Politik

Als alte Schachtel in London Assange warnt vor Blockade

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Suchbild: Wer ist Assange?

(Foto: picture alliance / dpa)

Julian Assange zufolge verfügt Wikileaks über ein System verschlüsselter Backups mit allen noch geplanten Veröffentlichungen, so dass eine dauerhafte Sperrung des Enthüllungsportals verpuffen würde. In London erscheinen Auszüge aus einer neuen Biografie, die Auskunft über ungewöhnliche Episoden aus dem Leben Assanges geben.

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat mit der Veröffentlichung einer Flut geheimer Dokumente gedroht, sollte das Enthüllungsportal dauerhaft gesperrt werden. Seine Gruppe habe ein System verschlüsselter Backups mit allen noch geplanten Veröffentlichungen, sagte der Australier dem US-Sender CBS News. Etwa 100.000 Menschen hätten Zugriff auf die Sicherheitskopien, die mit einem verschlüsselten Code zugänglich seien, so dass auch im Fall einer dauerhaften Blockade der Wikileaks-Webseite weiter veröffentlicht werden könne.

Sollte eine Reihe von Leuten "inhaftiert oder ermordet" werden, müssten andere die Arbeit des Enthüllungsportals übernehmen, denen dann der Code gegeben würde, sagte der 39-Jährige. Zugleich wehrte er sich gegen den Vorwurf, seine Aktivitäten seien anti-amerikanisch oder in sonstwie politisch motiviert. Bei seiner Gruppe handle es sich um "Aktivisten der freien Presse", deren Arbeit zu einer "gerechten und zivilen Gesellschaft" beitrage, sagte er.

Zu weiteren Plänen schweigt Assange

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Julian Assange muss Anklagen in Schweden und in den USA befürchten.

(Foto: AP)

Zu weiteren geplanten Veröffentlichungen wollte sich Assange nicht äußern. Die möglichen Pläne, Informationen über die Bank of America publik zu machen, wollte der Internetaktivist weder bestätigen noch dementieren. Assange hatte Ende November Enthüllungen über eine US-Großbank für Anfang 2011 angekündigt, woraufhin die Aktien der Bank of America stark unter Druck gerieten. Assange hatte zuvor erklärt, eine Fundgrube an Dokumenten über die Bank zu haben.

Assange lebt derzeit unter Hausarrest bei einem Gönner in Großbritannien. Die schwedische Justiz fordert wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs die Auslieferung des Australiers. Assange befürchtet, wegen der Veröffentlichung brisanter US-Depeschen an die USA überstellt zu werden.

Angst vor CIA-Spitzeln

Einer neuen Biografie zufolge soll Assange aus Angst vor dem US-Geheimdienst CIA auch zu sonderbaren Täuschungsmanövern gegriffen haben. Der 39-jährige Australier habe sich als alte Dame verkleidet, weil er sich von CIA-Agenten verfolgt gefühlt habe, heißt es in "Wikileaks: Inside Julian Assange's War on Secrecy" (Wikileaks: Einblick in Julian Assanges Krieg gegen die Geheimhaltung). Auszüge aus dem Buch, das von zwei Journalisten der Zeitung "The Guardian" geschrieben worden ist, wurden jetzt in London veröffentlicht. Die zwei Journalisten hatten bereits mehrfach Wikileaks zugespielte Geheimdokumente veröffentlicht.

"Sie können sich nicht vorstellen, wie komisch das gewesen ist", sagte Wikileaks-Mitarbeiter James Ball demnach den Autoren. "Mehr als zwei Stunden lang blieb er als alte Frau verkleidet." Dabei habe es keine ersichtlichen Anzeichen für eine geheimdienstliche Verfolgung gegeben. Die ungewöhnliche Episode habe sich während eines Aufenthalts von Assange in Großbritannien abgespielt, heißt es in den Auszügen der Biographie.

Quelle: ntv.de, AFP

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