Politik

Milliarden-Prestigeprojekt Autokrat baut für Sohn komplett neue Stadt

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Berdymuchamedow (hier 2018) gilt als Freund von Megaprojekten.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Gurbanguly Berdymuchamedow gilt Menschenrechtlern als Hardliner, der seine Bevölkerung hungern lässt und lieber viel Geld für Prestigeprojekte ausgibt. Sein jüngster Plan: eine neue Stadt aus dem Boden stampfen. Das Milliardenprojekt soll sein Sohn leiten - der auch als sein Nachfolger gehandelt wird.

Turkmenistan plant den Bau einer komplett neuen Stadt - und stellt dafür umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro bereit. Wie das Staatsfernsehen berichtete, ordnete der autoritär regierende Präsident Gurbanguly Berdymuchamedow bei der Regierung die Freigabe der Summe zum Import notwendiger Gerätschaften an. Mit der Aufsicht des Mega-Projekts wurde Berdymuchamedows Sohn Serdar betraut.

In dem TV-Bericht war der Präsident während eines Hubschrauberflugs über dem Gelände der künftigen Stadt in der Region Ahal zu sehen. Wie "The Diplomat" berichtet, hat die Stadt noch keinen Namen und soll das neue administrative Zentrum der zentralturkmenischen Region werden, in der Serdar Berdymuchamedow die Provinzregierung anführt. Die Region, deren Gouverneur Berymuchamedow Junior im Juni 2019 wurde, ist demnach die Heimat der Familie und eines Großteils der turkmenischen Elite.

Präsidentensohn als Nachfolger gehandelt

 

Der Vorsitzende des turkmenischen Industrie- und Unternehmerverbands, Alexander Dadajew, lobte das Vorhaben als "beispiellos". Durch das Projekt werde eine "Stadt für die Jahrhunderte" entstehen, sagte Dadajew. Berichten staatlicher Medien zufolge hatte die Regierung im April vergangenen Jahres den Startschuss für das Projekt gegeben.

Der 38-jährige Präsidentensohn Serdar Berdymuchamedow wird häufig als möglicher Nachfolger seines Vaters genannt. Berdymuchamedow regiert die ehemalige Sowjetrepublik seit 2006 mit harter Hand. Gewaltenteilung, Opposition und Pressefreiheit existieren nicht.

Internationale Menschenrechtsorganisationen werfen der autoritären Regierung regelmäßig vor, die Einnahmen aus den reichen Energievorkommen des Landes in Prestigeprojekte zu stecken, von denen die mehrheitlich arme Bevölkerung des Landes kaum profitiert.

Quelle: ntv.de, mra/AFP