RTL/ntv-TrendbarometerAfD zieht Union davon, SPD fällt hinter historisch starke Linke zurück
Sechs Wochen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD im Bundestrend wieder im Aufwind: Ihren Vorsprung auf CDU und CSU baut die Partei auf sechs Prozentpunkte aus. Auch die Linke legt zu und verweist die SPD auf Platz fünf der im Bundestag vertretenen Parteien.
Die drei Landtagswahlen im September rücken näher und für die im Bund regierenden Parteien geht es im Bundestrend abwärts. Im neuen RTL/ntv-Trendbarometer legt die AfD um einen Prozentpunkt zu, während CDU und CSU einen Punkt verlieren. Die SPD verharrt bei niedrigen 12 Prozent, liegt damit aber nunmehr auf dem letzten Platz der fünf im Bundestag vertretenen Parteien, weil die Linke einen Prozentpunkt zulegt und mit 13 Prozent vor den Sozialdemokraten landet. Letztmals hatte die Linke in der ersten Juni-Woche 2010 einen so starken Wert im RTL/ntv-Trendbarometer.
Die FDP liegt mit weiterhin 4 Prozentpunkten die sechste Woche infolge unterhalb der 5-Prozent-Hürde. Das BSW wird von Forsa nicht gesondert ausgewiesen, weil die Zustimmung zur Partei unter 3 Prozent liegt und damit im Bereich der statistischen Fehlertoleranz von 2,5 Prozent. Damit fällt das BSW in der Gruppe der sonstigen Parteien, auf die zusammen 7 Prozent entfallen. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit aktuell 27 Prozent weiterhin deutlich über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).
Würde in dieser Woche gewählt, fielen die Zustimmungswerte wie folgt aus:
AfD 27 Prozent (Bundestagswahl 2025: 20,8 Prozent)
CDU/CSU 21 Prozent (28,5 Prozent)
Grüne 16 Prozent (11,6 Prozent)
Linke 13 Prozent (8,8 Prozent)
SPD 12 Prozent (16,4 Prozent)
FDP 4 Prozent (4,3 Prozent)
Der Vorsprung der AfD bei den Parteipräferenzen der Befragten spiegelt sich auch in der Frage nach der politischen Kompetenz: 15 Prozent der Befragten nennen die AfD als Partei, die mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird - drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Die CDU liegt mit einem Prozentpunkt Verlust bei nur 12 Prozent, gefolgt von Grünen und Linken mit jeweils 6 Prozent. Für die Grünen bedeutet das einen Punkt weniger als in der Vorwoche. Die SPD verliert ebenfalls und liegt nun bei 5 Prozent. Keiner Partei trauen 53 Prozent politische Kompetenz zu, zwei Punkte weniger als in der Vorwoche.
Für Bundeskanzler Friedrich Merz, der am Mittwoch in den Jahresurlaub entschwindet, sind die Werte ernüchternde Nachrichten. Die Regierungskoalition aus Union und SPD hatte vor der Sommerpause die Sparmaßnahmen bei der gesetzlichen Krankenversicherung sowie den Nachfolger des Heizungsgesetzes verabschiedet. Zudem verständigte man sich auf die Grundzüge einer Renten- und Steuerreform. Zuletzt machten aber vor allem die Personal-Querelen der CDU Schlagzeilen: Merz besetzte infolge des Rücktritts von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzenden eine Reihe von Posten in Kabinett und CDU neu - und rief damit viel Unmut in den eigenen Reihen hervor.
Dennoch geht es für den Kanzler bei den persönlichen Werten leicht bergauf, wenn auch auf bescheidenem Niveau: 15 Prozent Befragte, die mit der Arbeit des Bundeskanzlers zufrieden sind, bedeuten ein Plus von einem Punkt im Vergleich zur Vorwoche. 83 Prozent Unzufriedene bedeuten zwei Prozent weniger als in der Vorwoche. Unter den Anhängern von CDU und CSU ist immerhin wieder die Hälfte mit Merz' Arbeit als Regierungschef zufrieden, 49 Prozent sind unzufrieden.
Bei den Anhängern anderer Parteien fällt die Bewertung weiterhin mau bis vernichtend aus: 20 Prozent der SPD-Anhänger sind mit Merz' Arbeit zufrieden, bei den Anhängern der Grünen sind es 9 Prozent. Bei den Anhängern von Linke und AfD sind es 3 und 2 Prozent. Der Anteil der Unzufriedenen unter den Anhängern der drei großen Oppositionsparteien liegt zwischen 88 und 98 Prozent.
Dabei beschäftigt die Bundesregierung die Menschen: 48 Prozent der Befragten zählen Lage und Handeln der Regierungskoalition als eines der wichtigsten Themen auf. Es folgen die wirtschaftliche Lage mit 23 Prozent und die Regierungsbildung mit 21 Prozent. Die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine nennen je 13 Prozent der Befragten. Mit 11 Prozent folgen die Krankenkassen und die Klimakrise mit 7 Prozent.
Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung fallen ebenfalls auf einen sehr niedrigen Wert: Nur noch 11 Prozent erwarten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den kommenden Jahren. 71 Prozent dagegen rechnen mit einer Verschlechterung. Damit legt das Lager der Pessimisten um zwei Prozentpunkte zu, das der Optimisten schrumpft um einen Punkt. Der Wochenwert ist einer der schlechtesten des ganzen laufenden Jahres. Vom Aufbruch, den sich die Koalition von den aus ihrer Sicht erfolgreichen Wochen vor der parlamentarischen Sommerpause versprochen hat, ist vorerst nichts zu spüren.
Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 21. und 27. Juli erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte.
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