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Anschlag von Burgas Attentäter hatte wohl Komplizen

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Diesen gefälschten Führerschein trug der Attentäter als Ausweis bei sich.

(Foto: AP)

Der Attentäter von Burgas soll zwei Assistenten gehabt haben. So habe einer einspringen sollen, falls der Attentäter aufgehalten worden wäre, der andere sollte die beiden töten, falls das Komplott aufgeflogen wäre. Schon die Autopsie der Leiche des Attentäters hatte Fragen nach einer Mittäterschaft aufkommen lassen.

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Die Aufzeichnungen einer Überwachungskamera zeigen den mutmaßlichen Attentäter (M).

(Foto: AP)

Der Selbstmordattentäter von Burgas soll ersten Ermittlungen zufolge zwei Komplizen gehabt haben. Das berichten bulgarische Medien. Die Polizei gehe demnach Hinweisen nach, wonach zwei Männer dem Attentäter bei dem tödlichen Anschlag auf die israelische Reisegruppe geholfen haben sollen.

Die Zeitung "Standart" schrieb unter Verweis auf Polizeiquellen, zwei Unbekannte würden verdächtigt, dem Täter am Flughafen assistiert zu haben. Andere Quellen sprechen davon, dass einer der beiden Männer habe "einspringen" sollen, falls der Attentäter aufgehalten worden wäre. Der zweite habe den Auftrag gehabt, die anderen beiden zu töten, falls das Komplott aufgeflogen wäre. Die Identität des Täters ist noch unklar.

Aussehen stimmt nicht überein

Schon nach der Autopsie der Leiche des Selbstmordattentäters waren die Ärzte davon ausgegangen, dass dieser zumindest einen Komplizen gehabt haben muss. Der getötete Angreifer könne nicht ein verdächtiger Mann sein, der am Tag vor dem Attentat am Flughafen der Schwarzmeerstadt Burgas ein Auto habe mieten wollen, sagte die bulgarische Medizinerin Galina Milewa im Fernsehen. Dieser Mann hatte nach Zeugenangaben sehr kurze Haare, ein sonnengebräuntes Gesicht und sah laut Milewa aus "wie ein Araber". Der Selbstmordattentäter habe jedoch "ein bleiches Gesicht, helle Augen und sehr dichtes braunes Haar" gehabt.

Auch die Journalistin Katja Kassabowa aus Burgas ging davon aus, dass "dieser einen Komplizen gehabt haben müsste". Sie führte dies auf die blaue Augenfarbe des Attentäters zurück. Diejenige des Manns bei der Autovermietung gab sie hingegen mit braun an.

Kassabowa berichtete zudem unter Berufung auf an der Obduktion Beteiligte, der Kopf, die Arme und die Beine des Attentäters seien vom Körper abgetrennt worden. Er habe etwa zehn Zentimeter langes Haar gehabt und bei dem Anschlag eine Perücke getragen. Der 1,82 große Mann habe ausgesehen "wie ein Europäer", aber auch "arabischer Herkunft" sein können, berichtete Kassabowa.

Der Selbstmordattentäter hatte am Mittwoch am Flughafen von Burgas einen Anschlag auf einen Bus mit israelischen Touristen verübt. Fünf Israelis, der bulgarische Busfahrer und der Attentäter selbst wurden bei der Explosion getötet. Aufzeichnungen einer Überwachungskamera zeigen den mutmaßlichen Attentäter, bevor er etwa drei Kilogramm Sprengstoff zur Explosion brachte. Die USA machten die radikalislamische libanesische Hisbollah für den Anschlag verantwortlich. Israel beschuldigte den Iran des Attentats, der jedoch jede Beteiligung an der Bluttat zurückwies.

Quelle: n-tv.de, dpa

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