Politik

Bischkek will Auslieferung Bakijew wegen Mordes angeklagt

Auch nach seinem Sturz und der Flucht außer Landes droht dem kirgisischen Ex-Präsidenten Bakijew Ungemach. In Abwesenheit klagt ihn die Übergangsregierung in Bischkek wegen Mordes an und fordert von Minsk seine Auslieferung. Außerdem wirft sie Bakijew Machtmissbrauch vor.

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Bakijew in Minsk.

(Foto: AP)

Der gestürzte kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew ist in Abwesenheit von der Übergangsregierung des zentralasiatischen Landes des mehrfachen Mordes angeklagt worden. Die neue Führung in Bischkek werde in Weißrussland, wo sich Bakijew im Exil befindet, die Auslieferung des 60-Jährigen beantragen. Das sagte der amtierende Vizeregierungschef Asimbek Beknasarow nach Angaben kirgisischer Medien.

Die Übergangsregierung wirft Bakijew, dem am Vortag die Immunität entzogen worden war, auch Machtmissbrauch vor. Nach einem Volksaufstand Anfang April mit 85 Toten und mehr als 1600 Verletzten war der autoritäre Ex-Staatschef nach Minsk geflohen.

 

Die kirgisische Führung will das Volk am 27. Juni über eine neue Verfassung abstimmen lassen, die eine parlamentarische Republik vorsieht. Am 10. Oktober sollen Präsidenten- und Parlamentswahlen in der Ex-Sowjetrepublik folgen. Russland, die USA und die Europäische Union hatten die Übergangsregierung unter Rosa Otunbajewa aufgefordert, für Stabilität durch Wahlen zu sorgen. Der Westen hat dem völlig verarmten Land Millionenhilfen zugesichert.

Quelle: n-tv.de, dpa

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