Politik

Palästinenser geben nicht auf Auch Russen schließen Mord an Arafat aus

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Um sein Ableben ranken sich mittlerweile Legenden. Jassir Arafat.

(Foto: REUTERS)

Nach einem französischen Expertenteam wollen nun auch russische Forscher herausgefunden haben, dass Jassir Arafat nicht vergiftet wurde. Lediglich Schweizer Experten hatten radioaktives Material nachweisen können. Die Palästinenser lassen dennoch nicht locker.

Die Mehrheit der mit der Aufklärung der Todesursache von Jassir Arafat betrauten Experten schließt eine Ermordung des Palästinenserführers aus. Nach einem französischen Expertenteam kamen nun auch russische Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Arafat "eines natürlichen Todes gestorben ist und nicht an den Folgen einer Verstrahlung" durch radioaktives Polonium, wie der Direktor der Bundesanstalt für biologische Analysen, Wladimir Oiba, erklärte.

Schweizer Toxikologen hatten am 6. November eine Vergiftung mit dem radioaktiven Stoff nicht ausgeschlossen. Daraufhin hatte das Palästinensische Untersuchungskomitee zum Tod des früheren Präsidenten der Autonomiebehörde in Ramallah erklärt, Israel sei "der einzige Verdächtige" für "das Verbrechen des 21. Jahrhunderts schlechthin". Dagegen erklärte Anfang Dezember ein drittes mit der Untersuchung beauftragtes französisches Team, es habe keinen Beweis für die These einer Vergiftung des 2004 in Paris verstorbenen Politikers gefunden.

Die unterschiedlichen Befunde der verschiedenen Expertenteams erklärten die französischen Wissenschaftler mit der Möglichkeit, dass das in der Umwelt natürlich vorkommende radioaktive Gas Radon hohe Konzentrationen von Polonium 210 in Gewebeproben oder untersuchten Textilien verursachen könne. Nach Bekanntgabe der französischen Untersuchungsergebnisse hatte Arafats Witwe Suha Arafat erklärt, sie werde diese vor französischen Gerichten anfechten und neue Untersuchungen verlangen.

Palästinenser wollen weiter forschen

Der palästinensische Botschafter in Russland, Faed Mustafa, kündigte an, dass die Untersuchung zum Tod Arafats weiter gehen werde. "Wir respektieren ihre Position, wir schätzen ihre Arbeit, aber es gibt bereits die Entscheidung, die Arbeit fortzusetzen", sagte Mustafa laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit Blick auf den russischen Untersuchungsbericht.

Arafats Witwe hatte 2012 in Frankreich Anzeige gegen Unbekannt wegen Mordes erstattet. Zuvor hatten Schweizer Experten berichtet, sie hätten in Proben aus den persönlichen Sachen Arafats eine erhebliche Konzentration des hochgiftigen Poloniums nachgewiesen. Im Zuge der Ermittlungen der französischen Justiz wurde Arafat im November 2012 exhumiert, und drei Expertenteams in der Schweiz, Frankreich und Russland mit strikt getrennten Untersuchungen der 60 entnommenen Gewebeproben betraut.

Arafat war am 11. November 2004 in einem Militärkrankenhaus bei Paris im Alter von 75 Jahren gestorben. Da seine Witwe damals eine Obduktion ablehnte, blieb die Todesursache zunächst unklar. Viele Palästinenser verdächtigen Israel, ihn vergiftet zu haben, was Israel vehement zurückweist. Der radioaktive Stoff Polonium, der auch in geringer Dosis tödlich wirkt, war auch im Jahr 2006 verwendet worden, um den früheren russischen Spion Alexander Litvinenko in London zu ermorden.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP