Politik

Eskalation im Gazastreifen Ban: Feuer sofort einstellen

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Ein israelischer Soldat ist kampfbereit.

(Foto: AP)

Es ist wieder eine unruhige Nacht im Nahen Osten. Erneut zielen israelische Kampfflugzeuge auf Häuser im Gazastreifen, auch die Palästinenser feuern Raketen auf Israel ab. UN-Generalsekretär Ban warnt vor einer Bodenoffensive der Israelis und fordert beide Seiten auf, ab sofort nicht mehr zu schießen.

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Ban kann nur appellieren.

(Foto: Reuters)

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat in der ägyptischen Hauptstadt Kairo alle Konfliktparteien im Gaza-Konflikt zu einer sofortigen Waffenruhe aufgefordert. "Alle Parteien müssen sofort das Feuer einstellen. Jede erneute Eskalation gefährdet die gesamte Region", sagte Ban bei einem Treffen mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi. Al-Arabi teile seine "tiefe Sorge" angesichts der Gewalt, sagte Ban, der von einer "alarmierenden Situation" und "sinnloser Gewalt" sprach.

Ban warnte, dass die Situation sich im Fall einer israelischen Bodenoffensive weiter verschärfen werde. Ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter sagte jedoch, alle Planungen für eine Bodenoffensive in dem von der radikalislamischen Hamas regierten Küstenstreifen seien vorläufig ausgesetzt worden, um den ägyptischen Bemühungen um einen Waffenstillstand eine Chance zu geben.

Der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes teilte mit, US-Außenministerin Hillary Clinton werde noch am Dienstag zu Gesprächen nach Israel, Ägypten und Ramallah reisen. Zunächst wolle sie Benjamin Netanjahu treffen, bevor sie mit palästinensischen und ägyptischen Führern zusammenkomme. Clinton begleitet derzeit US-Präsident Barack Obama auf einer Reise in Südostasien. Nach Angaben Rhodes entschied Obama, Clinton in die Region zu schicken, nachdem er zwei Mal mit Netanjahu und Ägyptens Präsident Mohammed Mursi telefoniert hatte.

Raketen am Himmel

In der Nacht griffen unterdessen israelische Flugzeuge erneut Ziele im Gazastreifen an, während aus dem Palästinensergebiet wieder Raketen auf Israel abgefeuert wurden.

Nach palästinensischen Angaben attackierten israelische Kampfflugzeuge unter anderem das Gebäude einer Bank in Gaza-Stadt an, über die die in dem Palästinensergebiet herrschende radikalislamische Hamas ihre Gehaltszahlungen abwickelt. Mehrere Verletzte seien anschließend in Krankenhäuser gebracht worden, meldete die Nachrichtenagentur Maan. Auch ein Regierungsgebäude und das Haus eines Milizenführers seien angegriffen worden, hieß es. Angriffe wurden auch aus Chan Junis im Süden und Beit Hanun sowie Beit Lahia im Norden des Gazastreifens gemeldet.

Nach Berichten der israelischen Nachrichtenwebsite Ynet wurden allein am Montag insgesamt 135 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert, von denen 67 auf israelischem Gebiet eingeschlagen seien. 42 weitere seien abgefangen und in der Luft zerstört worden. In der Nacht zum Dienstag schlug Ynet zufolge ein Geschoss in der Ortschaft Ofakim ein. In mehreren israelischen Ortschaften wurde Luftalarm gegeben. Berichte über Opfer oder Schäden gab es nicht.

Seit Beginn des blutigen Schlagabtauschs am vergangenen Mittwoch wurden nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums mindestens 107 Palästinenser getötet. Mehr als 800 weitere seien verletzt worden. Etwa die Hälfte der Getöten seien Zivilisten, unter den Verletzten 200 Kinder. Auch drei Israelis starben.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP

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