Politik

Kassen könnten Milliarden sparen Barmer: Mehr Nachahmerarzneien verordnen

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Bei den Nachahmerprodukten ähnelt der Wirkstoff dem eines bereits zugelassenen biotechnologisch hergestellten Arzneimittels.

(Foto: dpa)

Nachahmemedikamente kosten etwa ein Viertel weniger als die Originale. Eine der größten Krankenkassen fordert Ärzte dazu auf, häufiger diese günstigeren Präparate zu verschreiben: Das eingesparte Geld könne sinnvoll investiert werden, heißt es.

Die gesetzlichen Krankenkassen könnten einer Studie zufolge mehrere Milliarden Euro sparen, wenn die Ärzte verstärkt preisgünstigere Medikamente verordnen würden. Der Chef der Barmer GEK, Christoph Straub, rief dazu auf, mehr Nachahmerpräparate von meist teuren biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln zu verordnen. Damit könnten dem neuen Arzneimittelreport der Kasse zufolge in den nächsten fünf Jahren vier Milliarden Euro eingespart werden.

Es handelt sich dabei um Produkte, deren Wirkstoff dem eines bereits zugelassenen biotechnologisch hergestellten Arzneimittels ähnelt. Bislang seien diese Nachahmerprodukte - die sogenannten Biosimilars - "ein Nischenprodukt, heute stehen sie aber an der Schwelle zum Massenprodukt", erklärte Straub.

Bei einer konsequenten Verschreibung der Biosimilars könnte allein die Barmer laut Straub eine halbe Milliarde Euro sparen. Die Versorgungsqualität leide darunter nachweislich nicht, so der Barmer-Chef. Das eingesparte Geld könne in andere innovative Medikamente fließen.

Patente laufen aus

Die Kassen zeigen sich seit längerem besorgt über die wachsenden Ausgaben, die für die Versicherten in den nächsten Jahren steigende Beiträge erwarten lassen. Der Bericht verweist darauf, dass einige der umsatzstärksten Originale unlängst ihren Patentschutz verloren haben und einige weitere ihn in Kürze verlieren werden. Damit drängten mehr Biosimilars auf den Markt. Im Schnitt seien sie etwa 25 Prozent günstiger als das Originalpräparat.

Dem Report zufolge stieg der Anteil der Versicherten, die ein biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel erhielten, zwischen 2010 und 2015 im ambulanten Sektor von 3,1 auf vier Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Ausgaben für diese Arzneimittel um mehr als 40 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Biologika verursachen damit mehr als ein Fünftel der gesamten Arzneimittelkosten der Barmer.

Quelle: ntv.de, hul/rts/AFP