Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 20:51 Ukraine meldet starken Beschuss der Luftwaffen-Kommandozentrale +++

24.03.2022, 21:30 Uhr

Die Kommandozentrale der ukrainischen Luftwaffe in Winnyzja ist nach ukrainischen Angaben mit russischen Marschflugkörpern angegriffen und stark beschädigt worden. Nach Angaben der ukrainischen Armee feuerten die russischen Streitkräfte sechs Marschflugkörper ab. Einige seien von der ukrainischen Luftabwehr abgefangen worden, andere hätten Gebäude getroffen und "erhebliche Schäden angerichtet", erklärt das Kommando der ukrainischen Luftwaffe im Messengerdienst Telegram. Die Folgen des Raketenangriffs würden noch ermittelt, heißt es weiter. Auf Telegram veröffentlicht die Armee ein Foto eines zerstörten Gebäudeteils. Die ukrainische Luftwaffe und Luftabwehr konnten bislang eine vollständige Kontrolle der russischen Armee über den ukrainischen Luftraum verhindern.

+++ 20:40 Pentagon: Cherson nicht mehr fest in russischer Hand +++

Offenbar hat Russland die vollständige Kontrolle über das ukrainische Cherson verloren. Das berichtet die "New York Times" mit Verweis auf einen Vertreter des US-Pentagons. Cherson war die erste größere Stadt, die von den Truppen des russischen Präsidenten Wladimir Putin eingenommen wurde. Danach kam es immer wieder zu Protesten der Bevölkerung. Dem Bericht zufolge äußerten ukrainische Offizielle und Einwohner Chersons jedoch Zweifel an dem Pentagon-Bericht. Demnach sei die Stadt weiterhin in russischer Hand, während die ukrainische Armee in der Region kämpfe.

+++ 20:29 EU-Länder wollen künftig gemeinsam Gas kaufen +++

Nach neunstündigem Ringen um Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise einigen sich die EU-Länder darauf, gemeinsam Gas einzukaufen. "Ich begrüße, dass wir unsere gemeinsame Verhandlungskraft nutzen werden", sagt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem Gipfel am Abend. "Anstatt uns gegenseitig zu überbieten und die Preise in die Höhe zu treiben, werden wir unsere Nachfrage bündeln." Bei Pipeline-Gas repräsentiere die EU etwa 75 Prozent des Marktes. "Wir haben eine enorme Kaufkraft", sagt von der Leyen.

+++ 20:24 Selenskyj und Erdogan sprechen über Lebensmittelknappheit +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tyyip Erdogan die Ergebnisse des NATO-Gipfels und eine drohende Lebensmittelknappheit besprochen. Es sei auch über Möglichkeiten zur Vermeidung einer Hungersnot geredet worden, teilt Selenskyj mit. Erdogans Büro zufolge hat der Präsident auf dem Gipfel seine Unterstützung für die Ukraine unterstrichen.

+++ 20:13 Kreml sieht "erste Etappe der Operation im Großen und Ganzen erfüllt" +++

Nach einem Monat Krieg gegen die Ukraine zieht der russische Generalstab ungeachtet von Berichten über hohe Verluste ein positives Fazit. "Im Großen und Ganzen sind die grundlegenden Aufgaben der ersten Etappe der Operation erfüllt", sagt der Vizechef des russischen Generalstabs, Sergej Rudskoj, der Agentur Interfax zufolge. "Das Kampfpotenzial der ukrainischen Streitkräfte wurde erheblich reduziert, das ermöglicht es, ich betonte das noch einmal, die Hauptanstrengungen auf das Erreichen des Hauptziels zu richten - die Befreiung des Donbass." Nach Ansicht westlicher Militärexperten reagieren die russischen Streitkräfte mit der Darstellung auch auf die stockenden Vorstöße auf größere Städte wie Kiew, Charkiw und Mykolajiw.

+++ 20:01 Bericht: Kiew soll selbst Waffen bei deutschen Herstellern gekauft haben +++

Die Ukraine hat offenbar Waffen selbst Waffen von deutschen Herstellern gekauft. Nach "Welt"-Informationen habe die Regierung in Kiew 2650 Panzerabwehrwaffen aus Deutschland mit eigenem Geld bezahlt. Dem Bericht zufolge hat die Bundesregierung dem Export zugestimmt. Die Bundesregierung hätte demnach zuvor wochenlang ohne Ergebnis geprüft, ob sie Waffen deutscher Hersteller ankaufe und diese dann der Ukraine übergeben könne. Am Montag sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in Brüssel, die EU werde das Volumen für Waffenlieferungen an die Ukraine auf eine Milliarde Euro verdoppeln. Die Bundesregierung werde dafür sorgen, dass Bestellungen bei deutschen Rüstungsfirmen schnell realisiert würden, sagte sie am Rande von Beratungen der EU-Außen- und Verteidigungsminister. Man könne aber "nicht in aller Öffentlichkeit darüber reden, weil es geht hier um Leben und Tod".

+++ 19:47 USA: Russland verschiebt Schwerpunkt von Kiew in den Donbass +++

Russland verlegt nach Einschätzung der USA den Schwerpunkt seines Militäreinsatzes in der Ukraine weg von der Hauptstadt Kiew in den Donbass im Osten des Landes. Damit könnte Russland versuchen, die ukrainischen Truppen dort vom Rest des Landes abzuschneiden und seine Position in Verhandlungen zu stärken, sagt ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Militärs. Russland versuche auch, aus Georgien Verstärkung in die Ukraine zu entsenden.

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+++ 19:35 Deutsche Raketen und Maschinengewehre in der Ukraine eingetroffen +++

In der Ukraine sind weitere Waffen aus Deutschland für den Kampf gegen die russischen Angreifer eingetroffen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus ukrainischen Regierungskreisen erfuhr, handelt es sich um 1500 Luftabwehrraketen vom Typ "Strela" und 100 Maschinengewehre MG3. Hinzu kommen acht Millionen Schuss Munition für Handfeuerwaffen. Außerdem sind den Angaben zufolge jenseits der Waffen weitere Hilfsgüter aus Deutschland für die ukrainischen Streitkräfte im Kriegsgebiet angekommen. Das Bundesverteidigungsministerium wollte sich nicht zu den Angaben äußern.

+++ 19:24 Papst Franziskus verurteilt "schändlichen Krieg" +++

Papst Franziskus verurteilt bei einem Gottesdienst den "schändlichen Krieg" in der Ukraine. "In diesen Tagen (...) zerstören Bomben die Häuser so vieler unserer wehrlosen ukrainischen Brüder und Schwestern", sagt der Papst in seiner Predigt während eines Bußgottesdienstes, in dem er die Ukraine und Russland "dem unbefleckten Herzen Mariens" weihte. "Der schändliche Krieg, der über so viele Menschen hereingebrochen ist und unter dem alle leiden, löst in einem Jeden Furcht und Schrecken aus", fügt der Papst vor rund 3500 Menschen im Petersdom hinzu, unter ihnen der ukrainische Botschafter und Vertreter des diplomatischen Korps im Vatikan.

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"Der schändliche Krieg, der über so viele Menschen hereingebrochen ist und unter dem alle leiden, löst in einem Jeden Furcht und Schrecken aus", sagt Papst Franziskus. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

+++ 19:06 Erste ukrainische Geflüchtete aus Moldau in Deutschland angekommen +++

Die ersten 134 ukrainischen Geflüchteten aus Moldau sind in Deutschland eingetroffen. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und Innenministerin Nancy Faeser begrüßen die Menschen am Frankfurter Flughafen. Baerbock spricht von "einem leuchtenden Zeichen von Menschlichkeit in dieser dunklen Zeit". Dies sei der erste Flug "einer dauerhaften solidarischen Luftbrücke". Faeser sagt: "Deutschland kann ein Drehkreuz für die gerechte Verteilung in Europa sein." In einem ersten Schritt hat die Bundesregierung die Aufnahme von 2500 Flüchtlingen aus Moldau zugesagt.

+++ 18:57 Lindner: Energieversorger sollten Gas nicht in Rubel zahlen +++

Die deutschen Energieversorger sollten Bundesfinanzminister Christian Lindner zufolge Gaslieferungen aus Russland nicht in Rubel begleichen. Russlands Präsident Wladimir Putin, den der Westen für den Angriff auf die Ukraine verantwortlich macht, versuche hier, seine wirtschaftliche Situation zu verbessern. "Wenn in Rubel bezahlt wird - vollständig in Rubel bezahlt wird - dann stärkt das seine Währung. Die Verträge sind alle auf Euro beziehungsweise auf Dollar ausgerichtet, und ich glaube nicht, dass es ein guter Rat wäre, die Bedingungen von Herrn Putin zu akzeptieren", sagt FDP-Chef Lindner dem TV-Sender "Welt". Die Entscheidung liege aber bei den privaten Energieversorgern.

+++ 18:44 Russischer Botschafter erstattet Anzeige gegen italienische Zeitung +++

Der russische Botschafter in Italien geht wegen eines Leitartikels, in dem über eine Ermordung von Kreml-Chef Wladimir Putin spekuliert wird, juristisch gegen die Tageszeitung "La Stampa" vor. Botschafter Sergej Rasow erstattet Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Rom wegen Anstiftung zu einem Verbrechen. Der Artikel des Kriegsreporters Domenico Quirico verstoße gegen die "Ethik, die Moral und die Regeln des Journalismus", erklärt er. Quirico hat in seinem am Dienstag veröffentlichten Leitartikel geschrieben: "Da eine militärische Intervention ausgeschlossen und eine diplomatische Lösung nicht in Sicht ist, bleibt nur noch die Theorie von der Ermordung des Zaren durch einen Getreuen." Der Kriegsreporter kommt jedoch zu dem Schluss, dass eine Ermordung Putins wohl "zu einem noch schlimmeren Chaos führen würde". "La Stampa"-Chefredakteur Massimo Giannini weist die Anschuldigungen des russischen Botschafters auf AFP-Anfrage zurück.

+++ 18:28 Gouverneur: Ukrainische Truppen halten Mariupol +++

Die seit Tagen unter schweren Angriffen stehende Hafenstadt Mariupol im Osten der Ukraine ist nach Angaben des Gouverneurs der Region Donezk immer noch in der Hand ukrainischer Truppen. Gouverneur Pawlo Kyrylenko erklärt im Fernsehen, rund 65.000 Einwohner hätten zu Fuß oder mit dem eigenen Auto aus der Stadt fliehen können, obwohl die meisten Versuche zur Einrichtung von Fluchtkorridoren gescheitert seien.

+++ 18:16 Prag setzt Zeichen auf Straße vor russischer Botschaft +++

Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine wird die tschechische Hauptstadt Prag den Straßenabschnitt vor der russischen Botschaft in "Straße der ukrainischen Helden" umbenennen. Das habe der Gemeinderat beschlossen, teilt ein Sprecher mit. Eine nahe gelegene Brücke über eine Bahnstrecke werde zudem nach dem ukrainischen Soldaten Witalij Skakun benannt. Der Pionier soll den Angaben nach mit der Sprengung einer Brücke im Süden der Ukraine, bei der er selbst ums Leben kam, den russischen Vormarsch verzögert haben. Der Rest der Allee, der nicht an die russische Botschaft grenzt, behält den bisherigen Namen "Korunovacni" (Krönungsstraße).

+++ 17:58 Biden bezeichnet Putin erneut als "Kriegsverbrecher" +++

US-Präsident Joe Biden nennt Russlands Präsidenten Wladimir Putin bei seinem Besuch in Polen erneut einen "Kriegsverbrecher". Die Verwüstung in der Ukraine gehe "von einem Mann aus, den ich, offen gesagt, für einen Kriegsverbrecher halte", sagt Biden im polnischen Rzeszow etwa 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. "Und ich denke, das wird auch der rechtlichen Definition entsprechen", fügt er hinzu. Biden hat Putin bereits in der Vergangenheit als Kriegsverbrecher bezeichnet. Das Weiße Haus hatte daraufhin betont, dass der US-Präsident aus seinem Herzen gesprochen habe.

+++ 17:37 Frankreich bestellt russischen Botschafter nach Tweet ein +++

Frankreich bestellt den russischen Botschafter ins Pariser Außenministerium ein, um gegen eine von der Botschaft auf Twitter veröffentlichte Karikatur zu protestieren. Zu sehen ist eine auf einem Tisch liegende, Europa darstellende Frau. Zwei Männer, die die USA und die EU darstellen, stechen Spritzen mit den Aufschriften Russophobie, Neo-Nazismus und Sanktionen in sie. "Diese Kurzbotschaften sind inakzeptabel", erklärt das Außenministerium. Das habe man dem Botschafter klar gemacht. "Wir versuchen, einen Gesprächskanal mit Russland offenzuhalten und dafür sind solche Aktionen vollkommen ungeeignet." Die Botschaft hat den Tweet mittlerweile gelöscht.

+++ 17:25 Moskau: Verhandlungen mit Ukraine stocken weiter +++

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine kommen nach Angaben des russischen Chefunterhändlers in den zentralen Fragen nicht voran. "In zweitrangigen Punkten stimmen die Positionen überein. Aber in den politischen Hauptfragen kommen wir nicht voran", sagt Wladimir Medinski nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Moskau bestehe auf der Unterzeichnung eines "vollständigen Abkommens", das seine Forderungen nach einer Neutralität, Demilitarisierung und "Entnazifizierung" der Ukraine berücksichtige sowie auf Anerkennung einer russischen Souveränität der von Russland besetzten Krim und der Unabhängigkeit der beiden prorussischen "Republiken" in der Ostukraine, sagt Medinski weiter. Kiew gehe es vor allem darum, "Sicherheitsgarantien von Dritten zu erhalten, wenn die Ukraine kein Mitglied der NATO werden kann", sagt Medinski.

+++ 17:12 Biden dankt US-Truppen bei Besuch in Polen +++

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat US-Präsident Joe Biden den US-Soldaten in Polen für deren Einsatz an der Ostflanke der NATO gedankt. "Ich bin aus einem einfachen, wesentlichen Grund gekommen", sagt Biden bei einem Truppenbesuch in Rzeszow, rund 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. "Um danke zu sagen. Danke, danke, danke für Ihren Dienst." Er fügt hinzu: "Gott segne Sie alle und schütze Sie." Biden unterstreicht zudem, dass durch Truppenverstärkungen wegen des Ukraine-Krieges inzwischen 100.000 US-Soldaten in Europa seien.

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"Ich bin aus einem einfachen, wesentlichen Grund gekommen, um danke zu sagen. Danke, danke, danke für Ihren Dienst", sagt US-Präsident Biden. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

+++ 16:57 Schweiz übernimmt neuestes EU-Sanktionspaket +++

Die Schweiz setzt auch das vierte Sanktionspaket der Europäischen Union um. Die Ausfuhr von Gütern für den Energiesektor und damit verbundene Dienstleistungen würden neu untersagt, teilt die Regierung mit. Zudem werde ein Einfuhrverbot von Eisen- und Stahlerzeugnissen aus Russland sowie ein Verbot der Ausfuhr von Luxusgütern eingeführt. Im Finanzbereich würden Transaktionen mit einigen staatseigenen Unternehmen verboten. Die Maßnahmen träten am 25. März um 23.00 Uhr (MEZ) in Kraft. Dagegen dürften die russischen Sender Sputnik und Russia Today in der Schweiz weiter verbreitet werden. Damit weicht das neutrale Land in einem Punkt von einem früheren Sanktionspaket der EU ab.

+++ 16:45 Ukrainische Bürger kaufen "Abertausende Waffen" +++

Bereits einige Wochen vor dem Krieg kommen immer mehr Leute in seinen Laden, erklärt Sachar Sluschalyj. Er verkauft Waffen. Im Angesicht der russischen Invasion steigt der Wille zur Selbstverteidigung. Auch das Waffenrecht ist längst deutlich gelockert.

+++ 16:34 Ukraine: Verhandlungen mit Russland bleiben schwierig +++

Die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gestalten sich nach Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba sehr schwierig. Kuleba sagt, über vier vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan genannte Punkte sei keine Einigung erzielt werden. Erdogan hatte zuvor gesagt, Russland und die Ukraine könnten sich in ihren Gesprächen bei vier von sechs diskutierten Hauptthemen einigen.

+++ 16:20 Weißes Haus: USA werden "unter keinen Umständen" Chemiewaffen einsetzen +++

Die USA werden nach Angaben des nationalen Sicherheitsberaters Jake Sullivan "unter keinen Umständen" Chemiewaffen einsetzen, auch nicht im Falle eines russischen Chemiewaffeneinsatzes in der Ukraine. Russland werde in dem Fall einen "hohen Preis" zahlen, sagt Sullivan an Bord der US-Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten. "Ich sage nur so viel: Die Vereinigten Staaten haben nicht die Absicht, Chemiewaffen zu nutzen. Punkt. Unter keinen Umständen." Es gebe eine Annäherung zwischen den westlichen Staats- und Regierungschefs darüber, welche Maßnahmen im Falle eines russischen Chemiewaffeneinsatzes ergriffen würden, sagt Sullivan. Das Weiße Haus habe dazu eine Arbeitsgruppe gebildet.

+++ 16:02 Insgesamt mehr als 3,7 Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine +++

Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine steigt auf mehr als 3,7 Millionen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR registriert laut seiner Website bis zum heutigen Freitagmittag 3.725.806 Menschen, die seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar aus der Ukraine flüchteten. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 50.000 Flüchtlingen im Vergleich zum Vortag. Insgesamt mussten nach UN-Angaben bereits mehr als zehn Millionen Menschen in der Ukraine ihre Häuser verlassen. 6,5 Millionen Menschen leben demnach derzeit als Binnenflüchtlinge in der Ukraine. Bei rund 90 Prozent der Flüchtlinge aus der Ukraine handelt es sich nach UN-Angaben um Frauen und Kinder. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef geht allein von 1,5 Millionen minderjährigen Flüchtlingen aus dem Kriegsland aus.

+++ 15:53 Russland will Westflanke wegen NATO-Aktivitäten stärken +++

Russland will als Reaktion auf die NATO-Aktivitäten vor seinen Grenzen seine Westflanke militärisch stärken. An der Ostflanke der NATO habe sich eine gewaltige Gruppierung gebildet, "eine mächtige militärische Infrastruktur, eine Verteidigungsstruktur der NATO", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Der russische Präsident Wladimir Putin hat laut Peskow Verteidigungsminister Sergej Schoigu bereits zu Schritten für eine Verbesserung der Verteidigungslinie aufgefordert - noch vor den jüngsten Ankündigungen der NATO, ihre Präsenz im Osten weiter zu verstärken. Nach Darstellung von Peskow soll Schoigu Putin konkrete Vorschläge machen.

+++ 15:39 Moskau: Russische Streitkräfte legen Fokus auf "Befreiung" des Donbass +++

Die russischen Streitkräfte konzentrieren sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau auf die völlige "Befreiung" des Donbass. Generell werde nicht ausgeschlossen, verbarrikadierte ukrainische Städte zu stürmen, erklärt das Ministerium laut russischer Nachrichtenagentur Ifax. Für die "Spezial-Operation" in der Ukraine habe das Ministerium zwei Optionen erwogen: entweder innerhalb der Separatisten-Gebiete im Donbass oder im gesamten Territorium der Ukraine. Die ersten bei dem militärischen "Sondereinsatz" in der Ukraine gesetzten Ziele seien erreicht und die "ukrainischen Kampfeinheiten in bedeutendem Umfang reduziert worden", sagt der stellvertretende Generalstabschef Sergej Rudskoj. Damit könne die Armee künftig "den Großteil ihrer Anstrengungen auf das Hauptziel richten: Die Befreiung des Donbass".

+++ 15:23 Orban lehnt Selenskyjs Forderung nach Waffentransit erneut ab +++

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban weist erneut Forderungen des Nachbarlands Ukraine nach einer Transiterlaubnis für Waffenlieferungen sowie eine Ausweitung der Sanktionen gegen Russland zurück. Beide Forderungen würden ungarischen Interessen widersprechen, erklärt Orbans Sprecher Bertalan Havasi nach Angaben der staatlichen ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Am Vorabend hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache beim EU-Gipfeltreffen speziell an Orban gewandt. Er forderte den Ungarn auf, im Krieg zwischen Russland und der Ukraine eine eindeutige Position zu beziehen.

+++ 15:12 Putin wirft Westen Nazi-Methoden vor +++

Der russische Präsident Wladimir Putin vergleicht die Absage von Auftritten russischer Künstler im Westen mit den Bücherverbrennungen der Nazis. "Heute versucht man, ein tausend Jahre altes Land auszulöschen - ich spreche von der fortschreitenden Diskriminierung von allem, was mit Russland in Verbindung steht", sagt Putin in einem im Fernsehen übertragenen Gespräch mit Künstlern. "Das letzte Mal, dass eine solche Massenkampagne zur Vernichtung unerwünschter Literatur ausgeführt wurde, war vor fast 90 Jahren von den Nazis in Deutschland. Wir erinnern uns noch gut an die Bilder von brennenden Büchern auf öffentlichen Plätzen."

+++ 14:56 Ukraine: Weiterer russischer General getötet +++

Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen weiteren russischen Top-General getötet. Das teilt Olexij Arestowitsch, Berater des Büroleiters von Präsident Wolodymyr Selenskij, mit. "Im Laufe des vergangenen Tages haben unsere Truppen (…) den Kommandeur der 49. Armee des südlichen Militärbezirks Russlands, Generalleutnant Jakow Wladimirowitsch Rezantsew, getötet", sagt er. Demnach starb der General auf dem Flugplatz in Tschornobajiwka in der Region Cherson im Süden der Ukraine. Vor rund einer Woche wurde auf demselben Flugplatz Generalleutnant Andrej Mordwitschew, Kommandeur der 8. Armee des südlichen Militärbezirks der russischen Streitkräfte, getötet.

+++ 14:42 Russland meldet 1351 getötete Soldaten +++

Nach Angaben des russischen Generalstabs sind in der Ukraine 1351 russische Soldaten getötet worden. Bei der "Spezialoperation" seien zudem 3825 Soldaten verletzt worden, teilt das Militär der Agentur Interfax zufolge in Moskau mit. Es sind die ersten offiziellen Zahlen seit Anfang März, als die Zahl mit 498 getöteten Soldaten angegeben worden war. Experten gehen allerdings von Tausenden toten russischen Soldaten aus.

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+++ 14:33 Ukraine: Russland hat teilweise Landbrücke zur Krim +++

Den russischen Truppen gelingt es nach ukrainischen Angaben zum Teil, eine Landbrücke von der Region Donezk im Osten bis zur Halbinsel Krim zu schaffen. Das teilt das Verteidigungsministerium in Kiew in einem Online-Post mit. Russland hat die Krim 2014 annektiert.

+++ 14:16 Energie-Entlastungspaket kostet Bund rund 17 Milliarden Euro +++

Finanzminster Christian Lindner geht davon aus, dass das neue Paket den Bund rund 17 Milliarden Euro kosten werde. Es werde Teil des geplanten Ergänzungshaushalts, den er am 27. April dem Kabinett vorlegen wollte, kündigt der FDP-Chef im Bundestag an. SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert beziffert das Volumen für das Energie-Entlastungspaket auf gut 20 Milliarden Euro. Das erste Maßnahmenbündel zur Entlastung von den hohen Energiepreisen im Februar habe bereits ein Volumen von 15 Milliarden Euro gehabt, sagt Kühnert im Bundestag.

+++ 13:59 Russland reagiert entspannt angesichts möglichen G20-Rauswurfs +++

Der Kreml reagiert demonstrativ gelassen auf Forderungen, Russland aus der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auszuschließen. "Das G20-Format ist wichtig", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass zufolge. Allerdings sei ein Ausschluss "nicht fatal" - derzeit führten ohnehin die meisten G20-Mitglieder einen Wirtschaftskrieg gegen Russland. Moskau sei bereit, sich an den Sitzungen zu beteiligen, wolle aber nun auch neue Kontakte und Beziehungen aufbauen. Die USA versuchten auf aggressive Weise, Russland zu isolieren, so Peskow. "Bisher war diese Linie nur teilweise effektiv, die Welt ist vielfältiger, es gibt nicht nur die USA und die europäischen Länder." Viele Staaten hätten eine deutlich ausgewogenere und nüchternere Haltung, sie stellten Fragen und führten echten Dialog, ohne Russland abzuschneiden.

+++ 13:52 Kirche berichtet von getötetem Seelsorger - wäre erstes Opfer auf russischem Boden +++

Bei einem ukrainischen Raketenangriff wird nach Angaben der russisch-orthodoxen Kirche ein Militärseelsorger in Russland getötet. Der russische Geistliche Oleg Artjomow sei im Dorf Schurawljowka in der Region Belgorod im russisch-ukrainischen Grenzgebiet unter Beschuss durch einen ukrainischen Raketenwerfer vom Typ Smertsch gekommen und "im Dienst gestorben", teilt die für die Militärseelsorge zuständige Abteilung des orthodoxen Patriarchats von Moskau mit. Es handelt sich um den ersten offiziell gemeldeten Todesfall auf russischem Staatsgebiet seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine am 24. Februar. Das Dorf Schurawljowka, in dem sich der Beschuss auf den Militärgeistlichen ereignet haben soll, liegt nur zwei Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Bis zur zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw sind es von dem Ort weniger als 30 Kilometer.

+++ 13:42 Offiziell mehr als 250.000 ukrainische Flüchtlinge in Deutschland angekommen +++

Die Fluchtbewegung aus der Ukraine nach Deutschland hält unvermindert an. Wie das Bundesinnenministerium mitteilt, stellt die Bundespolizei seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor gut einem Monat die Ankunft von insgesamt 253.157 Kriegsflüchtlingen fest. Innerhalb eines Tages kommen aktuell rund 7000 Flüchtlinge neu hinzu - eine ähnliche Zahl wie an den Tagen zuvor. In der Vorwoche sind täglich jeweils mehr als zehntausend Ukraine-Flüchtlinge eingereist, die von der Bundespolizei erfasst werden. Da es im Regelfall keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen gibt und Ukrainer zudem ohne Visum einreisen dürfen, ist die Zahl der tatsächlich Angekommenen wahrscheinlich deutlich höher. Nicht erfasst wird außerdem, wie viele der Geflüchteten von Deutschland aus in andere Staaten weiterreisen.

+++ 13:31 Russland: Planen keinen Angriff mit Chemiewaffen +++

Russland weist US-Vorwürfe zurück, einen Angriff mit Chemiewaffen in der Ukraine zu planen und erneuert seinerseits Anschuldigungen gegen die USA. Die wollten mit ihren Behauptungen lediglich von geheimen Biolaboren ablenken, die sie in der Ukraine betrieben hätten, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass zufolge. Russland behauptet seit Wochen, die USA hätten in der Ukraine geheime Laboratorien für die Entwicklung biologischer Waffen betrieben. Washington weist dies strikt zurück und wirft Moskau vor, die Anschuldigungen nur zu erheben, um einen Anlass für einen eigenen Biowaffenangriff zu haben oder den Einsatz zu verschleiern. Internationale Faktenchecker entkräften Behauptungen über ein angebliches Netz derartiger Labore bereits.

+++ 13:18 UN-Beobachter vermuten 200 Tote in Massengrab in Mariupol +++

Die Beobachter des UN-Menschenrechtsteams in der Ukraine erhalten immer mehr Hinweise auf Massengräber in der eingekesselten Stadt Mariupol. In einem Grab sollen 200 Leichen liegen, sagt die Leiterin der Beobachtergruppe, Matilda Bogner, in einer Video-Schaltung mit Journalisten von der Ukraine aus. Einige Beweise fänden sich in Satelliten-Aufnahmen. Mehr als 1035 Zivilisten seien bislang ums Leben gekommen. Ihr Team untersuche mutmaßlich willkürliche Angriffe von beiden Seiten. Zudem würden Vorwürfe geprüft, wonach Zivilisten gegen ihren Willen aus der Stadt nach Russland gebracht wurden und russische Soldaten Zivilisten, die in Autos Mariupol verließen, getötet haben sollen.

+++ 13:07 Gericht eröffnet zweites Verfahren gegen TV-Redakteurin Owssjannikowa +++

Wegen ihres aufsehenerregenden Protests live im Staatsfernsehen gegen Russlands Krieg in der Ukraine wird ein neues Verfahren gegen die ehemalige TV-Redakteurin Marina Owssjannikowa eröffnet. Der 44-Jährigen drohen bis zu 50.000 Rubel (rund 465 Euro) Geldstrafe nach einem neuen Mediengesetz, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf das zuständige Gericht in Moskau meldet. Das Gesetz sieht für angebliche Falschinformationen über Russlands Streitkräfte maximal 15 Jahren Lagerhaft vor. Befürchtet worden war deshalb zunächst, dass Owssjannikowa eine deutlich härtere Strafe drohen könnte. Owssjannikowa werden "öffentliche Handlungen zur Diskreditierung des Einsatzes der Streitkräfte der Russischen Föderation" vorgeworfen, der dem Schutz der Interessen der Russischen Föderation und ihrer Bürger sowie der Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit diene.

+++ 12:55 Ukraine fordert EU-Staaten auf, alle Grenzen nach Russland und Belarus zu schließen +++

Die Ukraine fordert die Europäische Union auf, alle Grenzen zu Russland und Belarus zu schließen. Das ukrainische Ministerium für Infrastruktur erklärt auf Telegram, die EU müsse "die Land- und Seeverbindungen mit Russland und Belarus vollständig blockieren", um den "wirtschaftlichen Druck" auf diese beiden Länder zu erhöhen. Die Maßnahme sei unter anderem "notwendig", um "die Lieferung von Mehrzweckgütern, die für militärische Zwecke verwendet werden können, an das angreifende Land zu stoppen", erklärt das Ministerium weiter. Demnach finden russische Unternehmen derzeit noch Wege, um die zahlreichen von der EU verhängten Wirtschaftssanktionen zu umgehen.

+++ 12:47 Konvoi für Evakuierung Mariupols steht in Berdjansk bereit +++

Für die Evakuierung von Zivilisten aus der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol stehen zahlreiche Fahrzeuge im nahe gelegenen Berdjansk bereit. "Gerade befinden sich dort 48 Busse", sagt Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in einer Videobotschaft. In der etwa 70 Kilometer von Mariupol entfernten Stadt befinde sich zudem ein Tankfahrzeug für die Betankung von Privatfahrzeugen. Für die weitere Flucht sei mit der russischen Seite ein Korridor bis in die Großstadt Saporischschja vereinbart. Darüber hinaus gebe es eine Vereinbarung über eine weitere Fluchtroute vom russisch besetzten Melitopol nach Saporischschja.

+++ 12:41 Lawrow: Westen hat Russland den "totalen Krieg" erklärt +++

Mit Blick auf westliche Sanktionen spricht Russlands Außenminister Sergej Lawrow von einem gegen Moskau gerichteten "hybriden Krieg". "Heute haben sie uns einen echten hybriden Krieg erklärt, den totalen Krieg", sagt Lawrow bei einer Sitzung mit Vertretern einer Diplomatie-Stiftung der Staatsagentur Tass zufolge. "Diesen Begriff, der in Hitler-Deutschland verwendet wurde, sprechen jetzt europäische Politiker aus, wenn sie davon sprechen, was sie mit der Russischen Föderation tun wollen." Die tatsächliche Verwendung des Begriffs durch namhafte EU-Politiker in den vergangenen Wochen ist nicht bekannt. Im Jahr 1943 hatte NS-Propagandachef Joseph Goebbels in seiner berüchtigten Sportpalastrede zum "totalen Krieg" aufgerufen. Lawrow sagt weiter, Europas Politiker wollten Russland "zerstören, brechen, vernichten, erdrosseln". "Wenn wir diese Gesetzlosigkeit der Sanktionen sehen, ist natürlich klar, dass all diese Werte, die uns unsere westlichen Kollegen ständig gepredigt haben - nämlich Meinungsfreiheit, Marktwirtschaft und die Unverletzlichkeit des Privateigentums, die Unschuldsvermutung - wertlos sind."

+++ 12:29 Erdogan fordert Putin zu "ehrenvollem Abzug" auf +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert Wladimir Putin auf, einen "ehrenvollen Abzug" aus der Ukraine zu machen. "Wir müssen jetzt sagen 'Jetzt musst du der Architekt des Schrittes sein, der zum Frieden getan werden muss'", sagt Erdogan laut dem türkischen Präsidialamt in Richtung des russischen Präsidenten. Erdogan wiederholt, keine Sanktionen gegen Russland verhängen zu wollen. Für die Türkei sei es unmöglich, die Beziehungen zu Russland aufzugeben. Er könne sein Volk in Winter und Schnee nicht in der Kälte zurücklassen und auch nicht die Industrie komplett umstellen. Auch die Türkei ist unter anderem wegen Gas- und anderen Energielieferungen von Moskau abhängig. Außerdem kommen jährlich die meisten Touristen aus Russland in die Türkei.

+++ 12:21 "Russisches TV: Es läuft alles nach Plan" +++

Welche Nachrichten bekommen die Menschen in Russland über den Ukraine-Krieg? ntv Reporter Rainer Munz ist in Moskau und berichtet über das russische Staatsfernsehen, das die Bevölkerung mit Desinformationen beschallt.

+++ 12:13 Landwirtschaftsminister: Ukraine hat Getreide im Wert von 7,5 Milliarden Dollar +++

Nach den Worten des neuen ukrainischen Landwirtschaftsministers werden die Nahrungsmittelpreise weltweit steigen, sollte sich die Situation in der Ukraine nicht ändern. Die ukrainischen Gerteidevorräte für den Export beliefen sich auf einen Wert von 7,5 Milliarden Dollar, sagt Mykola Solskyi. Eine Menge nannte er nicht.

+++ 12:02 Teure Jachten, riesige Villen: Was passiert mit Oligarchen-Prunk in Deutschland? +++

In Hamburg liegen Jachten, in Bayern stehen Villen russischer Oligarchen. Viele der superreichen Russen sind mit Sanktionen belegt, Zugriff auf Besitztümer teils eingefroren. Den millionenschweren Besitztümern auch langfristig beizukommen, wirft jedoch einige Probleme auf.

+++ 11:51 Heil warnt vor Abzocke von Ukraine-Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt +++

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will "Ausbeutung und Abzocke" von Ukraine-Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt verhindern. Es sei klar, dass Menschen aus dem Kriegsgebiet "oft auch eine dauerhafte Bleibeperspektive" in Deutschland bräuchten und Zugang zum Arbeitsmarkt, sagt Heil bei der Haushaltsdebatte im Bundestag. Ihre Not dürfe aber nicht von "Scharlatanen ausgebeutet" werden. Für einen schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt seien Integrationskurse, Schul- und Kitaplätze sowie eine schnelle Anerkennung von Qualifikationen nötig, so Heil. Er bekräftigt, dass er darüber kommende Woche mit Gewerkschaften, Sozialverbänden, Wirtschaftsvertretern und Ländern sprechen will. "Alle müssen jetzt an einen Tisch und alle müssen an einem Strang ziehen."

+++ 11:34 Biden wird Samstag Rede in Warschau halten +++

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine wird US-Präsident Joe Biden bei seiner zweitägigen Polen-Visite in Warschau eine Rede halten. Der Auftritt Bidens am Warschauer Königsschloss sei für den späten Samstagnachmittag zwischen 17.00 und 18.00 Uhr geplant, sagt ein Sprecher der US-Botschaft. Biden wird von Brüssel aus nach Polen reisen, das direkt an die Ukraine grenzt. Der US-Präsident will sich erst in der südostpolnischen Stadt Rzeszow, die etwa 90 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, über den humanitären Einsatz zur Versorgung der Flüchtlinge informieren. Außerdem wird er in Polen stationierte US-Soldaten treffen, danach kommt er zu Gesprächen mit der polnischen Führung in die Hauptstadt Warschau.

+++ 11:26 SPD-Chef Klingbeil für schnelle Aufnahme der Ukraine in die EU +++

Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hofft auf eine zügige Aufnahme der Ukraine in die EU. "Das sind Europäer", sagt Klingbeil am Donnerstagabend in der Sendung "Polittalk aus der Hauptstadt" des RBB-Inforadios und der "Süddeutschen Zeitung". "Und es ist richtig, der Ukraine sehr deutlich zu sagen: Wir wollen Euch in der Europäischen Union." Die Aufnahmeprozesse könnten auch beschleunigt werden.

+++ 11:14 Mehr als 2,2 Millionen Ukraine-Flüchtlinge retten sich bisher nach Polen +++

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine bringen sich knapp 2,24 Millionen Menschen in Polen in Sicherheit. Das teilt der polnische Grenzschutz auf Twitter mit. Allein am Donnerstag sind es demnach rund 32.500 Menschen. Dies sei ein Anstieg um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vortag. Aus Polen in die Ukraine haben seit Kriegsbeginn am 24. Februar rund 308.000 Menschen die Grenze überquert, heißt es. Bei diesen Reisenden handelt es sich nach früheren Angaben des Grenzschutzes zum überwiegenden Teil um ukrainische Staatsbürger, die in ihr Heimatland zurückkehren. Viele Männer, aber auch Frauen, wollen sich dort den ukrainischen Truppen anschließen und gegen die russischen Besetzer kämpfen. Andere kehren zurück, um sich um Kinder oder hilfsbedürftige Angehörige zu kümmern. Es gibt derzeit keine offiziellen Angaben dazu, wie viele der Kriegsflüchtlinge in Polen geblieben und wie viele bereits in andere EU-Staaten weitergereist sind.

+++ 11:00 Russen kesseln offenbar Tschernihiw ein +++

Russische Truppen haben die Stadt Tschernihiw im Norden der Ukraine eingekesselt und vom Umland abgeschnitten. Das teilt der Gouverneur Wiatscheslaw Tschaus im Fernsehen mit. Die Stadt sei vom Feind umzingelt und werde mit Artillerie und von Kampfflugzeugen beschossen.

+++ 10:52 Finnland stellt Zugverbindung nach St. Petersburg ein +++

Die Zugverbindung zwischen der finnischen Hauptstadt Helsinki und der russischen Metropole St. Petersburg wird ab Anfang nächster Woche eingestellt. Der Allegro-Schnellzug fahre ab Montag vorerst nicht mehr, teilt das finnische Bahnunternehmen VR mit. Bislang habe man den Zugverkehr gemäß den Anweisungen der Behörden aufrechterhalten, um den Zugang finnischer Staatsbürger zu ihrem Heimatland zu sichern. Diejenigen, die Russland in Richtung Finnland verlassen wollten, haben dazu in den vergangenen Wochen Zeit gehabt. Der letzte Zug aus St. Petersburg Richtung Finnland fährt somit am Sonntag. Der Allegro legt die etwa 400 Kilometer lange Strecke zwischen Helsinki und St. Petersburg in gut dreieinhalb Stunden zurück. Er gilt zuletzt als einzige größere öffentliche Verkehrsverbindung zwischen Russland und der EU, nachdem beide Seiten den Luftraum für die jeweils andere gesperrt hatten.

+++ 10:38 Lokale Behörden: Mindestens 300 Tote bei Luftangriff auf Theater in Mariupol +++

Auf Twitter tauchen die ersten Videobilder aus dem Theater in Mariupol auf. Dort suchen viele Hundert Menschen lange Schutz vor russischen Angriffen, einige Angaben sprechen sogar von bis zu 1300 Menschen. Am 16. März schlagen dann Raketen im Theater ein, obwohl in großen Lettern das Wort "Kinder" vor und hinter das Gebäude geschrieben steht, damit es von Luftangriffen verschont bleibt. Aktuell meldet der britische "Guardian", dass laut Angaben lokaler Behörden mindestens 300 Menschen bei dem Luftangriff ums Leben gekommen seien. Bisher können 150 Menschen aus den Trümmern gerettet werden.

+++ 10:32 Russisches Militär: Haben größtes Treibstofflager der Ukraine zerstört +++

Das russische Militär zerstört nach Angaben aus Moskau das größte Treibstofflager der Ukraine. Am Donnerstagabend sei mit "hochpräzisen seegestützten Marschflugkörpern vom Typ Kalibr eine Treibstoffbasis im Dorf Kalyniwka in der Nähe von Kiew" angegriffen worden, erklärt der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag. Dort habe die ukrainische Armee ihren "größten verbliebenen Treibstoffvorrat" aufbewahrt. Die ukrainischen Streitkräfte versorgen demnach bislang von Kalyniwka aus ihre Einheiten im Zentrum des Landes. Konaschenkow erklärt zudem, drei ukrainische Luftabwehrsysteme und vier Drohnen sowie weitere Militärausrüstung seien zerstört worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

+++ 10:22 EU erhält zusätzliche Flüssiggas-Lieferungen aus den USA +++

Die USA wollen in diesem Jahr gemeinsam mit internationalen Partnern 15 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas (LNG) zusätzlich in die EU liefern, um russische Gasimporte zu ersetzen. Langfristig soll die Menge auf 50 Milliarden Kubikmeter pro Jahr ansteigen, wie US-Präsident Joe Biden zusammen mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel ankündigt. Damit könnte nach Kommissionsangaben etwa ein Drittel der derzeitigen Gasimporte aus Russland ersetzt werden.

+++ 10:16 Habeck: Können Ölimporte aus Russland bis Jahresmitte halbieren +++

Deutschland reduziert seine Abhängigkeit von russischen Energieimporten nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck "mit hohem Tempo". Schon Mitte dieses Jahres "werden die russischen Ölimporte nach Deutschland voraussichtlich halbiert sein", sagt er. Beim Gas sei es möglich, "bis Mitte 2024 weitgehend unabhängig" zu werden.

+++ 10:04 Ukrainische Regierung hofft auf Fluchtkorridor in Mariupol +++

Die ukrainische Regierung hofft auf die Öffnung eines Fluchtkorridors für die eingekesselte Hafenstadt Mariupol an diesem Freitag. Er solle für Zivilisten gelten, die die südostukrainische Stadt mit einem Privatfahrzeug verlassen können, sagt die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk.

+++ 10:00 Freiwillige Kämpfer zeigen selbstgebautes Lager bei Kiew +++

Der Ukrainer Petro Okhotin hat für Ende Februar Theaterkarten, berichtet er ntv-Reporterin Kavita Sharma. Doch dann greift Putin sein Land an, Okhotins Leben verändert sich schlagartig. Er geht in den bewaffneten Widerstand und lebt seitdem in einem Wald nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

+++ 09:49 Botschafter Melnyk sauer: Deutsche Waffenlieferungen dauern viel zu lange +++

Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, kritisiert erneut das Tempo der Lieferung von Waffen der Bundeswehr an sein Land. "Das dauert viel, viel zu lange", sagt Melnyk im ZDF-"Morgenmagazin". Innerhalb der vergangenen drei Wochen werden kaum Waffen geliefert. Es sei aber "überlebenswichtig" für die von Russland angegriffene Ukraine, dass in einem größeren Umfang Waffen geliefert werden. Nötig seien auch schwerere Waffen wie Panzer oder Kampfjets. Ansonsten könne sich sein Land nicht gegen die russische Übermacht wehren und verteidigen. Unterstützung bekommt Melnyk vom Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, dem SPD-Politiker Michael Roth. "Wir müssen bei den Waffenlieferungen jetzt den Turbo einschalten", sagt Roth den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Es gilt nun alles zu tun, um die Wehrhaftigkeit und Verteidigungsfähigkeit der Ukraine nachhaltig zu stärken, um Putin in den Gesprächen zu einer diplomatischen Lösung zu bewegen."

+++ 09:39 Russland liefert weiterhin viel Gas durch die Ukraine +++

Mehr als einen Monat nach Kriegsbeginn bestätigt Russland weiter Gaslieferungen durch die Ukraine nach Europa in großem Umfang. Gemäß den Kundenbestellungen würden am Freitag 105,1 Millionen Kubikmeter durch das Leitungssystem des Nachbarlandes gepumpt, sagt der Sprecher des Energieriesen Gazprom, Sergej Kuprijanow, der Agentur Interfax zufolge. Die vertraglich mögliche maximale Auslastung liegt bei 109 Millionen Kubikmetern Gas pro Tag. Die Ukraine bezieht aus dem Transit des russischen Gases für den eigenen Staatshaushalt wichtige Durchleitungsgebühren.

+++ 09:22 Ukraine: Seit Kriegsbeginn 135 Kinder getötet und mehr als 180 weitere verletzt +++

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor rund einem Monat werden Angaben aus Kiew zufolge bereits 135 Kinder getötet. Mehr als 180 Kinder seien verletzt, teilt die Generalstaatsanwaltschaft mit. Die meisten Kinder und Jugendlichen kommen demnach in der Region Kiew sowie in den ostukrainischen Regionen Charkiw und Donezk ums Leben. Die Angaben lassen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Am Donnerstag werden im Donezker Gebiet zwei Kinder im Alter von sechs und dreizehn Jahren durch Beschuss verletzt, heißt es. Im Gebiet Saporischschja sollen am selben Tag drei Teenager durch eine Minenexplosion schwer verwundet werden. Die Staatsanwaltschaft spricht zudem von mehr als 560 zerstörten Bildungseinrichtungen, mehr als 70 davon seien vollständig zerstört.

+++ 09:10 Ukraine sortiert ausländische Kämpfer streng aus +++

Im Angesicht der militärischen Übermacht der russischen Invasoren ruft die Ukraine früh nach Freiwilligen, die für das Land kämpfen sollen. Tausende aus aller Welt strömen herbei. Doch nicht jeder kann einfach Söldner an der Front werden. Alter, Sprache und Kampferfahrung müssen stimmen.

+++ 08:57 EU plant Wiederaufbaufonds für Ukraine - Anbindung an westliches Stromnetz +++

Die Europäische Union will für den Wiederaufbau der durch die russischen Angriffe schwer zerstörten ukrainischen Städte einen internationalen Wiederaufbaufonds auflegen. Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs einigen sich in der Nacht zu Freitag darauf, dass ein solcher Fonds entwickelt wird, der dann auf einer internationalen Geberkonferenz gefüllt werden soll. Ziel sei "der Wiederaufbau einer demokratischen Ukraine", heißt es in einem Beschluss in Brüssel nach dem ersten Tag des EU-Gipfels. Die EU-Kommission soll der Ukraine zudem technische Hilfe bei der Umsetzung nötiger Reformen leisten. Die EU verspricht der Ukraine zudem nach deren Anbindung an das europäische Stromnetz eine ununterbrochene Lieferung von Gas und Strom. Hintergrund ist die Abkoppelung des Landes vom russischen Stromnetz vor wenigen Wochen. Nachbarstaaten der Ukraine soll bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen geholfen werden.

+++ 08:41 Medwedew schließt Wiedereinführung der Todesstrafe nicht aus +++

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew schließt eine Wiedereinführung der Todesstrafe in seinem Land theoretisch nicht aus. Anlass könnte beispielsweise eine Verschlechterung der Kriminalitätslage sein, sagt er der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Die internationale Verpflichtung zur Aussetzung der Todesstrafe sei mit dem Ausscheiden aus dem Europarat entfallen. Zugleich betont er, dass es sich um eine "schwierige Frage" handele und keine Notwendigkeit zur Wiedereinführung bestehe, wenn in Russland alles "ruhig" bleibe. "Es gibt keine Einschränkungen mehr", sagt der jetzige Vize-Sekretär des russischen Sicherheitsrates. Es blieben moralische und religiöse Erwägungen sowie die bisherige Rechtsprechung des russischen Verfassungsgerichtes gegen die Todesstrafe.

+++ 08:37 Norweger fährt riskante Noteinsätze in der Ukraine +++

Die Ukraine ächzt unter den Schrecken des Krieges. Um dem Leid etwas entgegenzusetzen, riskiert der Norweger Didrik Gunnestad Leib und Leben. Er fährt täglich mit dem Krankenwagen Einsätze in der Westukraine. Im Video berichtet der 27-Jährige von seiner Motivation und dem Horror seiner neuen Aufgabe.

+++ 08:29 US-Regierung: Ausfallquote russischer Präzisionswaffen bei bis zu 60 Prozent +++

Russland hat nach US-Erkenntnissen massive Probleme mit seinen präzisionsgelenkten Raketen. Die beim Angriff auf die Ukraine benutzten Hightech-Waffen kämen auf Ausfallquoten von bis zu 60 Prozent, sagen drei US-Regierungsvertreter mit Kenntnis von Geheimdienstinformationen am Donnerstagabend in Washington. Das könne erklären, warum Russland auch gut einen Monat nach Beginn seiner Invasion im Nachbarland viele militärischen Ziele nicht erreicht hat - etwa die Ausschaltung der ukrainischen Luftwaffe. Ein Ausfall kann von Fehlstart bis hin zu Raketen reichen, die beim Aufprall nicht explodieren. Das Pentagon geht davon aus, dass Russland seit Beginn des Krieges mehr als 1100 Raketen aller Art abgeschossen hat. Die drei US-Regierungsvertreter schätzen, dass Russlands Misserfolgsquote von Tag zu Tag variiere.

+++ 08:08 Polizist in Mariupol bietet sich im Gegenzug für Kinder-Evakuierung als Kriegsgefangener an +++

Vyacheslav Abroskin, führender ukrainischer Polizist, der aktuell Mariupol gegen die russischen Angriffe verteidigt, bietet sich der russischen Armee im Gegenzug für die Evakuierung ukrainischer Kinder an. Auf seiner Facebookseite schreibt er, die Armee solle ihm drei Tage Zeit gewähren. Er würde Kinder in der Stadt einsammeln und sie aus der Stadt in Sicherheit bringen. Am letzten russischen Checkpoint würde er sich dann in russische Gefangenschaft begeben.

+++ 08:00 Russland holt neue Truppen: Ukraine erringt Erfolge in Gegenoffensiven am Boden +++

Die russische Armee verstärkt die Luftangriffe in der Ukraine weiter, am Boden hingegen kommt die Invasion offenbar nur schleppend voran. Im Gegenteil: Die ukrainischen Kräfte melden sogar teils erfolgreiche Gegenoffensiven. Putins Truppen aber erwarten schon bald auch am Boden weitere Verstärkung.

+++ 07:47 Brasilien ist gegen Ausschluss Russlands aus G20 +++

Brasilien ist gegen einen Ausschluss Russlands aus dem G20-Format. Seine Regierung sei "klar" gegen "Initiativen in verschiedenen internationalen Gremien", Russland auszuschließen, sagt der brasilianische Außenminister Carlos França im Senat. "Das Wichtigste wäre im Moment, dass all diese Foren (G20, Welthandelsorganisation und Welternährungsorganisation) voll funktionsfähig sind". Und dafür müssten "alle Länder, einschließlich Russland, anwesend sein". US-Präsident Joe Biden fordert wegen des russischen Angriffs auf das Nachbarland Ukraine am Donnerstag den Ausschluss Russlands aus der Gruppe der 20 großen Industrie- und Schwellenländer. Das Land ist seit der Annexion der Krim-Halbinsel 2014 bereits von den damaligen G8 ausgeschlossen. Indonesien, das derzeit den Vorsitz der G20 innehat, erklärt, es werde "unparteiisch" bleiben. China spricht sich für eine Teilnahme von Russlands Präsident Wladimir Putin am nächsten, für Ende des Jahres geplanten Gipfel aus.

+++ 07:20 Papst Franziskus will mit umstrittenem Kirchenritual Zeichen gegen Krieg setzen +++

Papst Franziskus will mit einem ebenso seltenen wie umstrittenen Kirchenritual ein Zeichen im Ukraine-Krieg setzen. Im Petersdom in Rom will er "Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen", wie der Vatikan mitteilt. Gleichzeitig hat der Papst alle Bischöfe der Welt eingeladen, sich ebenfalls daran zu beteiligen. In Deutschland kündigt Kardinal Rainer Maria Woelki an, das Weihegebet im Kölner Dom zu sprechen. Das Ritual ist auch innerhalb der katholischen Kirche umstritten. "Die Vorstellung, dass man Russland dem Unbefleckten Herz Mariens weihen müsse, hat eine längere Tradition", sagt der Dogmenhistoriker Michael Seewald. Sie gehe im Ursprung auf Berichte über Marienerscheinungen in Fatima in Portugal im Juli 1917 zurück. Eine Anweisung der sogenannten "Seherkinder" von Fatima lautete, Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen. "Unbefleckt" bezieht sich auf die katholische Lehre, dass Maria, die Mutter von Jesus, frei von Sünde gewesen sei. "Dahinter steckte, dass der russische Zar kurz zuvor in der Februarrevolution von 1917 abgesetzt worden war", sagt Seewald. "Damals gab es in Westeuropa die Befürchtung, dass Russland vom christlichen Glauben abfallen könnte." Das Gebet sei später im Kalten Krieg noch mehrfach wiederholt worden. "Dabei spielten auch antirussische Klischees eine Rolle."

+++ 07:07 Ukraine: Haben weiteres Schiff zerstört und zwei beschädigt +++

Nach ukrainischen Angaben sind weitere russische Schiffe bei der gestrigen Attacke auf die von Russland besetzte Hafenstadt Berdjansk zerstört beziehungsweise beschädigt worden. Bestätigen lassen sich die Angaben nicht. Klar scheint, dass zumindest das Landungsschiff "Orsk" am gestrigen Tag zerstört wurde. Zwei Schiffe verließen fluchtartig den Hafen, als es zu Explosionen und einem schweren Brand kam. Auch auf ihren Decks brannte es.

+++ 06:58 Zustimmung zu EU-Beitritt der Ukraine steigt in Europa +++

Einen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union befürworten einer Umfrage zufolge 46 Prozent der Bürger in Deutschland. Im Jahr 2018 sind mit 30 Prozent deutlich weniger dafür, wie aus Daten des Meinungsforschungsinstituts Yougov hervorgeht. Der Umfrage nach seien aktuell mit 30 Prozent auch weniger Befragte gegen einen Eintritt des Landes in die EU als noch 2018 (47 Prozent). Auch in Frankreich haben sich die Ansichten geändert: Dort sprechen sich aktuell 42 Prozent der Bürger für einen EU-Beitritt der Ukraine aus (2018: 22 Prozent). In Spanien ist derzeit mit 60 Prozent die Mehrheit der Befragten dafür, in Italien sind es 45 Prozent. In allen befragten Ländern ist der "Weiß nicht"-Anteil sowohl 2018 als auch 2022 mit 24 bis 29 Prozent hoch. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drängt angesichts des russischen Angriffskriegs auf eine EU-Mitgliedschaft seines Landes und hat ein Beitrittsgesuch unterzeichnet.

+++ 06:44 Zehn Strafverfahren wegen angeblicher Falschinformation über russische Streitkräfte +++

Russlands oberste Ermittlungsbehörde führt bereits mehr als zehn Strafverfahren wegen angeblicher Falschinformationen über die russischen Streitkräfte. Das sagt Behördenchef Alexander Bastrykin der Agentur Tass. Er nennt es sehr angemessen, dass die strafrechtliche Verantwortung verschärft worden sei. Die strengen Strafen sollen "unrichtige Informationen und deren negativen Einfluss auf ein breites Publikum minimieren". Im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Ukraine führt Russland Strafen von bis zu 15 Jahren Haft ein für Aussagen, die nicht der offiziellen Sprachregelung zum Einsatz der Armee folgen oder angeblich die Streitkräfte diffamieren. Der Krieg muss in Russland als "militärische Spezialoperation" bezeichnet werden. Auf den Straßen nimmt die Polizei Demonstranten mit Plakaten "Nein zum Krieg" fest. Nach Einschätzung von Bürgerrechtlern soll jeder Protest gegen den Krieg erstickt werden.

+++ 06:29 Experte: Ukraine erobert wohl weitere Gebiete nahe Kiew zurück +++

Franz-Stefan Gady, Experte vom Internationalen Institut für strategische Studien, berichtet von weiteren möglichen Rückeroberungen ukrainischer Streitkräfte rund um Kiew. Demnach könnten die Orte Lukashi und Lukyanivka östlich von Kiew wieder an die Ukraine gefallen sein. Überprüfen lassen sich diese Berichte nicht. Fakt ist aber, dass der Versuch der russischen Armee, die Hauptstadt Kiew auch von Osten her zu attackieren und möglicherweise gar einzukesseln, seit Wochen nicht vorankommt. Die russische Armee soll nach Angaben von Experten mittlerweile dazu übergegangen sein, nicht weiter vorzurücken, sondern die eroberten Stellungen zu halten und zunächst zu sichern. Die ukrainischen Streitkräfte versuchen Letztes zu verhindern und greifen ihrerseits immer öfter an.

Mehr dazu gibt es in unserem Überblick zur Kriegsnacht.

+++ 06:18 Medwedew nennt Sanktionen "töricht" +++

Sanktionen haben keinerlei Auswirkungen auf die russische Regierung. Dies sagt der ehemalige russische Präsident und Putin-Vertraute Dmitri Medwedew in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA. Es sei "töricht" zu glauben, die Sanktionen könnten etwas bewirken. Sie würden die russische Gesellschaft nur festigen und nicht zu Unmut in der Bevölkerung über die Behörden führen.

+++ 06:07 Strahlenschutzamt: Unterschied zwischen GAU und Einsatz atomarer Waffen +++

"Wir untersuchen alle möglichen Szenarien, und Kernwaffen sind natürlich auch ein mögliches radiologisches Szenario, auch wenn wir natürlich hoffen, dass es dazu niemals kommt", sagt Inge Paulini, Präsidentin des deutschen Bundesamts für Strahlenschutz (BfS). Ihre Behörde sei seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar "in Dauerbeobachtung" der Lage vor Ort, das Amt beobachte die Gefahr eines Austritts von radioaktiver Strahlung sehr genau. Einen solchen Austritt habe es aber in der Ukraine - trotz heftiger Kämpfe auch in der Nähe von Atomkraftwerken - bislang noch nicht gegeben. Paulini erklärt, dass bei einem Kernwaffen-Einsatz auch radioaktive Stoffe freigesetzt würden, die sich aber anders verhielten als die Stoffe, die bei einem AKW-Unfall austreten würden. Es gebe "einen grundsätzlichen Unterschied zwischen einem großen Reaktorunfall in der Ukraine oder einem Austritt von Radioaktivität über eine Kernwaffe", so Paulini. Denn bei einem Atomwaffeneinsatz hätten die Stoffe eine andere Zusammensetzung und würden mehr "kurzlebige Radionuklide" enthalten. Das bedeutet, dass sie sehr wahrscheinlich schneller zerfallen. Folglich wäre in Deutschland bei einem Atomwaffeneinsatz in der Ukraine die Strahlenbelastung laut Paulini voraussichtlich geringer als nach einem großen Unfall in einem ukrainischen AKW. "Vor Ort wären die Folgen je nach Szenario aber verheerend", mahnt er.

+++ 05:53 Eine Viertelmillion geflüchtete ukrainische Kinder? Lehrerverband fordert Notmaßnahmen +++

Angesichts steigender Flüchtlingszahlen aus der Ukraine sehen Lehrer- und Bildungsverbände Deutschlands Schulen vor großen Herausforderungen. Dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes zufolge könnten bis zu 250.000 schulpflichtige Kinder nach Deutschland kommen. Man rede dann von "mindestens 15.000 zusätzlichen Lehrkräften, Tausenden von mehr benötigten Kita-Erzieherinnen und damit letztendlich von einem zweistelligen Milliardenbetrag", sagt Heinz-Peter Meidinger der "Passauer Neuen Presse". Die Schulen und Lehrkräfte seien seit Jahren im Dauerkrisenmodus: "Es wird also auch dieses Mal wieder ohne Notmaßnahmen nicht gehen, etwa durch Verschiebung von Lehrkräften, die dann woanders fehlen, durch Gewinnung von pensionierten Lehrkräften und Lehramtsstudierenden und durch Rückgriff auf geflüchtete ukrainische Lehrkräfte." Meidinger fordert, deutsche Schulen müssten mit der Ukraine zusammenarbeiten. Dabei sei ein gemischter Stundenplan aus ukrainischen und deutschen Unterrichtsinhalten sowie digitale Unterrichtsformen denkbar, sagt er der "Augsburger Allgemeinen".

+++ 05:30 Auch Moody's zieht sich aus Russland-Ratings zurück +++

Nach Fitch und S&P gibt auch die Ratingagentur Moody's bekannt, bis Mitte April alle ausstehenden russischen Bewertungen zurückzuziehen. Damit werde der von der EU im März ausgerufene Bann umgesetzt. Moody's, Fitch und S&P hatten bereits die Einstellung ihrer Geschäfte in Russland angekündigt.

+++ 05:10 Selenskyj dankt EU für Russland-Sanktionen +++

In einer Videobotschaft dankt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den 27 EU-Staats-und Regierungschefs für die Sanktionen gegen Russland. Er sagt aber auch, die Unterstützung sei zu spät gekommen, um Putin von dem Einmarsch in die Ukraine abzuhalten. "Jetzt diskutieren wir über die Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union. Wenigstens hier bitte ich Sie, nicht zu spät zu kommen", sagte Selenskyj. Er hoffe, dass die größten Skeptiker der EU-Erweiterung - Deutschland, Frankreich und die Niederlande - ihren Kurs ändern würden. Selenskyj kritisiert den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, der enge Beziehungen zu Putin unterhalte, während Russland ukrainische Städte bombardiere.

+++ 04:35 Ukraine meldet Abzug einzelner russischer Truppen +++

Im Nordosten der Ukraine sollen sich nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte russische Truppen nach hohen Verlusten teils zurückgezogen haben. Das teilt der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht in der Nacht zu Freitag mit. Demnach beobachte man den Rückzug bestimmter russischer Einheiten hinter die russische Grenze nach dem Verlust von mehr als der Hälfte des Personals. In den Gebieten würden russische Einheiten weiter die zweitgrößte Stadt Charkiw und die Großstadt Sumy blockieren. Bei Isjum im Gebiet Charkiw bereiteten sich russische Truppen auf eine neue Offensive vor. Moskau gelinge es teilweise, die Landverbindung zwischen dem russischen Gebiet Rostow an der ukrainischen Grenze und der von Russland annektierten Halbinsel Krim zu halten. Ukrainischen Angaben zufolge wurden in der Nacht zu Freitag zudem ukrainische Streitkräfte in der Region Dnipropetrowsk angegriffen. Russland habe zwei Raketenangriffe auf eine Militäreinheit am Rande der Stadt Dnipro ausgeführt, teilt eine lokale Behörde der Region auf Facebook mit. Die Gebäude der Einheit seien dabei "erheblich" beschädigt worden und zwei Brände ausgebrochen. Weitere Details etwa zu Opfern gab es zunächst nicht. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

+++ 04:06 Bauernverband warnt vor Verdopplung des Brotpreises +++

Wegen des deutlichen Preisanstiegs bei Weizen, rechnet der Bauernverband Schleswig-Holstein mit einer drastischen Erhöhung der Brotpreise. Der "Bild" sagt Verbandsvizepräsident Klaus-Peter Lucht: "Der Preis von Brot könnte sich verdoppeln. Auf bis zu zehn Euro." Lucht betont, er rechne insgesamt mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise um durchschnittlich 20 bis 40 Prozent. Einige Produkte könnten sogar dauerhaft nicht mehr verfügbar sein. Als Beispiele nannte Lucht Sonnenblumen- und Rapsöl sowie Aprikosenmarmelade: "Durch den Ukraine-Krieg wird es diese bald nicht mehr im Supermarkt geben", sagt der Vizepräsident. Diese Lebensmittel stammen vorwiegend aus der Ukraine.

+++ 03:38 Großbritannien: Ukraine greift von Russen besetzte Gebiete an +++

Nach Ansicht britischer Geheimdienste haben die ukrainischen Streitkräfte damit begonnen, hochwertige Ziele in von Russland gehaltenen Gebieten anzugreifen. Darunter seien etwa ein Landungsschiff oder ein Munitionslager in der Stadt Berdjansk, heißt es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Der ukrainische Generalstab teilt mit, bei einem Angriff auf den von russischen Einheiten eingenommenen Hafen der Stadt Berdjansk das Landungsschiff "Saratow" zerstört zu haben. Zwei weitere derartige Schiffe, "Caesar Kunikow" und "Novotscherkassk", seien beschädigt worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

+++ 03:08 EU bringt Solidaritäts-Fonds für Ukraine auf den Weg +++

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union einigen sich bei ihrem Gipfeltreffen auf einen Solidaritäts-Fonds zur Unterstützung der Ukraine. Geplant sei ein "Treuhandfonds zur Solidarität mit der Ukraine", heißt es in einer Erklärung. Dafür soll eine internationale Geberkonferenz einberufen werden. Ein mögliches Datum oder ein Ort werden nicht genannt. Dem Text zufolge soll der Fonds kurzfristige finanzielle Hilfe ermöglichen, aber auch Unterstützung "für den Wiederaufbau einer demokratischen Ukraine" nach einem möglichen Waffenstillstand mit Russland.

+++ 02:47 EU wirft Russland Kriegsverbrechen vor +++

Die Europäische Union wirft Russland vor, in der Ukraine Kriegsverbrechen zu begehen. Russland greife die Zivilbevölkerung an und ziele unter anderem auf Krankenhäuser, Schulen und Schutzräume, heißt es in einer Erklärung des EU-Gipfels in Brüssel."Diese Kriegsverbrechen müssen sofort aufhören." Am Mittwoch hatte die US-Regierung russischen Truppen in der Ukraine erstmals offiziell Kriegsverbrechen vorgeworfen. "Unsere Einschätzung stützt sich auf eine sorgfältige Prüfung der verfügbaren Informationen aus öffentlichen und geheimdienstlichen Quellen", teilte US-Außenminister Antony Blinken mit.

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+++ 02:28 Heil will ukrainische Berufsabschlüsse schneller anerkennen lassen +++

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil dringt auf eine schnellere Anerkennung von Berufsabschlüssen, um Geflüchtete aus der Ukraine rasch in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. "Es kommen vermutlich auch sehr viele sehr gut ausgebildete Menschen", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Darunter seien auch Pflegekräfte, Ingenieure, Ärztinnen und Erzieherinnen. "Es ist wichtig, dass wir ukrainische Berufsabschlüsse schnell und unkompliziert anerkennen", sagt Heil. "Da müssen wir erheblich besser und schneller werden."

+++ 01:59 Ukraine meldet Beschuss auf Atomruine Tschernobyl +++

Nach mehreren Flächenbränden rund um die Atomruine Tschernobyl führt nun möglicher Beschuss in der Nähe zu erneuten Sorgen um die Sicherheit der Anlage. Russische Streitkräfte hätten ukrainische Kontrollpunkte in der Stadt Slawutytsch unter Beschuss genommen, teilt der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, unter Berufung auf Informationen der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde mit. Dies gefährde laut Kiew "die Häuser und Familien des Betriebspersonals, das die nukleare und radioaktive Sicherheit" des ehemaligen AKW gewährleiste sowie weitere Rotationen der Angestellten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig bestätigen.

+++ 01:28 US-Experten: 60 Prozent mancher russischer Raketen versagen +++

Nach Aussagen von US-Verteidigungsexperten versagen bis zu 60 Prozent einiger russischer präzisionsgelenkten Raketentypen, die im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden. Drei mit US-Geheimdienstinformationen vertraute Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums sagen Reuters, die Ausfallraten seien je nach Raketentyp unterschiedlich. Nach Erkenntnissen eines Beamten weisen Russlands luftgestützte Marschflugkörper je nach Tag eine Ausfallrate zwischen 20 und 60 Prozent auf. Eine solch hohe Ausfallrate kann alles umfassen, von Fehlstarts bis hin zu Raketen, die beim Aufprall nicht explodieren. Die US-Beamten sagten nichts zur Ursache der hohen Ausfallrate und legten keine Beweise für ihre Informationen vor. Reuters konnte die Informationen nicht unabhängig verifizieren.

+++ 00:58 "Anhaltende Bedrohung": USA klagen russische Hacker an +++

Die US-Justiz klagt vier Angestellte russischer Behörden als Hacker an. Sie sollen sich von 2012 bis 2018 weltweit illegal Zugang zu Computern des Energiesektors verschafft haben, wie das US-Justizministerium erklärt. Insgesamt seien in etwa 135 Ländern "Tausende Computer in Hunderten Firmen und Organisationen" Ziel der Hacker gewesen. "Staatliche russische Hacker stellen in den Vereinigten Staaten und weltweit eine ernsthafte und anhaltende Bedrohung für die kritische Infrastruktur dar", erklärt die stellvertretende Justizministerin Lisa Monaco.

+++ 00:20 Biden will wegen Nahrungsmittelknappheit mehr Getreide exportieren +++

Wegen der Lieferausfälle von Getreide nach der russischen Invasion der Ukraine wollen Kanada und die USA ihre Exporte erhöhen. Die befürchtete Nahrungsmittelknappheit weltweit werde "Wirklichkeit", sagt US-Präsident Joe Biden nach den Gipfeln der NATO und G7-Staaten in Brüssel. Beide Länder hätten deshalb darüber gesprochen, wie sie die Ressourcen "schneller erhöhen und verteilen" könnten. Der US-Präsident ruft die anderen Länder auf, alle Beschränkungen für ihre Nahrungsmittelexporte auszusetzen. Die USA prüften zudem "umfangreiche Investitionen, um den Bedarf an humanitärer Hilfe, insbesondere an Nahrungsmittelhilfe, zu decken".

+++ 23:51 Aus umkämpften Gebieten können 3343 Menschen evakuiert werden +++

Am heutigen Donnerstag sind nach Angaben der ukrainischen stellvertretenden Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk 3343 Menschen aus umkämpften Gebieten evakuiert worden. Darunter seien 2717 Bewohner aus Mariupol.

+++ 23:24 Von der Leyen: USA werden EU mehr Flüssiggas liefern +++

Die EU wird eine Energiepartnerschaft mit den USA schließen, um russische Gaslieferungen zu ersetzen. "Morgen werden wir mit Präsident (Joe) Biden ein neues Kapitel in unserer Energiepartnerschaft präsentieren", kündigt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande eine EU-Gipfels in Brüssel an. Es gehe um zusätzliche Lieferungen von Flüssiggas (LNG) aus den USA für die Europäische Union, um russisches Flüssiggas zu ersetzen. "Ein wichtiger Schritt nach vorne", sagt von der Leyen. Die EU versucht, so schnell wie möglich unabhängig von russischen Gaslieferungen zu werden - sowohl von Pipeline-Gas als auch von LNG. Rund 40 Prozent des Gases in der Union wird aus Russland importiert. Um ihre Lieferungen zu diversifizieren, ist die EU auch mit anderen Ländern wie Katar, Aserbaidschan, Japan und Südkorea in Kontakt.

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+++ 22:59 Tichanowskaja appelliert an belarussische Soldaten, nicht für Kreml zu kämpfen +++

Die im Exil lebende belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja appelliert an die Soldaten ihres Landes, sich nicht an der russischen Invasion in der Ukraine zu beteiligen. "Unsere belarussischen Soldaten verstehen, dass die Ukrainer und Ukrainerinnen unsere Brüder und Schwestern sind und dass wir nicht gegen sie kämpfen wollen", sagt Tichanowskaja bei einem Treffen mit Exil-Belarussen in Warschau. "Wir wollen keine Feinde werden." Die belarussische Armee ist bislang nicht in den von Kreml-Chef Wladimir Putin gestarteten Ukraine-Krieg involviert. Allerdings ließ es der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko zu, dass russische Truppen von belarussischem Staatsgebiet aus von Norden her in die Ukraine einmarschieren und sich damit rasch deren Hauptstadt Kiew nähern konnten.

+++ 22:33 Schröder führt Ukraine-Krieg auf "politisches Versagen" zurück +++

Aus Sicht des Altkanzlers Gerhard Schröder hat "politisches Versagen" zum Ukraine-Krieg geführt. Seit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende der Bipolarität zwischen der Sowjetunion und den USA "haben wir keine Sicherheitsarchitektur geschaffen, die diese veränderte Situation widerspiegelt", sagte der SPD-Politiker bei einer Konferenz im türkischen Kocaeli. "Und der Krieg in der Ukraine ist eine der Konsequenzen dieses politischen Versagens." Schröder gilt als langjähriger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin und ist unter anderem Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft. Der Altkanzler ist wegen Putins Angriffskrieges gegen die Ukraine massiv unter Druck. Ohne den Kreml-Chef zu nennen, sagte Schröder weiter, in den vergangenen Jahren seien sowohl von Seiten Russlands als auch von Seiten der westlichen Länder viele Fehler gemacht worden. Russlands Sicherheitsinteressen aber rechtfertigten nicht den Gebrauch militärischer Mittel, so Schröder. Schröder sagte auch, jeder solle alles in seiner Kraft Stehende tun, um diesen furchtbaren Krieg zu beenden.

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+++ 22:15 Rakete auf Charkiw tötet sechs Zivilisten +++

Bei einem russischen Angriff sind in Charkiw nach Angaben der ukrainischen Behörden sechs Zivilisten getötet worden. Fünfzehn weitere wurden demnach verletzt. Die russischen Streitkräfte hätten mit "Langstreckenwaffen" eine Post-Filiale bombardiert, vor der die Menschen anstanden, um humanitäre Hilfe zu bekommen, teile der Gouverneur der Region, Oleg Synjegubow, bei Telegram mit. Auf einem Video mutmaßlich einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie ein Geschoss in die Menschenschlange einschlägt.

+++ 22:03 Russen horten Schlaftabletten und Anti-Depressiva +++

In Russland ist der Medikamentenkonsum seit Beginn der Invasion der Ukraine deutlich angestiegen. Das geht aus Daten des Unternehmens DSM Group hervor, das sich auf Analysen im Medikamentenhandel spezialisiert hat. Demnach haben sich Russen seit dem 24. Februar vor allem vermehrt mit Antidepressiva, Schlaftabletten und Verhütungsmitteln eingedeckt.

+++ 21:30 Moskau kündigt Seekorridor für blockierte Schiffe an +++

Für ausländische Schiffe in ukrainischen Häfen soll nach russischen Angaben für den morgigen Freitag ein See-Korridor im Schwarzen Meer eingerichtet werden. Die Schiffe sollten auf diesem Weg sicher ins offene Meer gelangen, teilt das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Der Sammelpunkt sei 20 Seemeilen südöstlich des Hafens Tschornomorsk im Gebiet Odessa, sagt der russische Generalmajor Michail Misinzew. Er warf der ukrainischen Marine vor, gegen die Regularien für die Ausbringung von Seeminen verstoßen und auch Schiffe beschossen zu haben. "Wir unterstreichen noch einmal, dass von der Russischen Föderation keinerlei Gefahr für den freien zivilen Schiffsverkehr ausgeht", sagt Misinzew. Insgesamt seien 67 Schiffe aus 15 Ländern blockiert in verschiedenen ukrainischen Häfen.

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