Politik

RTL/ntv Trendbarometer AfD legt trotz Verwandten-Affäre zu, Merz findet nicht aus Umfrage-Tief

17.02.2026, 14:01 Uhr
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Die AfD erlebt ihre turbulentesten Wochen seit Langem: Zahlreiche Abgeordnete beschäftigen Verwandte anderer Parteifreunde. Doch die Zustimmung zur AfD reißt nicht ab, im Gegenteil. Derweil bleibt Bundeskanzler Merz ziemlich unbeliebt.

Die AfD geriert sich als Familienpartei. Dass hierzu auch die gegenseitige Beschäftigung von Verwandten und Lebenspartnern in den Abgeordnetenbüros gehört, passt so gesehen ins Bild, widerspricht der eigenen Erzählung von der Anti-Klüngel-Partei aber fundamental. Der in der AfD befürchtete Einbruch in den Umfragen wegen der Vetternwirtschaftsvorwürfe und Zerwürfnissen in den Landesverbänden zeigt sich im neuen RTL/ntv-Trendbarometer (noch) nicht. Die AfD legt um einen Prozentpunkt zu und nähert sich so der Union an.

Die drei Regierungsparteien CDU, CSU und SPD stagnieren bei für sie nicht zufriedenstellenden Werten. Grüne und Linke verlieren jeweils einen Prozentpunkt, während FDP und BSW unverändert unterhalb der 5-Prozent-Hürde für den Einzug in den Bundestag liegen. Würde der Bundestag in dieser Woche gewählt, könnten die Parteien dem RTL/ntv-Trendbarometer zufolge mit folgendem Ergebnis rechnen:

  • CDU/CSU 26 Prozent (Bundestagswahl 2025: 28,5 Prozent)

  • AfD 25 Prozent (20,8 Prozent)

  • SPD 14 Prozent (16,4 Prozent)

  • Grüne 12 (11,6 Prozent)

  • Linke 10 Prozent (11,6 Prozent).

  • BSW 3 Prozent (4,981)

  • FDP 3 Prozent (4,3 Prozent)

Weitere 7 Prozent würden eine der sonstigen Parteien wählen. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 26 Prozent weiterhin deutlich über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).

Auch bei der Frage, welche Partei "mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird", kann die AfD zwei Prozentpunkte zulegen und kommt auf nunmehr 12 Prozent. Die Werte der übrigen im Bundestag vertretenen Parteien sind unverändert. CDU/CSU liegen weiter mit 18 Prozent vorn, die SPD kommt auf 6 Prozent, die Grünen auf 5 Prozent, die Linke auf 4 Prozent. 54 Prozent sprechen keiner Partei diese Problemlösungskompetenz zu - drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche.

Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz fällt um einen Prozentpunkt auf 23 Prozent, der Anteil der mit Merz unzufriedenen Befragten steigt um einen Punkt auf 75 Prozent. Von den Anhängern der Union zeigen sich 62 Prozent zufrieden mit der Arbeit des Kanzlers und 37 Prozent unzufrieden. Mit 23 und 16 Prozent zufriedenen Befragten findet Merz noch am ehesten Anklang bei den Anhängern von SPD und Grünen.

Dagegen erklären sich 91 Prozent der Linke-Anhänger und 96 Prozent der AfD-Anhänger unzufrieden mit der Arbeit des CDU-Vorsitzenden als Regierungschef. Kommende Woche wird sich zeigen, ob zumindest der von vielen Beobachtern gelobte Auftritt des Kanzlers auf der Münchener Sicherheitskonferenz auf seine Umfragewerte einzahlt.

Die schwache Zustimmung zu Schwarz-Rot korreliert mit der wieder gesunkenen ökonomischen Zuversicht. Nur 21 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden Jahren, ein Punkt weniger als in der Vorwoche. Der Anteil derjenigen, die gleichbleibende Verhältnisse erwarten, sinkt um zwei Punkte auf 20 Prozent. In gleichem Ausmaß legt der Anteil an Befragten, die mit einer Verschlechterung rechnen, auf 54 Prozent zu.

Die Befragten beschäftigten in der vergangenen Woche gleichermaßen internationale wie bundespolitische Themen: An erster Stelle stehen gleichauf die Lage in den USA und das Agieren der Bundesregierung beziehungsweise der Koalition, die jeweils von 27 Prozent als wichtigste Themen genannt wurden. Dahinter folgt mit 23 Prozent der Krieg in der Ukraine, gefolgt von der allgemeinen ökonomischen Lage, die 22 Prozent der Teilnehmenden beschäftigt.

Die Olympischen Spiele nannten 18 Prozent als wichtiges Thema und 8 Prozent allgemein Kriege und Konflikte. Sozialpolitische Themen wie Rente und Rentenpolitik sowie das Gesundheitssystem kommen mit jeweils 5 Prozent zwar vor, spielen aber nur eine nachgeordnete Rolle.

Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 10. und 16. Februar erhoben. Datenbasis: 2504 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Quelle: ntv.de, shu/cwo

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