Politik

Anschlag in Wien - Liveticker +++ 19:40 Kurz fordert mehr Einsatz der EU gegen politischen Islam +++

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz fordert mehr Engagement der EU gegen den politischen Islam. "Ich erwarte mir ein Ende der falsch verstandenen Toleranz", sagte Kurz der "Welt". Die Europäische Union müsse das Problem künftig viel stärker in den Fokus rücken. Die Ideologie des politischen Islams gefährde die Freiheit und das europäische Lebensmodell. Österreich habe selbst strenge Gesetze. "Aber dieser Anschlag im Herzen unserer Hauptstadt zeigt, dass wir wachsam und entschlossen sein müssen", so Kurz. Kurz sei in Kontakt mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und weiteren Regierungschefs zur Koordinierung eines gemeinsamen Vorgehens innerhalb der Union. Dies wolle Kurz auch zum Thema bei kommenden EU-Gipfeln machen.

+++ 19:04 IS-Terrormiliz reklamiert Anschlag für sich +++
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag in Wien für sich reklamiert. Ein "Soldat des Kalifats" habe die Attacke mit Schusswaffen und einem Messer verübt und in der österreichischen Hauptstadt rund 30 Menschen getötet oder verletzt, darunter auch Polizisten, teilte der IS auf seiner Plattform Naschir News mit.

+++ 18:43 Großbritannien erhöht Terrorwarnstufe +++
Die britischen Sicherheitsbehörden haben als Reaktion auf die jüngsten Anschläge in Wien, Nizza und Paris die Terrorwarnstufe erhöht. Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 teilte die Änderung auf die zweithöchste Warnstufe "ernst" am Dienstag auf seiner Website mit. Ein Terrorangriff gilt demnach als "sehr wahrscheinlich". Seit November 2019 herrschte in Großbritannien die dritthöchste Warnstufe, bei der ein Anschlag als "wahrscheinlich" gilt. "Dies ist eine vorsorgliche Maßnahme und basiert nicht auf einer konkreten Bedrohung", erklärte Innenministerin Priti Patel auf Twitter. "Die Menschen sollten weiter aufmerksam sein und verdächtiges Verhalten der Polizei melden", fügte sie hinzu.

+++ 18:06 Seehofer sagt Österreich Unterstützung zu +++
Die islamistischen Terroranschläge in Wien und Nizza sollen der inhaltliche Schwerpunkt des nächsten Treffens der EU-Innenminister sein. Das verabredete Bundesinnenminister Horst Seehofer mit seinem österreichischen Amtskollegen Karl Nehammer. Ursprünglich sollte es bei dem Treffen am 13. November vor allem um die Reform der gemeinsamen europäischen Asyl- und Migrationspolitik gehen. Seehofer sagte, er habe Nehammer für die Aufklärung der Hintergründe des Terroranschlags in Wien jede Unterstützung zugesagt. "Wir stehen fest an der Seite unserer österreichischen Freunde", betonte Seehofer. "Ich verurteile diesen barbarischen Terrorakt auf das Schärfste", fügte er hinzu. Die Europäer könnten den Terroristen und ihren Hintermännern nur gemeinsam das Handwerk legen.

+++ 17:55 Netz feiert Helfer von verletztem Polizisten +++
Das Netz feiert zwei junge Männer für ihren selbstlosen Einsatz während der Terrorattacke in Wien. Recep Gültekin und Mikail Özen haben am Montagabend - während noch Schüsse fielen - einer älteren Dame und einem angeschossenen Polizisten geholfen. "Wir wollten den letzten Kaffee vor den Ausgangssperren trinken und dabei sind wir mitten im Gefecht gelandet", schilderte Özen die Situation auf Instagram. Die beiden Kampfsportler hörten nach eigenen Aussagen am Schwedenplatz in der Wiener Innenstadt auf einmal Schüsse und sahen blutende Passanten. Ein Anwohner nahm die dramatischen Szenen aus seiner Wohnung in einem oberen Stockwerk auf. Die beiden Männer halfen zunächst einer älteren Dame, sich in Sicherheit zu bringen. Danach sahen sie einen verwundeten Polizisten. "Wir konnten einfach nicht nur zuschauen. Wir sind hingelaufen und haben ihn zum Krankenwagen befördert", so Özen. Dabei haben die beiden Wiener selbst ihr Leben riskiert, wie auf den Aufnahmen zu sehen war.

+++ 17:18 Deutsche Staatsbürgerin unter den Todesopfern von Wien +++
Unter den vier Todesopfern von Wien befindet sich nach Angaben von Außenminister Heiko Maas auch eine deutsche Staatsangehörige. "Wir haben jetzt die traurige Gewissheit, dass auch eine deutsche Staatsangehörige unter den Opfern des Angriffs in Wien ist. Unsere Anteilnahme und unser Beileid gelten ihren Angehörigen und Freunden", schrieb Maas auf Twitter.

+++ 16:57 Bundeskanzler Kurz gibt noch keine Entwarnung +++
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz gibt nach dem tödlichen Terroranschlag in Wien mit vier Todesopfern noch keine Entwarnung. "Die Lage ist nach wie vor angespannt", sagte Kurz der "Bild"-Zeitung. Es gebe die Angst vor Nachahmungstätern. Zudem wollte er nicht endgültig ausschließen, dass es nicht doch noch einen zweiten flüchtigen Täter geben könnte. "Wir gehen mittlerweile davon aus, dass es nur einen Täter gegeben hat, der sich sehr schnell bewegt hat und an sechs Orten in der Wiener Innenstadt um sich geschossen hat und eben zahlreiche Menschen hier kaltblütig ermordet hat. Aber wir haben noch keine hundertprozentige Gewissheit", so Kurz.

+++ 16:25 Täter von Wien hatte Kontakt zu deutschen Islamisten +++
Der Terrorverdächtige von Wien soll vor seiner Tat auch Kontakt zu deutschen Islamisten gehabt haben. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf das Urteil des Wiener Landesgerichts vom April 2019. Damals wurde Kujtim F. zu 22 Monaten Haft verurteilt. Die direkten Kontakte zu anderen Islamisten sollen nach seiner Ausreise im türkisch-syrischen Grenzgebiet stattgefunden haben. In einem "Safehouse" des IS sollen sich nach Gerichtsangaben zwei Deutsche und ein Belgier aufgehalten haben. Nach drei Tagen sei F. jedoch mitgeteilt worden, dass eine Schleusung nach Syrien derzeit zu gefährlich sei. Um wen es sich bei den Deutschen und dem Belgier handelte, geht aus dem Urteil nicht hervor.

+++ 15:56 Medien: Weiterer Islamist in Linz festgenommen +++
In der oberösterreichen Hauptstadt Linz ist laut mehreren Medienberichten im Zusammenhang mit dem Anschlag in Wien eine Person festgenommen worden. Die Nachrichtenagentur APA berichtet, Landeshauptmann Thomas Stelzer habe eine Hausdurchsuchung und eine Festnahme in Linz bestätigt. Die Tageszeitung "Kronen Zeitung" berichtet, dass es sich bei dem Verhafteten - ebenso wie beim erschossenen mutmaßlichen Täter - um einen amtsbekannten Islamisten handelt.

+++ 15:22 Täter täuschte Deradikalisierungsprogramm der Justiz +++
Der Täter von Wien wurde wegen "versuchter Dschihad-Ausreise" und versuchten Anschlusses an den IS rechtskräftig verurteilt, aber vorzeitig aus der Haft entlassen, erklärte Innenminister Nehammer. Dem bereits wegen versuchter Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung inhaftierten Mann sei es gelungen, die Behörden bei seiner vorzeitigen Entlassung über den Misserfolg seiner Deradikalisierung zu täuschen, so Nehammer. Es habe keine Warnhinweise über die Gefahr durch den 20-Jährigen gegeben.

+++ 14:44 Nehammer: Bisher kein Hinweis auf einen zweiten Täter +++
Das Innenministerium in Österreich hat noch keinen Hinweis auf einen zweiten Täter beim Terroranschlag in Wien. Das gehe aus den bisherigen Ermittlungen und der Auswertung von vielen der rund 20.000 Videos hervor, die die Bürger der Polizei zur Verfügung gestellt hätten, sagte Innenminister Karl Nehammer in Wien. Nach Hausdurchsuchungen im Umfeld des erschossenen 20 Jahre alten Attentäters seien 14 Verdächtige vorläufig festgenommen worden.

+++ 14:32 Spahn: "Europa erlebt eine Terrorwelle mitten in der Pandemie" +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat zum Schulterschluss im Kampf gegen den Islamismus aufgerufen. "Europa erlebt eine Terrorwelle mitten in der Pandemie", sagte Spahn in Berlin mit Blick auf Corona. Er zeigte sich erschüttert über den Terroranschlag von Wien und sprach den Opfern sein Beileid aus. Über den Terror und die Pandemie sagte Spahn: "Bei beiden gilt es, solidarisch zu sein und gemeinsam dagegen anzukämpfen." Eine Strategie gegen den Islamismus sei nötig. "Wir müssen diesen Kampf im Schulterschluss mit den liberalen Muslimen führen."

+++ 13:43 Wien ersucht Nordmazedonien um Täter-Informationen +++
Österreich hat sich an die Behörden in Nordmazedonien gewandt, von wo der Attentäter stammte. Dies teilte das nordmazedonische Innenministerium in der Hauptstadt Skopje mit. Die österreichische Polizei habe über den Polizeiverbund Europol um Zusammenarbeit und relevante Informationen über den Attentäter ersucht, berichtete der Fernsehsender A1 unter Berufung auf die Mitteilung. Der 20-jährige Kujtim F. war nach offiziellen Angaben ein Anhänger der radikalislamistischen Terrormiliz IS und hatte nordmazedonische Wurzeln. Namen und Herkunft nach gehörte er der albanischen Minderheit in Nordmazedonien an. Wie lokale Medien berichteten, stammt seine Familie aus dem Dorf Celopek (albanisch: Cellopek) nahe der Stadt Tetovo. Das Gebiet ist nahezu ausschließlich von ethnischen Albanern bewohnt.

+++ 12:48 Bericht: Zahl der Todesopfer erhöht sich auf fünf +++
Die Zahl der Todesopfer des Terroranschlags in Wien hat sich offenbar auf fünf erhöht. Ein 21-Jähriger sei seinen schweren Verletzungen im Spital erlegen, meldet das Portal oe24.at.

Terror in Wien
  • Bei einem Anschlag in Wien wurden vier Passanten getötet, zwei Männer und zwei Frauen. Mehr als 15 Menschen wurden verletzt, sieben davon schwer.
  • Ein schwer bewaffneter Angreifer wurde von der Polizei erschossen, ein weiterer könnte noch auf der Flucht sein.
  • Der getötete Täter ist laut Behörden Sympathisant der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die ersten Schüsse fielen in unmittelbarer Nähe einer Synagoge.
  • Die Behörden bitten die Einwohner Wiens, die Innenstadt zu meiden - und Häuser und Wohnungen nur bei wichtigen Gründen zu verlassen.

+++ 12:40 IMK-Chef Maier befürchtet neue Terrorwelle +++
Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Innenminister Georg Maier, fürchtet angesichts des Anschlags von Wien eine neue Welle des islamistischen Terrorismus. "Ich bin besorgt, dass dies erst der Anfang einer neuen Welle sein könnte", sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Auch die jüngsten Anschläge in Frankreich und Deutschland machten "auf schreckliche Art und Weise deutlich, dass die Aktivitäten der Islamisten wieder zunehmen."

+++ 12:13 Islam-Verband Ditib verurteilt Terrorangriff scharf +++
Die bundesweit größte Islam-Organisation Ditib hat den Terroranschlag scharf verurteilt. "Der brutale Terrorakt in Wien hat uns auch in Deutschland bis ins Mark getroffen", teilte die türkische Ditib in Köln mit. "Wir stehen in voller Überzeugung an der Seite der Österreicherinnen und Österreicher." Die Terroristen und ihre Sympathisanten seien eine "verachtenswerte Gruppe gescheiterter Individuen". Terroristen handelten aus Hass und wollten Hass verbreiten. "Wir gewähren ihnen keinen Millimeter", so die Ditib.

+++ 11:46 Handyvideos dokumentieren Terror-Nacht +++
Zahlreiche veröffentlichte Handyvideos dokumentieren mittlerweile die Attacke in der Innenstadt. Auf den Aufnahmen ist auch ein Täter in Kampfmontur zu sehen. Ein Augenzeuge berichtet von einer zunächst völlig überforderten Polizei.

+++ 11:24 Attentäter wollte für den IS in Syrien kämpfen +++
Der von der Polizei erschossene Attentäter wollte in der Vergangenheit nach Syrien ausreisen, um sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Er sei daran gehindert worden und stattdessen am 25. April 2019 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 22 Monaten Haft verurteilt worden, teilte Österreichs Innenminister Karl Nehammer der Nachrichtenagentur APA mit. Der Mann sei am 5. Dezember "vorzeitig bedingt entlassen" worden. Demnach galt er als junger Erwachsener und fiel damit unter die Privilegien des Jugendgerichtsgesetzes.

+++ 11:07 Zwei Festnahmen in Niederösterreich +++
In St. Pölten hat die Polizei zwei Menschen festgenommen. Wie die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtete, gab es in der niederösterreichischen Landeshauptstadt insgesamt zwei Hausdurchsuchungen. Der "Kurier" berichtete, es handele sich um Kontaktadressen des mutmaßlichen Attentäters. Widerstand geleistet habe niemand.

+++ 10:50 Kanzler Kurz: Wir werden sie jagen +++
Kanzler Sebastian Kurz hat möglichen Hintermännern des Anschlags von Wien mit Vergeltung gedroht. "Wir werden uns nicht von den Terroristen einschüchtern lassen", sagte Kurz vor Medienvertreten in Wien. "Wir werden die Täter und Hintermänner ausfindig machen, wir werden sie jagen und der Justiz zuführen." Laut Kurz handelt es sich bei den Todesopfern um einen älteren Herren, eine ältere Dame, einen jungen Passanten und eine Kellnerin.

+++ 10:18 Attentäter war vorbestraft und hatte österreichischen Pass +++
Der Attentäter, der nach dem Anschlag in der Wiener Innenstadt von der Polizei erschossen worden ist, war 20 Jahre alt, österreichischer Staatsbürger und hatte nordmazedonische Wurzeln. Er war einschlägig wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorbestraft. Das teilte Österreichs Innenminister Karl Nehammer der Nachrichtenagentur APA mit.

+++ 10:08 Dreitägige Staatstrauer in Österreich +++
Österreich ehrt die Opfer des Terrorakts mit einer dreitägigen Staatstrauer. Das beschloss der Sonder-Ministerrat in Wien. Die Staatstrauer gilt bis einschließlich Donnerstag. Die Ereignisse hätten das Land schwer erschüttert und betroffen gemacht.

+++ 09:59 Spezialkräfte in St. Pölten im Einsatz +++
Spezialeinheiten der Polizei haben laut der Zeitung "Kurier" am Morgen auch die Kontaktadresse des mutmaßlichen Attentäters in der niederösterreichischen Stadt St. Pölten durchsucht. Experten sind vor Ort derzeit mit der Spurensicherung beschäftgt, meldet das Blatt. Zur Stunde würden auch andere Zugriffe in Niederösterreich vorbereitet

+++ 09:34 Bundespolizei verstärkt Kontrollen an Grenze +++
Nach dem Anschlag kontrolliert die Bundespolizei die deutsch-österreichische Grenze mit erhöhter Wachsamkeit. "Unsere Kräfte sind entsprechend sensibilisiert", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam. Die Kontrolle der Grenze sei nun ein "taktischer Schwerpunkt". Die Grenzbeamten beachteten genau, ob es Auffälligkeiten "aus dem entsprechenden Spektrum" gebe.

+++ 09:17 Sieben Opfer schweben in Lebensgefahr +++
Nach dem Anschlag befinden sich noch insgesamt sieben Personen in kritischem, lebensbedrohlichem Zustand. Das sagte eine Sprecherin des Gesundheitsverbunds der Nachrichtenagentur APA. Über die Identität der Opfer wurden keine Angaben gemacht. Insgesamt würden 17 Opfer des Angriffs in mehreren Spitälern behandelt, sagte die Sprecherin weiter. Ein bei dem Anschlag verletzter Polizist befinde sich in "kritisch-stabilem" Zustand.

+++ 08:51 Augenzeuge: "Der Täter lag dort" +++
Florian Matthies ist gerade in der Wiener Innenstadt unterwegs, als Schüsse fallen. Er sieht Menschen auf der Straße liegen. Auch einer der Täter liegt auf dem Boden. Im Video berichtet er vom Tatgeschehen.

+++ 08:34 Israels Präsident Rivlin verurteilt Tat +++
Israels Präsident Reuven Rivlin hat den Anschlag von Wien verurteilt. "Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Österreichern, während wir die verabscheuungswürdige Terrorattacke aus der vergangenen Nacht in Wien mit Sorge verfolgen", twitterte Rivlin.

+++ 08:16 Augenzeugen schildern Anschlag +++
In der Wiener Innenstadt sind am Montagabend viele Menschen unterwegs, als die ersten Schüsse fallen. Im Video berichtet ein Augenzeuge von den chaotischen Szenen.

+++ 07:57 Weiteres Todesopfer bestätigt +++
Nach Angaben von Innenminister Karl Nehammer ist ein weiteres Opfer gestorben. Damit wurden bei der Bluttat am Montagabend insgesamt vier Passanten getötet - zwei Männer und zwei Frauen, bestätigte Nehammer der Nachrichtenagentur APA. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 07:53 Innenministerium meldet mehrere Festnahmen +++
Das österreichische Innenministerium hat mehrere Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit dem Anschlag in Wien bestätigt. Dabei seien mehrere Personen festgenommen worden, meldet der ORF unter Berufung auf die Behörde. Weitere Informationen wurden zunächst nicht bekannt.

+++ 07:42 Posierte Attentäter mit Waffen im Netz? +++
Einem Medienbericht zufolge soll der mutmaßliche Hauptverdächtige vor dem Anschlag mehrere Fotos im Netz veröffentlicht haben. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, untersuchen die Sicherheitsbehörden derzeit einen mittlerweile geschlossenen Instagram-Account. Er soll dem IS-Sympathisanten gehört haben, der am Montagabend in der Wiener Innenstadt auf Passanten schoss und von der Polizei getötet wurde. Auf den Bildern zeigt sich der Verdächtige der Zeitung zufolge mit einem Sturmgewehr, einer Pistole und einer Machete.

+++ 07:13 Kurz beruft Sonder-Kabinettsitzung ein +++
Kanzler Sebastian Kurz beruft laut der Agentur APA für den frühen Morgen eine Sonder-Kabinettsitzung per Videokonferenz ein. Im Anschluss wird er sich mit einer Rede an die Bevölkerung wenden. Um 12 Uhr lädt Kurz gemeinsam mit Vizekanzler Werner Kogler und Innenminister Karl Nehammer den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und die Klubobleute der Parlamentsparteien ins Kanzleramt ein.

+++ 06:08 Terrorattacke hat islamistisches Motiv +++
Die Terrorattacke von Wien geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Karl Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Der Attentäter sei ein Sympathisant der Terrormiliz "Islamischer Staat" gewesen, sagte Nehammer am Morgen in Wien. Es sei nicht auzuschließen, dass es noch weitere Täter gebe. Insgesamt gebe es drei Tote und 15 Verletzte. Nehammer appelierte an die Bevölkerung: "Meiden Sie die Innenstadt, bleiben Sie zu Hause." Aufgrund der Geschehnisse ist die Schulpflicht aufgehoben. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 05:25 "Wahllos geschossen": Noch keine Angaben zu Tätern und Motiv +++
Auch am frühen Morgen gibt es noch keine behördlichen Angaben zur Identität des erschossenen Angreifers. Auch über das Motiv der Attentäter gibt es noch keine Informationen. Bundeskanzler Sebastian Kurz wollte am Abend einen antisemitischen Hintergrund der Tat nicht ausschließen. Zugleich fügte er hinzu: "Wir können zu dem Hintergrund noch nicht wirklich etwas sagen." Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, schrieb auf Twitter, es könne nicht gesagt werden, ob die Synagoge, in deren unmittelbarer Nähe die ersten Schüsse fielen, eines der Ziele war.

"Fest steht allerdings, dass sowohl die Synagoge (...) als auch das Bürogebäude an derselben Adresse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse nicht mehr in Betrieb und geschlossen waren." Wiens Bürgermeister Michael Ludwig sagte, bei dem Angriff sei "wahllos auf Personen in den Lokalen" im belebten Wiener Ausgehviertel Bermuda-Dreieck geschossen worden - vor allem auf Menschen, die draußen saßen. Das gesamte Zentrum der österreichischen Hauptstadt ist weiter weiträumig abgesperrt.

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der wahrscheinliche Haupttäter sei Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Er habe seine Tat im Internetdienst Instagram angekündigt. Der Sprecher des Innenministeriums in Wien, Harald Sörös, sagte der österreichischen Nachrichtenagentur APA, sein Haus könne den Bericht vorerst nicht bestätigen.

Die Behörden wollen auf einer Pressekonferenz um 6 Uhr am Dienstagmorgen über den neuesten Stand der Fahndung und der Ermittlungen informieren.

+++ 04:21 Biden und US-Regierungsvertreter äußern sich zum Anschlag +++
Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden spricht von einem "schrecklichen Terrorangriff" in Wien: "Wir müssen alle gegen Hass und Gewalt zusammenstehen", sagt er. Der Nationale Sicherheitsberater Robert O'Brian erklärt zu dem Angriff: "Es gibt keine Rechtfertigung für derartigen Hass und Gewalt".

+++ 03:55 UN-Generalsekretär verfolgt die Situation "mit äußerster Sorge" +++
UN-Generalsekretär António Guterres hat den Terrorangriff scharf verurteilt. Er verfolge die Situation mit "äußerster Sorge", sagte der UN-Chef laut Mitteilung in der Nacht in New York. Der Familie des Opfers drückte Guterres sein Beileid aus, den Verletzten wünschte er eine rasche Genesung. Die Vereinten Nationen stünden an der Seite des österreichischen Volkes und seiner Regierung.

+++ 03:00 Munition, Pistole, Machete, Langwaffe - getöteter Angreifer war "sehr umfassend vorbereitet" +++
Bei einem bei dem von der Polizei erschossenen Angreifer gefundenen Sprengstoffgürtel handelte es sich offenbar um eine Attrappe, wie Bürgermeister Michael Ludwig erklärte. Darüber hinaus sei der Mann mit einer großen Menge Munition, einer Machete, einer Pistole und einem automatischen Sturmgewehr ausgestattet gewesen. Der Mann sei "sehr umfassend vorbereitet" gewesen, sagte Ludwig.

+++ 02:08 Anschlag fordert weiteres Todesopfer +++
Der Anschlag von Wien hat ein zweites ziviles Todesopfer gefordert: Wie Bürgermeister Michael Ludwig im ORF sagte, erlag eine Frau im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Bei dem ersten Opfer handelt es sich um einen Mann. Auch einer der Angreifer wurde getötet.

+++ 01:36 Jüdische Einrichtungen in Wien bleiben "vorsichtshalber geschlossen" +++
Oskar Deutsch, Präsident der israelitischen Religionsgesellschaft Österreich, kündigte an, dass "alle Synagogen, jüdische Schulen, sowie die Institutionen der IKG, koschere Restaurants und Supermärkte morgen vorsichtshalber geschlossen" bleiben. Der Anschlag nahm seinen Anfang in unmittelbarer Nähe der Synagoge in Wien. Ob die Gewalttat einen antisemitischen Hintergrund hat, ist noch unklar.

+++ 01:21 Mindestens ein Täter ist noch auf der Flucht +++
Innenminister Karl Nehammer verkündete, dass mindestens ein Tatverdächtiger noch auf der Flucht sei. Er appellierte aufgrund der Gefahrenlage an die Bürger in Wien, auch am Dienstag wenn irgend möglich zunächst zu Hause zu bleiben. Die Schulpflicht in Wien ist für Dienstag ausgesetzt. Es sei der schwerste Tag für Österreich seit vielen Jahren. Wir haben es mit einem Terroranschlag zu tun, wie seit vielen Jahren zum Glück nicht mehr.“

Die tschechische Polizei kündigte als Reaktion auf die tödlichen Schüsse "stichprobenartige" Kontrollen an der Grenze zum Nachbarland an. Die Polizei stehe in Kontakt zu ihren österreichischen Kollegen, sagte Innenminister Minister Jan Hamacek. In Bayern gab es hingegen vorerst keine verstärkten Kontrollen an der Grenze zu Österreich, wie die Bundespolizeidirektion Potsdam erklärte.

+++ 01:05 Angeschossener Polizist ist außer Lebensgefahr +++
Der nahe der Synagoge angeschossene Polizist befindet sich offenbar nicht mehr in Lebensgefahr, bestätigte Kanzler Kurz. Der Polizist wurde schwer verletzt und wird derzeit operiert, sagte der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl.

+++ 00:48 Österreichs Präsident: Werden Freiheit und Demokratie verteidigen +++
Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat den mutmaßlichen Terroranschlag scharf verurteilt und den Opfern seinen Beistand zugesichert. "Wir werden unsere Freiheit und Demokratie gemeinsam und entschlossen mit allen gebotenen Mitteln verteidigen." Er stehe mit der Regierung im Austausch. Zugleich bedankte sich Van der Bellen für den Beistand anderer Staats- und Regierungschefs.

+++ 00:14 Kurz: Täter hatten automatische Waffen +++
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat neue Erkenntnisse über die Täter mitgeteilt. Sie sollen "sehr gut ausgerüstet", "hochprofessionell" mit "automatischen Waffen" vorgegangen, sagte er im ORF. Der Einsatz laufe noch auf Hochtouren. "Die Lage ist weiterhin angespannt." Es sei noch unklar, ob das öffentliche Leben am Morgen normal wieder aufgenommen werden könne. Dies hänge von der Entwicklung in der Nacht ab. Es seien weiter Verdächtige auf der Flucht.

+++ 23:54 Macron sagt Österreich Unterstützung zu +++
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Österreich sein Mitgefühl ausgesprochen. Macron habe Österreichs Kanzler Sebastian Kurz volle Solidarität und Unterstützung Frankreichs zugesagt und Hilfe angeboten, falls diese notwendig sei, hieß es aus Kreisen des Präsidentenpalasts in Paris. Die Franzosen teilten den Schock und die Trauer der Österreicher, schrieb Macron außerdem auf Deutsch und Französisch auf Twitter. "Nach Frankreich ist es ein befreundetes Land, das angegriffen wird. Dies ist unser Europa", so Macron weiter. "Unsere Feinde müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wir werden nichts nachgeben."

+++ 23:28 Kanzler Kurz verurteilt "widerwärtigen Terroranschlag" +++
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat den mutmaßlichen Anschlag in Wien am Montagabend als "widerwärtigen Terroranschlag" verurteilt. "Unsere Polizei wird entschlossen gegen die Täter dieses widerwärtigen Terroranschlags vorgehen", schrieb der österreichische Regierungschef im Kurznachrichtendienst Twitter. "Wir erleben gerade schwere Stunden in unserer Republik. Ich möchte allen Einsatzkräften danken, die insbesondere heute für unsere Sicherheit ihr Leben riskieren", schrieb Kurz weiter. "Das ganze Land ist in Gedanken bei den Opfern, Verletzten und ihren Angehörigen, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausdrücke."

+++ 23:18 Bundesheer nach Wien einberufen - Unterstützung für Polizei +++
Der österreichische Innenminister Nehammer hat im ORF erklärt, dass das Bundesheer zur Unterstützung nach Wien einberufen wurde. Die Soldaten sollen den Objektschutz in der Stadt übernehmen, damit sich die Polizei auf die Terrorismusbekämpfung konzentrieren könne.

+++ 23:10 Bürgermeister: Überprüfen, ob der erschossene Täter einen Sprengstoffgürtel trägt +++
In einem Gespräch mit dem ORF erklärte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, dass der erschossene Täter derzeit untersucht werde. Zum einen, um weitere Erkenntnisse zu den Tätern zu gewinnen, aber auch, um zu klären, ob er einen Sprengstoffgürtel angelegt hatte. Die Polizei geht weiterhin von mehreren Tätern aus.

+++ 23:01 15 Verletzte werden im Krankenhaus behandelt +++
Einem ORF-Reporter zufolge werden 15 Opfer des Angriffes in Krankenhäusern behandelt. Davon seien sieben schwer verletzt.

+++ 22:57 Google markiert Tatort mit Warnzeichen +++
Google hat mittlerweile einen der Tatorte mit einem Warnzeichen markiert. Auf der Seitenstettengasse am Schwedenplatz wurde im Kartendienst von Google ein rotes Ausrufezeichen mit der Beschriftung "Wien - Vorfall" angezeigt. Die Polizei hatte zuvor getwittert, dass genau dort gegen 20 Uhr Schüsse gefallen seien. Die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, dass die Polizei die Menschen zum Verlassen der Innenstadt auffordere. "Verlassen Sie den ersten Bezirk!", riefen schwer bewaffnete Polizisten in Schutzausrüstung Radfahrern, Spaziergängern und Passanten demnach zu. Der erste Bezirk ist die Innenstadt der österreichischen Hauptstadt.

+++ 22:40 Wiener Polizei: Ein Täter erschossen - sechs Tatorte +++
Bei der mutmaßlichen Terrorattacke in Wien ist laut Polizei am Montagabend ein Täter erschossen worden. Im Bereich einer Synagoge seien mehrere Täter mit Langwaffen unterwegs gewesen. Es gebe sechs Tatorte. Ein Passant sei getötet worden.

+++ 22:35 Deutsche Politiker zeigen sich bestürzt +++
Deutsche Politiker haben bestürzt auf den mutmaßlichen Terroranschlag in der Innenstadt von Wien reagiert. Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans sprach am Montagabend auf Twitter von "erschütternden Nachrichten". "Was auch immer das Motiv und wer auch immer die Täter sein könnten. Solche Taten verdienen Ächtung, null Toleranz und die ganze Härte des Gesetzes." FDP-Chef Christian Lindner twitterte: "Unsere Gedanken sind in #Wien".

+++ 22:20 Nahverkehr hält nicht in Wiener Innenstadt +++
In der Wiener Innenstadt werden nach Angaben der Polizei derzeit keine Haltestellen mehr vom öffentlichen Nahverkehr angefahren. "Bleiben Sie in Sicherheit, verlassen Sie öffentliche Orte umgehend", twitterte die Polizei der österreichischen Hauptstadt.

+++ 22:15 Innenminister geht nach Schüssen in Wien von "Terroranschlag" aus +++
Nach den Schüssen nahe einer Synagoge in der Wiener Innenstadt hat der österreichische Innenminister Karl Nehammer von einem "augenscheinlichen Terroranschlag" gesprochen. Der Angriff dauere an und es gebe mehrere Täter, sagte der Minister am Montagabend dem Fernsehsender ORF. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Quelle: ntv.de, jpe/mba/ter/dpa/AFP/rts

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