Politik

Ausreise aus Hongkong verhindert Aktivist Wong am Flughafen festgenommen

123718235.jpg

Der 22-jährige Wong war bereits Ende August für einige Stunden in Hongkong festgenommen worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Joshua Wong ist eines der bekanntesten Gesichter der Hongkonger Demokratiebewegung. Jetzt wird der Aktivist bei seiner Ausreise am Flughafen in Hongkong festgenommen. Er war auf dem Weg nach Deutschland.

Der bekannte Hongkonger Aktivist Joshua Wong ist erneut von der Polizei festgenommen worden. Wie Wong über seinen Anwalt auf Twitter mitteilen ließ, wurde er von Beamten am Flughafen festgesetzt. Demnach wird dem 22-Jährigen vorgeworfen, seine Kautionsbedingungen verletzt zu haben. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, war Wong auf dem Weg nach Deutschland, wo er am Montagabend zu einem von der Zeitung organisierten Fest im Dachgarten-Restaurant des Bundestags eingeladen war.

Wong geht laut der Twitter-Mitteilung davon aus, dass es sich bei der Festnahme um einen Fehler handele. Eine vorläufige Rechtsberatung habe ergeben, "dass das Gericht meine Reisen nach Deutschland und in die USA anerkannt und genehmigt hatte, als es am 30. August eine Kaution gewährte", so Wong. Der Aktivist geht davon aus, am Montagmorgen nach einer Anhörung entlassen zu werden.

Wong war Ende August für einige Stunden festgenommen und auf Kaution wieder entlassen worden. Ihm, wie seiner Mitstreiterin Agnes Chow, wird vorgeworfen, andere zur Teilnahme an einer illegalen Versammlung in der chinesischen Sonderverwaltungszone am 21. Juni animiert und selbst daran teilgenommen zu haben.

Wong enttäuscht über Merkel-Auftritt

Wong muss sich auch für die Organisation der Demonstration verantworten. Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei enden. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten.

Der Hongkonger Aktivist Joshua Wong zeigte sich zuletzt enttäuscht über den Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel in Peking. "Ich danke Kanzlerin Merkel, dass sie Hongkong in Peking angesprochen hat, aber es war viel weniger deutlich als es sich die Hongkonger gewünscht hatten", sagte Wong der "Bild am Sonntag". "Das Geschäftsinteresse Deutschlands sollte nicht den universellen Wert außer Kraft setzen, an den wir glauben." Wenn die Kanzlerin etwas tun wolle, dann müsse sie Präsident Xi drängen, auf die Forderung nach freien Wahlen zu reagieren.

Am Wochenende kam es erneut zu Protesten der Demokratiebewegung. Ein Brennpunkt war dabei die U-Bahn-Station Prince Edward, wo wütende Protestler am Samstag die Herausgabe von Überwachungsvideos forderten und eine Barrikade in Brand setzten.  Zehntausende regierungskritische Demonstranten zogen außerdem am Sonntag in einem zunächst friedlichen Marsch zum US-Konsulat in der chinesischen Sonderverwaltungszone, um für Unterstützung der Amerikaner zu werben. Demonstranten trugen die US-Flagge, auch die Nationalhymne der USA war zu hören. Später errichtete ein Teil von ihnen Barrikaden und setzte sie in Brand.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, ibu/dpa

Mehr zum Thema