Prozent sagen, sie wollten Trump mit ihrer Stimme unterstützen.
  • Ein Drittel der Wähler erklärt, Trump habe bei ihrer Entscheidung keine Rolle gespielt.
  • Zwei Drittel der Befragten sagen zudem, ihre Entscheidung bereits vor mehr als einem Monat getroffen zu haben.

Übrigens: Alle aktuellen Zahlen zur Wahl finden Sie hier.

+++ 23:16 Wähler trotzen dem Regen +++
In weniger als einer Stunde schließen die ersten Wahllokale. Eins steht aber jetzt schon fest: Die Wahlbeteiligung soll ersten Berichten zufolge sehr hoch sein, zumindest bei den Frühwählern. Einige ließen sich dabei auch nicht vom Regen abhalten, wie diese Bürger in der Hauptstadt Washington.

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(Foto: dpa)

Dieses jüdisch-orthodoxe Paar gab dagegen seine Stimme im New Yorker Stadtteil Brooklyn ab, an einem Wahlautomaten.

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(Foto: dpa)

Sehr bunt sieht die Mischung in diesem New Yorker Wahllokal aus.

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(Foto: imago/Xinhua)

+++ 23:00 Trump macht Wahlkampf auf Twitter +++
Auch Trump macht noch fleißig Wahlkampf - natürlich auf Twitter. Gleich mehreren Kongress-Kandidaten spricht er dort seine "totale Unterstützung" aus, hier Randy Hultgren in Illinois.

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+++ 22:51 Die Clintons geben sich kämpferisch +++
Natürlich mischen auch die Clintons im Wahlkampf mit. Die demokratische Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary, die Trump 2016 unterlag, schreibt auf Twitter, dass es jetzt genug sei. Ihr Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, sieht bei der Wahl eine Chance, zu beweisen, dass "wir, die Menschen" stärker sei als "wir gegen die". Mit den Worten "wir, die Menschen" beginnt die Präambel der US-Verfassung.

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+++ 22:23 Wahlmanipulation - Facebook sperrt verdächtige Accounts +++
Nach dem oft thematisierten russischen Einfluss auf die Präsidentschaftswahlen 2016, wird bei den Midterms im Bereich der sozialen Netzwerke besonders scharf kontrolliert. Das US-Justizministerium listete bereits im Vorfeld zahlreiche verdächtige Twitter-Konten auf, nun hat Facebook 115 Accounts geblockt, die ein "koordiniertes unauthentisches Verhalten" aufweisen. Darunter seien 30 Facebook- und 85 Instagram-Accounts, die im Verdacht der Wahlbeeinflussung stehen.

Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen sagt allerdings, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass Unbefugte die Wahl technisch manipuliert hätten.

+++ 22:04 Trump geht mit Roboteranrufen auf Stimmenfang +++
Vor allem in seiner Heimatstadt will US-Präsident Donald Trump bei den Midterms nichts anbrennen lassen. Den einzigen republikanischen Sitz im Kongress für New York City hat aktuell Dan Donovan inne. Damit er diesen auch behält, hat Trump eine Sprachnachricht aufgezeichnet und bei 55.000 Haushalten auf Staten Island und in Brooklyn anklingeln lassen.

Die Roboteranrufe warben für seinen Parteikollegen Donovan, richteten sich aber auch gegen seinen demokratischen Mitbewerber Max Rose. "Er wird für New York schrecklich sein, einschließlich der erheblichen Anhebung der Steuern, die in New York bereits viel zu hoch sind", sagte Trump in der aufgezeichneten Botschaft.

Update 06:34: Die Anrufe haben offenbar nicht viel gebracht. Rose hat den New Yorker Wahlkreis 11 nach Angaben von CNN mit 52,8 Prozent der Stimmen gewonnen.

+++ 21:44 Deutlich höhere Wahlbeteilung als 2014 +++
Bei der Wahlbeteiligung in den USA zeichnet sich bereits eine positive Entwicklung ab. Rund 38,9 Millionen Frühwähler hätten schon vorab ihre Stimme per Briefwahl oder im Wahllokal ihre Stimme abgegeben, berichtete das Umfrageinstitut ElectProject auf seiner Webseite. 2014 seien es rund 20,5 Millionen Frühwähler gewesen.

Bei der Zwischenwahl hatten damals insgesamt 82 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. Das war die niedrigste Wahlbeteiligung seit Ende des Zweiten Weltkrieges. ElectProject geht davon aus, dass in diesem Jahr 45 Prozent der Stimmberechtigten wählen gehen. 2014 waren es demnach 36 Prozent.

+++ 21:25 Trump kämpft gegen "sozialistischen Alptraum" +++
Wie radikal Trump den Wahlkampf geführt hat, sah man am Montag bei einem seiner letzten Auftritte vor Beginn der Midterms. In Fort Wayne im Bundesstaat Indiana bezeichnete er die Demokraten als Gefahr für die Wirtschaft und Zukunft des Landes.

Soweit ist das noch normale politische Rhetorik. Doch Trump sagte, ihr politisches Ziel sei ein "sozialistischer Alptraum". Mit Blick auf die Migranten, die derzeit in Mexiko auf dem Weg Richtung USA unterwegs sind, sagte er: "Wenn ihr mehr Karawanen und mehr Verbrechen wollt, wählt morgen Demokraten."

+++ 21:00 In drei Stunden schließen die ersten Wahllokale +++
Donald Trump steht heute nirgends zur Wahl, dennoch geht es für ihn um viel: In den USA werden das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Verliert er seine Mehrheit, könnte das für ihn zum Problem werden. Die Beteiligung an vorzeitigen Wahlen lässt eine hohe Wahlbeteiligung erwarten.

Letzte Umfragen deuten darauf hin, dass Trumps Republikaner gute Chancen haben, den Senat zu halten. Die Demokraten dagegen können darauf hoffen, das Repräsentantenhaus zu erobern. Allerdings erinnern wir uns ja noch an den Ausgang der Präsidentschaftswahl 2016, als die Umfragen einen Sieg der Demokratin Hillary Clinton vorhersagten. Daher der Hinweis: Mit Umfragen kann die Wahrscheinlichkeit eines Wahlausgangs ermittelt werden. Auch unwahrscheinliche Wahlausgänge bleiben möglich. Und noch ein Hinweis: In der Regel verliert bei Zwischenwahlen in den USA die Partei des Präsidenten an Stimmen. Aber Trump hat so viele Regeln außer Kraft gesetzt, dass man sich darauf nicht verlassen sollte.

Um Mitternacht schließen in den ersten Bundesstaaten in den USA die Wahllokale, dann gibt es auch die ersten Prognosen. Wir halten sie hier auf dem Laufenden. Ein paar Fragen und Antworten zu den Midterms haben wir hier beantwortet.

+++ 20:45 Die US-Sender wissen nicht, was auf sie zukommt +++
Die Nachrichtensender in den USA haben keine Ahnung, mit welchem Ergebnis sie rechnen sollen. Das US-Magazin Politico berichtet, bei CNN seien 16 Szenarien durchgespielt worden, um vorbereitet zu sein. Sicher sei jedoch nur, dass die ersten Wahllokale um 18 Uhr Ortszeit in Kentucky schließen werden. Willkommen zum Midterms-Liveticker bei n-tv.de.

 

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/rts

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