Politik

Politikverdruss bei jungen Deutschen? 54 Prozent kennen Wahltermin nicht

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Die Wahl des Bundestags findet am 22. September statt - nur 46 Prozent der deutschen Jugend wussten das.

(Foto: dpa)

Im September wird in Deutschland die neue Regierung gewählt. Seit gut zwei Wochen zieren Plakate bundesweit die Litfaßsäulen, und die Parteien überschlagen sich mit werbewirksamen Auftritten ihrer Spitzenkandidaten. Doch die Jugend scheint das nicht zu interessieren.

Mehr als die Hälfte der jungen Menschen weiß einer Umfrage zufolge nicht, dass nächsten Monat Bundestagswahlen stattfinden. Nur 46 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nannten auf die Frage nach dem Zeitpunkt des Urnengangs korrekt den September, wie eine Forsa-Erhebung im Auftrag des Magazins "Stern" ergab. Die übrigen Befragten dieser Altersklasse konnten die Frage nicht beantworten oder nannten einen falschen Wahltermin.

Besser waren die Kenntnisse in allen anderen Altersgruppen: So konnten 83 Prozent der über 45-Jährigen die Frage auf Anhieb richtig beantworten. Insgesamt wissen 73 Prozent aller Bürger, dass die Wahl im kommenden Monat ist.

Bedeutung der Erst- und Zweitstimme unklar

Verwirrung herrscht der Befragung zufolge bei vielen Wahlberechtigten um die Bedeutung von Erst- und Zweitstimme. Auf die Frage, welche Stimme für den Wahlausgang wichtiger sei, nannten 43 Prozent fälschlicherweise die Erststimme, mit der die Direktmandate ermittelt werden. 42 Prozent gaben richtig die Zw eitstimme an, die über die Stärke der Parteien entscheidet. Sechs Prozent bezeichneten beide Stimmen als gleich wichtig. Über die Bedeutung der Zweitstimme gut informiert zeigten sich vor allem die Wähler von FDP (62 Prozent) und Grünen (56 Prozent).

Zugleich stellten die Meinungsforscher ein derzeit eher geringes Interesse der Deutschen am Wahlkampf fest. Nur 28 Prozent gaben an, sie interessierten sich stark für den aktuellen Wettstreit von Politikern und Parteien. Knapp drei Viertel der Befragten sind nach eigenen Angaben "weniger stark" oder "überhaupt nicht" am Wahlkampf interessiert.

Für die Erhebung befragte das Forsa-Institut in der vergangenen Woche 1006 repräsentativ ausgesuchte Bürger.

Quelle: ntv.de, AFP

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